Jürgen Theuerl von Alemannia Scharnhorst zeigt das Fenster neben der Eingangstür zum Vereinsheim, das die Täter aufgebrochen haben. © Andreas Schröter
Einbruch und Diebstahl

Dortmunder Fußballverein wurde Opfer eines brachialen Einbruchs

Das Vereinsgelände von Alemannia Scharnhorst liegt am Holzgraben äußerst abgelegen. Das garantiert Ungestörtheit, aber als Kehrseite der Medaille ist der Verein oft Ziel von Einbrechern.

Als die Mitglieder vom Dortmunder Sportverein Alemannia Scharnhorst am 5. Dezember ihr Vereinsheim am Holzgraben betraten, war das Entsetzen groß. Unbekannte hatten das Heim nicht nur stark verwüstet, sondern auch wertvolles Interieur wie einen Beamer, eine Musikbox, einen Laptop, einen Glühweinkocher mit Topf und ein Sparschwein der Jugendabteilung mit etwa 200 Euro Bargeld gestohlen, um nur einiges zu nennen.

Schranktüren waren nicht nur geöffnet, sondern komplett herausgerissen worden. Kaffeepakete, Bier-, Cola- und Spritekästen fehlten in großen Stückzahlen.

Um die vom Vereinsgelände zu schaffen, haben die Täter einen Bottich an den Zaun gestellt und müssen alles über ihn als Trittleiter hinübergewuchtet haben. Kassierer Jürgen Theuerl wundert sich über die Energie, die die Täter dabei an den Tag gelegt haben.

Auch eine Scheibe auf dem Vereinsgelände am Holzgraben schlugen die Täter ein
Auch eine Scheibe auf dem Vereinsgelände am Holzgraben schlugen die Täter ein. © Alemannia Scharnhorst © Alemannia Scharnhorst

Sie brachen auch die Türen zum Trikot- und Ballraum sowie zum Kabinentrakt auf und schlugen eine Scheibe ein. Laut Theuerl schätzt die Polizei, dass mindestens drei oder vier Täter mit großer Gewalt am Werk gewesen sein müssen.

Theuerl geht nicht davon aus, dass es sich bei den Tätern um Menschen handelt, die sich im Verein auskennen, denn sonst hätten sie erstens andere Wege genommen und hätten zweitens gewusst, dass in manchen der aufgebrochenen Räume nichts zu holen ist.

Problem an dem Vereinsgelände am Holzgraben ist, dass es sehr abgelegen ist. Nachts ist dort in aller Regel niemand. Ab und zu kommen allerhöchstens verliebte Paare in die Nähe, die im Auto ein Schäferstündchen verbringen möchten.

Dennoch haben die Täter einen Teil ihres Einbruchswerkzeugs im Vereinsheim zurückgelassen. Vielleicht seien sie also doch in irgendeiner Weise bei ihrer Tat gestört worden. Die Alarmanlage könne es jedenfalls nicht sein. Die sei mit einer Sicherheitsfirma verbunden, die momentan wegen Corona nicht arbeite.

Insgesamt schätzt Theuerl den Schaden auf rund 3000 Euro. Was davon die Versicherung übernehme, müsse man abwarten. Gottseidank seien die Vereinsmitglieder an den Tagen nach dem Einbruch sehr engagiert gewesen und hätten die gröbsten Schäden beseitigt.

So sah's im Vereinsheim von Alemannia Scharnhorst nach dem Einbruch aus
So sah’s im Vereinsheim von Alemannia Scharnhorst nach dem Einbruch aus. © Alemannia Scharnhorst © Alemannia Scharnhorst

Der Vereinsvorstand denkt nun nach Beratung mit der Polizei über die Anschaffung einer Überwachungskamera nach.

Zu allem Überfluss kommt noch die Corona-Krise hinzu, die auch Alemannia Scharnhorst trifft. Man habe momentan eben keinerlei Einnahmen zum Beispiel durch Eintrittskarten oder den Getränkeverkauf bei Spielen, müsse aber weiter Strom, Heizung und Wasser bezahlen.

Auch seien 10 bis 15 Mitglieder (von 250 insgesamt) ausgetreten, weil sie den Mitgliedsbeitrag von monatlich 8 Euro nicht zahlen wollen, wenn ihnen dafür nichts geboten wird.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
Zur Autorenseite
Andreas Schröter

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.