Wibke Danckert hilft an der ehemaligen Hauptschulte Derne beim Verladen der Krankenhausbetten und anderer medizinischer Gegenstände. © Andreas Schröter
Afrikahilfe

Dortmunder unterstützen Senegal mit Spende im Kampf gegen Corona

Afrikanische Länder wie Senegal leiden an medizinischer Unterversorgung, was besonders in der Corona-Krise zum Problem wird. Ein Dortmunder Verein versucht zu helfen.

Safietou Gueye, die Ehefrau des ehemaligen senegalesischen Botschafters Momar Gueye, war vor einigen Tagen zu Gast in der ehemaligen Hauptschule Derne an der Altenderner Straße. Sie vertrat ihren Mann, der anderweitig beschäftigt war. In Derne hat der Verein „Aplerbecker helfen mit Herz“ sein Depot für Spendenartikel, die nach Afrika gehen.

Anlass des prominenten Besuchs war der nun schon elfte Hilfsgüter-Transport, der sich von Derne nach Antwerpen auf den Weg gemacht hat, um dort Richtung Senegal verschifft zu werden. In vier Wochen wird er in Afrika ankommen.

40 Krankenhausbetten und Desinfektionsmittel

Mit an Bord sind diesmal medizinische Geräte wie 40 Krankenhausbetten, Nachttische und Desinfektionsmittel, die im Einsatz gegen die Corona-Pandemie in Senegal dringend gebraucht werden.

Safietou Gueye berichtet davon, dass Senegal derzeit Anlaufstelle und Durchgangsstation von vielen Flüchtlingen aus Nachbarländern wie Mali, Guinea oder Mauretanien sei, was besonders in der Corona-Pandemie die medizinisch ohnehin angespannte Situation vor Ort weiter verschärfe. Die Hilfsaktion aus Dortmund bezeichnet sie als „magnifique“ – großartig.

Safeitou Gueye (3.v.l.), Frau des senegalesischen Botschafters in Deutschland stattete dem Verein
Safeitou Gueye (3.v.l.), Frau des senegalesischen Botschafters in Deutschland stattete dem Verein “Aplerbecker helfen mit Herz” einen Besuch ab. Unser Foto zeigt außerdem den Schatzmeister des Vereins, Heinz Helmut Bussemas, Silke Breuer vom Klinikum Vest, Peter Brauweiler von der Kolpingsfamilie Seppenrade und Vereinsmitglied Abasse So. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Die Transportkosten übernimmt die gemeinnützige Organisation „Engagement Global“ aus Bonn, ein großer Teil der Spendenartikel kommt vom Klinikum Vest mit Sitz in Recklinghausen und Marl sowie von den Ludgerus-Kliniken in Münster. Vertreter beider Organisationen waren ebenfalls zu Gast in Derne. Auch die Kolpingsfamilie Seppenrade ist in Form von Hilfen beim Transport an der Aktion beteiligt. Die Sparkasse Dortmund hat ebenfalls mit 3000 Euro geholfen.

Verbindung zum Flüchtlingsheim in Derne

„Aplerbecker helfen mit Herz“ hat Wibke Danckert vor fünf Jahren zunächst als Initiative gegründet. Später wurde daraus ein eingetragener Verein. Die Verbindung nach Derne entstand durch den Leiter des DRK-Flüchtlingsheims an der Nierstefeldstraße, Abasse So, der aus Senegal stammt. So hat auch das mittlerweile nicht mehr existierende Flüchtlingsheim in der ehemaligen Hauptschule Derne sowie ein weiteres Heim in Aplerbeck geleitet. Über Letzteres haben sich die beiden Akteure kennengelernt.

Sie haben in der Vergangenheit mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer bereits eine große Menge an medizinischem Bedarf wie Betten, Rollatoren, Rollstühle, aber auch hochwertiges technisches Gerät wie Wärmebettchen für Neugeborene oder Strahler nach Afrika verschifft. Auch Kinderspielzeug wie Kuscheltiere war dabei. Im März wollte Wibke Danckert selbst nach Senegal fliegen. Das musste aus Corona-Gründen jedoch ausfallen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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