DHL-Paketbote Heintje Thiel hat in der Vorweihnachtszeit einen harten Job, den er aber als sportliche Herausforderung sieht. © Andreas Schröter
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DHL-Bote entschuldigt sich für nicht zugestellte Pakete in Dortmund

Die Pandemie und Weihnachten machen den Paketboten viel Arbeit. Für einen DHL-Boten in Dortmund wurde es neulich zu viel. Er hat sich danach entschuldigt - wünscht sich aber auch Unterstützung.

DHL-Paketbote Heintje Thiel (24) aus Lanstrop hat neulich etwas Ungewöhnliches getan. Er hat sich abends bei Facebook dafür entschuldigt, an dem Tag in Scharnhorst-Ost nicht alle Pakete ausgeliefert zu haben. Es waren einfach zu viele. Das hat ihm viele Sympathien eingebracht. „Coole Aktion“ oder „Respekt für soviel Ehrlichkeit, ihr habt keinen einfachen Job – ich habe da vollstes Verständnis“ lauteten die Kommentare beispielsweise.

Thiel ist seit einem halben Jahr DHL-Paketbote, und gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit und während der Corona-Pandemie, in der die Kunden oft online bestellen, statt in die Geschäfte zu gehen, seien es manchmal Hunderte von Paketen, die er pro Tag zustellen müsse. Besonders in einem Ballungsgebiet wie Scharnhorst-Ost mit seinen vielen Hochhäusern kommt einiges zusammen. Und abends – sein Arbeitstag dauert manchmal bis 19 Uhr – sei er oft einfach nur fertig, und der Rücken tue ihm weh. Besonders die schweren 31,5-Kilogramm-Pakete mit Tierfutter oder Katzenstreu seien es, die ihm zu schaffen machen.

Auf der Treppe entgegenkommen

Insgesamt wünscht sich Thiel etwas mehr Unterstützung seitens der Paket-Empfänger. Hilfreich wäre es zum Beispiel, wenn diejenigen, die auf Pakete warten, zu Hause anzutreffen wären – oder wenn sie dem Boten auf der Treppe im Hausflur ein Stück entgegenkommen würden. Manche öffnen auch nicht ihre Wohnungstüren, sodass der Bote nicht weiß, wo in einem Haus der Empfänger genau wohnt.

Mit Paketen ohne Ende haben es die DHL-Paketzusteller in der Vorweihnachstzeit zu tun. Auch die Corona-Pandemie hat daran ihren Anteil
Mit Paketen ohne Ende haben es die DHL-Paketzusteller in der Vorweihnachstzeit zu tun. Auch die Corona-Pandemie hat daran ihren Anteil. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

An einem bestimmten Haus auf seiner Tour gibt es eine Besonderheit, die ihm das Leben erschwert. Wenn Thiel alle drei Klingeln drückt, kann nur derjenige den Türöffner betätigen, bei dem er zuletzt geschellt hat. Wenn nun gerade der nicht zu Hause ist, gibt‘s für Thiel keine Chance, ins Haus zu gelangen – außer er klingelt erneut.

All das kostet Zeit, und manchmal bleibe eben nur die Möglichkeit, eine Zustellungsbenachrichtigung zu schreiben und das Paket wieder mitzunehmen, obwohl der Empfänger vielleicht doch zu Hause war. Andererseits erhalte er auch viele nette Reaktionen von den Kunden.

Dennoch: Oft bringen die einzelnen Boten viele Pakete abends zurück in die Postfilialen, sodass die Kunden sie von dort abholen müssen. Vielfach fehlt es in den Filialen schlicht an Platz, die vielen Pakete zu lagern.

Eine sportliche Herausforderung

Trotz allem: Heintje Thiel mag seinen Job, und er lobt seinen Arbeitgeber, der bereits reagiert habe und auf einigen Touren zur Entlastung mehr Mitarbeiter eingesetzt habe. Thiel möchte weiter Paketbote bleiben. Er sagt: „Ich sehe das als sportliche Herausforderung und möchte jeden Tag besser werden.“ Aber er gibt zu, sich jetzt auf den Januar zu freuen, wenn es wieder weniger Pakete gibt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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