Andrea Ferguson, Johanna Kowalski und David Ferguson (v.l.) planen eine neue Demenz-WG, die am 1. September eröffnen soll. © Andreas Schröter
Betreutes Wohnen

Demenz-WG für bis zu zwölf Bewohner entsteht neu in Dortmund

Wer an Demenz erkrankt oder einen betroffenen Angehörigen hat, muss sich nicht zwangsläufig nach einem Heimplatz umsehen. Eine Demenz-WG kann die Alternative sein - und so eine entsteht in Dortmund neu.

Andrea Ferguson (58), die seit 1994 einen Häuslichen Krankenpflegedienst an der Flughafenstraße 388 in Scharnhorst betreibt, eröffnet nun im selben Haus eine Demenz-WG für bis zu zwölf Bewohner – das „Haus Karoline“, benannt nach Andrea Fergusons Oma. Mit im Führungsteam sind Andrea Fergusons Sohn David Ferguson und Johanna Kowalski.

Sie habe das Haus von der Vorbesitzerin, einer älteren Dame, die mittlerweile verstorben ist, gekauft und könne deshalb nun einen Traum verwirklichen, den sie schon lange träume, sagt Andrea Ferguson. Auch wegen der Parkplätze, die im Umfeld zu finden seien, sei der Ort ideal. Zwar habe sie momentan wegen der Baustelle viele schlaflose Nächte, aber wenn alles gutgehe, werde sie zum 1. September eröffnen.

Die Wohngruppe wird sich über drei Etagen erstrecken. Auf jeder wohnen vier Demenz-Kranke. Im Erdgeschoss kommen eine Küche und ein Aufenthaltsraum hinzu, in der ersten Etage entsteht ein weiterer Aufenthaltsraum. Schade sei, dass nur zwei Zimmer über eigene Bäder verfügen. Für die anderen Zimmer gibt es Tandembäder, die sich jeweils zwei Bewohner teilen müssen. Andrea Ferguson: „Das ist baulich nicht anders möglich, es ist eben ein altes Haus.“

Alle Zimmer und Bäder werden behindertengerecht hergerichtet

Die Bauarbeiten, die momentan auch von außen zu sehen sind, dienen dazu, alle Zimmer modern und behindertengerecht herzurichten. Der Häusliche Pflegedienst, der sich bisher im Erdgeschoss befand, ist ins Untergeschoss gezogen und bleibt dort.

40 Mitarbeiter betreuen von dort aus 250 Patienten in der gesamten Umgebung. Andrea Ferguson betont aber, dass es sich beim Pflegedienst und bei der Demenz-WG künftig um zwei komplett getrennte Bereiche handeln werde.

Die Bauarbeiten am Haus Flughafenstraße 388 sind unübersehbar
Die Bauarbeiten am Haus Flughafenstraße 388 sind unübersehbar. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Eine Demenz-WG sei eine Zwischenstufe zwischen dem eigenen Zuhause und einem Heim. Ziel sei es, dass die Bewohner noch möglichst viel von ihrem täglichen Ablauf selbst erledigen. Dazu gibt es Mitarbeiter, die – zum Beispiel mit geeigneten Spielen oder auch gemeinsamen Spaziergängen – das physische und psychische Leistungsvermögen der Senioren anregen.

Ein 24-Stunden-Dienst wird vor Ort sein. Andrea Ferguson: „Ich finde es schade, wenn Demenz-Kranke bei Ausbrechen der Krankheit sofort in ein Heim gehen. Das muss gar nicht sein. Eine Wohngruppe ist da doch viel individueller.“

Oft sei es bei dieser Krankheit so, sagt sie, dass die Patienten im fortgeschrittenen Stadium nur noch im Bett liegen. Auch das soll künftig im Haus Karoline möglich sei. Wer einmal dort einzieht, kann bis zum Ende dort bleiben.

Wer sich für sich oder einen Angehörigen für einen Platz im Haus Karoline interessiert, kann sich unter Tel. (0231) 9232033 oder E-Mail pflegedienst-ferguson@t-online.de melden. Die Kosten betragen zwischen 400 und 600 Euro Kaltmiete plus Nebenkosten und Anteil für den 24-Stunden-Präsenzdienst.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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