Zur Premiere der Plauderbank hat sich Sozialarbeiterin Carina Duchale ein kleines Programm ausgedacht: Karten mit verschiedenen Motiven boten Gesprächsanreize. © Sylva Witzig
AWO-Aktion

Die Plauderbank: Storys von der Waffel-Fee und gemischten Tüten

Rollschuhe, Hula-Hoop-Reifen, Gemischte Tüten: Wer sich auf die Plauderbank setzt, hat allerlei zu erzählen. Zur Eröffnung in Asseln fand sich eine muntere Damengruppe zusammen.

Vor der AWO-Begegnungsstätte in Asseln steht seit einigen Tagen eine neue Sitzbank. Auf der sollen die Menschen aus dem Bezirk zusammenfinden. Wer sich dort hinsetzt, signalisiert: „Ich will plaudern!“ Bei der Auftaktveranstaltung waren mehr Asselner vor Ort, als die Bank Platz bietet – so wurde ein fröhlicher Stuhlkreis daraus.

Um die Gespräche ins Rollen zu bringen, hat Carina Duchale vom Diakonischen Werk einige Themen vorbereitet – und allerlei Süßkram mitgebracht. In einem Dortmund-Quiz wurden die Seniorinnen auf die Probe gestellt und sahnten für jede richtige Antwort eine Süßigkeit ab. „Natürlich alles für die Nachbarskinder“, scherzte die Dame, die mit Abstand die meisten Gummibärchen und Schokoriegel ergattern konnte.

Rentnerinnen sind bereits miteinander vernetzt

Doch was sind die Gründe dafür, die Plauderbank zu stürmen? „Nachdem ich nicht mehr auf meine Enkel aufpassen musste, war mir langweilig.“ Oder: „Ich suche Leute zum Spielen, Plaudern und Kaffeetrinken, aber auch zum Rumblödeln. Wer mich ernst nimmt, ist selber Schuld.“ So lauteten zwei der Begründungen der Teilnehmerinnen – ein Mann hatte sich zum Start nicht auf die neue Plauderbank gesetzt.

Die Damen kannten sich bereits aus der AWO-Begegnungsstätte und haben zum Teil schon Spitznamen, wie die „Waffel-Fee“, die alle zwei Wochen beim Waffel-Essen für die Verpflegung sorgt. Die Rentnerinnen hoffen, durch die Plauderbank in den kommenden Wochen viele neue Gesichter zu sehen. Eine Bank bleibt für das spontane Gespräch vor der Begegnungsstätte an der Flegelstraße 42 stehen, eine zweite kann gemietet werden.

Eine der Plauderbänke bleibt vor der AWO-Begegnungsstätte an der Flegelstraße 42 Straße
Eine der Plauderbänke bleibt vor der AWO-Begegnungsstätte an der Flegelstraße 42 stehen. © AWO © AWO

Geschichten von gemischten Tüten und Rollschuhen

„Wisst ihr noch, als man für 10 Pfennig noch eine gemischte Tüte bekam? Da gab’s drei Salmiakpastillen für einen Pfennig“, begann eine der Damen zu plaudern. Und so begann ein Gespräch, das auch gewissermaßen eine bunte Tüte war.

Die Damen packten Anekdoten aus ihrer Jugend aus: „Damals, als es noch so schwere Eisenrollschuhe gab, sind mir die Schnürsenkel gerissen. Ich hasste Pflaumen und meine Mutter hatte gerade welche eingekocht. Da hab ich mir die Gummidichtungen aus den Pflaumengläsern genommen, die in die Schuhe gesteckt und bin losgefahren. Natürlich fiel das auf und ich musste zur Strafe drei Tage lang Pflaumen essen.“

Eine andere erzählte: „Früher hatten wir einen Hula-Hoop-Reifen, da mühten wir Kinder uns mit ab. Mein Vater, groß und stämmig, probierte es aus und es klappte super – weil er den Reifen auf seinem Bierbauch ablegen konnte.“

Jung und Alt sind jedenfalls auf der Plauderbank willkommen: Wer plaudern will, ist dort an der richtigen Adresse.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
Zur Autorenseite
Sylva Witzig

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.