Was hier nach einer Wintersonnenidylle aussieht, ist das Ende des Piepenbrinks in Derne, der in einem Gebüsch hin zur Böschung zur B 236 endet. © Andreas Schröter
Bezirksvertretung

Brücke über B 236 in Dortmund: Pläne machen Schritt nach vorn

Mindestens seit 2009 spricht man im Dortmunder Nordosten schon über eine Brücke über die B 236. Nun nehmen die Pläne neue Fahrt auf. Viele Derner und Kirchderner könnten davon profitieren.

Die Bezirksvertretung Scharnhorst geht auf Antrag der SPD-Fraktion ein Thema an, das schon seit 2009 schwelt: eine mögliche Brücke über die B 236 zwischen dem Piepenbrink in Derne und dem Grüggelsort in Kirchderne. Konkret fordert die SPD, dieses Projekt, das bisher an mangelnden Planungskapazitäten und fehlenden Haushaltsmitteln scheiterte, zu priorisieren.

Diesen Blick erhält man, wenn man sich durch das Gebüsch am Ende des Piepenbrinks hin zur B 236 kämpft
Diesen Blick erhält man, wenn man sich durch das Gebüsch am Ende des Piepenbrinks hin zur B 236 kämpft. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Im Zusammenhang mit der Entwicklung des regionalen Radwegenetzes wäre das Projekt eine sinnvolle Ergänzung – auch die Verwaltung bestreite das nicht, so heißt es im SPD-Antrag. Gerade in Zeiten einer verstärkten Diskussion über Umwelt – und Klimaschutz sei eine Priorisierung des Projektes dringend geboten.

Zur Finanzierung regt die SPD an, den Bau im Rahmen der Entwicklung des regionalen Radwegenetzes in das Nordwärts-Programm aufzunehmen. Schließlich gehöre eine Radwegeverbindung entlang der Industriedenkmäler zwischen Bövinghausen und Lanstrop zu einem der Nordwärts-Meilensteine – so hatte beispielsweise der ehemalige Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny Ende 2019 argumentiert.

CDU und Grünen fehlt Kostenabschätzung

CDU und Grüne hatten mit diesem Antrag ihre Schwierigkeiten, scheiterten aber letztlich knapp mit 8 zu 7 Stimmen. Der Antrag wurde also angenommen. Wolfram Frebel, Sprecher der Grünen, wollte vor allem zunächst eine Kostenschätzung dazu haben. Er gehe davon aus, dass es ein Projekt ist, dessen Kosten in Millionenhöhe gehen. Dietrich Labenz (SPD) wies Frebel darauf hin, dass er früher für ein solches Projekt gewesen sei.

In Richtung Finanzen ging auch die Argumentation von CDU-Sprecher Jürgen Focke. Er glaube kaum, dass sich aus dem Nordwärts-Projekt eine derart große Summe für ein einzelnes Projekt finanzieren lassen – schließlich umfasse das gesamte Nordwärts Budget ja nur 10 Millionen Euro. Auch stellte Focke den verkehrlichen Nutzen infrage.

So sieht der Piepenbrink kurz vor seinem Ende aus Blickrichtung B 236 aus
So sieht der Piepenbrink kurz vor seinem Ende aus Blickrichtung B 236 aus. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Die Verbindung zwischen Derne und Kirchderne hatte es in früherer Zeit gegeben – sie wurde dann aber mit Bau der B 236 in den 80er-Jahren unterbrochen.

Eine Brücke zwischen Grüggelsort und Piepenbrink könnte zum Beispiel dem Mangel an Einkaufsmöglichkeiten in Kirchderne Abhilfe schaffen, so die Argumentation der Sozialdemokraten. Immer wieder beklagen sich Kirchderner über die mangelnden Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Stadtteil. Auch zum Beispiel der Gneisenaupark wäre für die Kirchderner deutlich besser zu erreichen.

Für die Derner würde wiederum der Weg zum evangelischen Gemeindezentrum auf Kirchderner Seite vereinfacht. Seit die Veranstaltungen aus dem Lutherhaus ins neue Kirchderner Gemeindehaus verlagert worden sind, spielt sich das evangelische Gemeindeleben bekanntlich eher in Kirchderne ab als in Derne.

Wenn es nach der SPD geht, soll an dieser Stelle eine Brücke zwischen Grüggelsort (Foto) und Piepenbrink über die B236 entstehen. Die Idee gibt es schon lange, die Planung aber zieht sich hin
Wenn es nach der SPD geht, soll an dieser Stelle eine Brücke zwischen Grüggelsort (Foto) und Piepenbrink über die B236 entstehen. Die Idee gibt es schon lange, die Planung aber zieht sich hin. © Andreas Schröter © Andreas Schröter
Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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