Sabine Fischer steht hinter dem Tresen des Kirchderner Ecks am Karrenberg. Sie wollte sich nur auf Abstand und hinter der Corona-Schutzfolie fotografieren lassen. © Andreas Schröter
Coronavirus

Dortmunder Traditionskneipe will mit „Essen to go“ durch die Krise

Zu den vielen Gastronomie-Betrieben, die derzeit geschlossen sind, gehört auch das Kirchderner Eck. Köchin Sabine Fischer und ihre Tochter Kim kommen trotzdem einigermaßen durch die Krise.

Sabine Fischer (57), Köchin im Kirchderner Eck, ist sicher: „Ich hatte schon im vorigen Dezember Corona, als noch niemand wusste, dass es das überhaupt gab.“ Sie habe alle typischen Symptome gehabt: trockenen Husten, hohes Fieber, Atemnot, Blutergüsse und so weiter. „Lustig war das nicht“, sagt sie. Und noch heute habe sie Schwierigkeiten, kleinste Treppen zu steigen.

Untersuchen lassen habe sie das nie. Möglich wäre es: Einige teils umstrittene Studien legen nahe, dass Sars-Cov-2 bereits im September 2019 in Europa kursiert haben könnte. Der Ausbruch im Frühjahr 2020 wäre dann wahrscheinlich auf eine Mutation des Virus zurückzuführen, die es ansteckender gemacht hat.

Beliebter Treffpunkt für Kirchderner

Die Kneipe am Karrenberg, die Sabine Fischers Tochter Kim gepachtet hat, ist sonst ein bei Kirchdernern beliebter Treffpunkt. Momentan ist sie geschlossen.

Die Kirchderner unterstützen Sabine Fischer in diesen schwierigen Zeiten, dafür bedankt sie sich. Teil dieser Unterstützung sei auch das „Essen to go“, das sie montags, mittwochs, freitags und am Wochenende von 10 bis 13.30 Uhr macht.

Eine Graupensuppe für 7,90 Euro, Wiener Schnitzel mit Pommes für 10 Euro oder Spaghetti Bolognese für 10,90 Euro sind nur einige der vielen Angebote auf der Speisekarte. Man muss allerdings vorbestellen. Das geht unter Tel. 0176-31557011.

Ein beliebter Treffpunkt für die Anwohner ist das Kirchderner Eck in Nicht-Coronazeiten
Ein beliebter Treffpunkt für die Anwohner ist das Kirchderner Eck in Nicht-Corona-Zeiten. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Beim ersten Lockdown im Frühling habe sie richtig Panik gehabt, sagt sie, inzwischen habe sich das gelegt – und das nicht nur wegen des Zuspruchs für ihr „Essen-to-go-Angebot“.

Finanzielle Hilfe vom Land NRW

Kim Fischer habe im Frühling bereits wenige Tage nach Antragstellung die Hilfe von 9000 Euro erhalten. Auch erstatte ihr das Land NRW Pacht, Strom, Telefon und Gas.

„Ohne Speisekarte wäre es allerdings schwierig, über die Runden zu kommen“, sagt Sabine Fischer. In Kirchderne habe es zugegeben etwas gedauert, bis die Menschen erkannt haben, wie gut die Küche im Kirchderner Eck sei – aber nun laufe das.

Nach dem Ende des ersten Lockdowns hatte das Kirchderner Eck – wie alle anderen Gastronomie-Betriebe – bis zum 2. November geöffnet. Allerdings habe sie die Angst der Menschen vor dem Virus gespürt. War die Außengastronomie an wärmeren Tagen noch gut besucht, brach der Gästezustrom ab, sobald es etwas kühler wurde. Niemand wollte sich in Innenräumen aufhalten.

Nun hofft Sabine Fischer auf 2021. Und weil sie davon ausgeht, dass die Pandemie noch ein Weilchen anhalten wird, wolle sie vor der Kneipe ein großes beheizbares Zelt aufstellen, um mehr Sitzplätze mit Abstand anbieten zu können.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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