Hans-Walter von Oppenkowski und heide Kröger-Brenner sind auf der Suche nach ehemaligen Lehrern, die ihr Projekt "Anpfiff zur Vielfalt & Integration" unterstützen möchten. © Andreas Schröter
Brackel 61

Dringend gesucht: Ehemalige Lehrer sollen Lerndefizite mildern

Das Projekt „Anpfiff zur Vielfalt & Integration“ läuft bei Brackel 61 schon einige Jahre. Nun wird es wichtiger denn je, denn Corona hat Wissenslücken bei Schülern gerissen.

Nach der langen Distanzunterricht-Phase sieht es in Sachen Schule und Lernen momentan für viele Schüler katastrophal aus. Das sagt Hans-Walter von Oppenkowski, der seit 2017 auf der Anlage von SF Brackel am Brauksweg das Projekt „Anpfiff zur Vielfalt & Integration“ betreibt, mit dem er – kombiniert mit den Fußball-Trainingszeiten der Jugendteams – Kindern mit Lernschwächen unter die Arme greift.

Gemeinsam mit der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Heide Kröger-Brenner (Bündnis 90/Die Grünen), einer ehemaligen Lehrerin, will er das Projekt nun nach den Sommerferien intensivieren.

Beide weisen darauf hin, dass unbedingt weitere pädagogische Hilfe von freiwilligen Lehrern benötigt wird – auch vor dem Hintergrund, dass sich das Angebot des Schulergänzungsunterrichtes ebenfalls an bedürftige Schüler außerhalb des Vereins richtet. „Und niemand muss danach in den Verein eintreten“, so von Oppenkowski.

Team will sich gesellschaftlichen Herausforderungen stellen

„Ich fände es ausgesprochen gut, wenn sich weitere ehrenamtliche Lehrkräfte finden würden, um sich mit uns den gesellschaftspolitischen Herausforderungen zu stellen. Schließlich sind wir alle ein Teil dieser Gesellschaft und können auf dieser Art und Weise der Gesellschaft auch einen Teil dessen, was sie uns in unserem Leben geboten hat, wieder zurückgeben“, sagt er.

Der Schulergänzungsunterricht findet auf der Anlage von SF Brackel 61 - den Dortmunder Löwen - in modernen Räumen statt
Der Schulergänzungsunterricht findet auf der Anlage von SF Brackel 61 – den Dortmunder Löwen – in modernen Räumen statt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben erklärt, so berichtet er weiter, dass die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen sei und damit im Bereich der Effekte von Sommerferien liege.

Besonders stark seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus finanziell schwachen Familien. „Das betrifft selbstredend auch solche mit Fluchterfahrung und Migrationshintergrund“, fügt er hinzu. „Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet“, habe Prof. Andreas Frey von der Goethe-Universität erklärt.

Das entspricht auch der Erfahrung von Heide Kröger-Brenner und Hans Walter von Oppenkowski im Rahmen ihres Schulergänzungsunterrichtes während der Hochphase der Corona-Zeit. Jetzt in den Sommerferien wollen sie Eltern und Schüler ansprechen, um dann nach den Ferien rund um die Trainingszeiten am Brauksweg durchzustarten.

Es werden neben Deutsch, Mathe und Englisch auch weitere Schulfächer angeboten. Wer in dem Projekt als Lehrkraft ehrenamtlich mitarbeiten möchte, ist aufgerufen sich bei Heide Kröger-Brenner (0157-54124399) telefonisch oder per Whatsapp für diese Aufgabe zu melden.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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