Sorgt die steigende Impfquote für stagnierende Infektionszahlen in manchen Stadtbezirken? © picture alliance/dpa/EUROPA PRESS
Corona-Fälle

Dortmunder Bezirk wurde vom Corona-Hotspot zum Niedrig-Inzidenz-Gebiet

Ein Stadtbezirk sticht bei den Corona-Zahlen heraus: Zu Beginn der Pandemie schnellten die Corona-Zahlen in die Höhe, jetzt infizieren sich nur noch vereinzelt Menschen dort. Warum? Eine Spurensuche.

Lange gehörte der Stadtbezirk zu den am stärksten von Corona betroffenen, nun stagnieren die Corona-Zahlen beinahe:

Nur 7 Personen haben sich nach Zahlen der Stadt Dortmund binnen eines Monats (vom 14. Juni bis 12. Juli) im Stadtbezirk Eving mit Corona angesteckt, ähnlich viele wie in Lütgendortmund (6) und Brackel (8) – 50 waren es in der Nordstadt, mit einer Differenz von 1,2 Prozent zum Vormonat.

In Eving sind es 0,3 Prozent. Dabei gehörten sowohl die Nordstadt als auch Eving in der Vergangenheit zu den Bezirken, die am stärksten betroffen waren.

Woran mag das liegen? Sind die Evinger durchgeimpft? Wird weniger getestet?

„Die Testzahlen gehen runter. Das liegt auch daran, dass viele geimpft sind. Aber das wird ja in jedem Stadtteil so sein, das kann man nicht so pauschal sagen“, sagt eine Apothekerin der Apotheke im PüD. Auch andere Apotheker halten sich auf unsere Nachfrage mit Erklärungen zurück.

Impf-Pause in der Ferienzeit

Der Allgemeinmediziner Dr. Awni Dweik impft indes fleißig weiter: Zweimal die Woche impft er rund 120 Patienten, wird nun aber bis zum Ende der Ferien pausieren, weil während der Ferienzeit Termine vermehrt nicht wahrgenommen wurden: „Letzten Donnerstag musste ich zehn Impfdosen wegwerfen“, sagt er, „daher werde ich erst nach den Ferien weiter impfen.“

Interesse sei weiterhin vorhanden, doch er gehe davon aus, dass durch die zahlreichen Sonderimpfaktionen bald alle geimpft seien, die möchten. „Meine Patienten habe ich jedenfalls bald durch“, sagt er.

Während die Infektionszahlen in der Nordstadt weiter ansteigen, stagnieren sie in Eving beinahe. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Er habe beobachtet, dass weniger Patienten mit Symptomen in die Praxis kommen – das läge aber auch daran, dass die Angst vor Corona nicht mehr so groß sei.

Inzwischen seien die Patienten bei Halskratzen oder anderen Erkältungssymptomen nicht mehr so beunruhigt. Schnelltests führt er nicht durch, allerdings geht er nicht davon aus, dass weniger getestet wird – schließlich brauche man für viele Reiseziele ein negatives Testergebnis.

Keine stadtteilbezogenen Daten zu Impfungen und Tests

Mit Zahlen belegen lässt sich der Impfstatus der Evinger jedenfalls nicht, denn die KVWL schlüsselt die Impfdaten nicht nach Stadtteilen auf. Auch die Zahl der durchgeführten Corona-Tests lässt sich aufgrund der vielen privaten Teststellenbetreiber nicht ermitteln.

Die Stadt mahnt trotz der positiven Entwicklung der Zahlen weiterhin zur Vorsicht – vor allem aufgrund der deutlich ansteckenderen Delta-Variante. Die häufigsten Ansteckungen geschehen weiterhin im familiären Umfeld, der Arbeit und in Gemeinschaftseinrichtungen.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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