Seit über einem Jahr kann man in der Praxis Hofmann fürs Kinderhospiz spenden. Insgesamt 11 Spendendosen sind im Dortmunder Osten verteilt. Doch die müssen nun besonders gesichert werden: Ein Dieb hat es auf die Spenden abgesehen. © Tischer
Dritte Dose entwendet

Dieb stiehlt Spenden für todkranke Kinder – „Ich hoffe, dass er sich schämt“

Ein Dieb im Dortmunder Osten ist hinter Spendengeldern her: Kürzlich hat er oder sie schon die dritte Dose gestohlen. Die Spenden hätten die letzten Tage von todkranken Kindern versüßen sollen.

Seit über einem Jahr wird an vielen Stellen entlang des Hellwegs für das Kinderhospiz Sonnenherz in Westrich gesammelt. Initiatorin Susanne Weiß bietet bunt bemalte Steine im Tausch gegen eine Spende an – wer etwas in die Spendenbüchse wirft, kann sich einen Stein mitnehmen.

Das Angebot wurde bisher super angenommen. Die Podologie-Praxis Hofmann etwa wird alle zwei Wochen mit neuen Steinen versorgt. Diese Spendenbereitschaft wurde nun dreist ausgenutzt.

Wie immer nach ihrer Fußpflege-Behandlung wollte eine Stammkundin eine Spende in die kleine runde Spendendose am Eingang werfen. Doch die Dose war nicht an ihrem Platz. Fußpflegerin Ramona Tischer, Angestellte in der Praxis Hofmann, dachte zuerst an nichts Böses – möglicherweise hatte die Initiatorin der Spendenaktion die Dose schon abgeholt.

Doch die verneinte das. Die Dose wurde geklaut – und das war kein Einzelfall.

Tür stand zum Lüften offen

„Man sagte mir, dass bereits zwei Dosen geklaut wurden. Susanne Weiß hat nach unserem Fall direkt die zehn anderen Spendendosen-Standorte informiert und darum gebeten, die Dosen zu sichern“, so Tischer. Mit einem der Standorte hatte Tischer Kontakt – dort werde vermutet, dass es sich um ein Pärchen Mitte 20 handle, doch stichhaltige Beweise habe man nicht.

In der Praxis Hofmann tappt man völlig im Dunkeln, wer die Dose gestohlen haben könnte – zum corona-konformen Lüften stehe die Tür regelmäßig offen. Da könne jeder hereinkommen. Eine Überwachungskamera gebe es nicht. „Unsere Patienten sind es sicherlich nicht gewesen“, meint Tischer, „Leute, die eine medizinische Fußpflege brauchen, sind in der Regel älter. Die würden nicht damit abhauen.“

„Dem Dieb mögen die Hände abfallen“

Rund 200 Euro waren bei der letzten Leerung Anfang August in der Dose – wie viel der Dieb nun ergaunert hat, ist nicht klar. Sowohl die Patienten als auch die Angestellten der Praxis sind jedenfalls empört über die Tat.

„Uns fehlen alle Worte. Stehlen ist schon schlimm genug, aber dann auch noch Spenden zu nehmen, das setzt eine Schippe oben drauf“, sagt Tischer und fügt hinzu: „Wie kann man nur das Geld von den Kindern nehmen, deren Tage gezählt sind? Dem Dieb mögen die Hände abfallen. Ich dachte, mit 47 hätte ich viel gesehen und eine Menge Menschenkenntnis, aber so etwas kann ich absolut nicht verstehen.“

Direkt nach dem Diebstahl wurde eine neue Dose aufgestellt, die beinahe genau so aussieht wie die Alte. Geklaut werden kann die nicht mehr, sie ist nun mit einem Schloss gesichert. „Ich hoffe, dass der Dieb das hier liest und sich schämt und reumütig das Geld zurückgibt“, so Tischer.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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