Schön sieht anders aus. Die neue Rampe am Kurler Bahnhof scheint Graffiti-Sprayer geradezu magisch anzuziehen. © Andreas Schröter
Deutsche Bahn

Exkremente und Graffiti am Bahnhof Kurl: Jetzt sollen Kameras helfen

Die Rampe am Kurler Bahnhof ist immer wieder Ziel von Graffiti-Schmierern. Dagegen sollen bald wieder Kameras helfen. Die Zukunft des maroden Gebäudes ist hingegen weiter ungeklärt.

Der schlimme Zustand des Bahnhofs in Dortmund-Kurl bleibt ein Dauerthema. Was an der noch relativ neuen Rampe links neben dem Bahnhofsgebäude besonders auffällt, sind neben einem penetranten Gestank nach Exkrementen eine Vielzahl an Graffiti-Schmierereien.

Die Bahn gibt zwar durch einen ihrer Sprecher in Düsseldorf an, solche Verunstaltungen regelmäßig zu entfernen, aber kaum ist das geschehen, reizen die schneeweißen Wände dieses Aufgangs die Szene erneut, aktiv zu werden.

Über drei Millionen Euro Kosten in NRW

„Das kommt leider immer wieder vor“, sagt auch der Bahnsprecher, „wir geben jährlich 3,6 Millionen Euro für die Beseitigung solcher Schäden an den NRW-Bahnhöfen aus.“ Besonders schnell gehe eine solche Graffiti-Entfernung, wenn es sich um verfassungsfeindliche Symbole wie Hakenkreuze handele.

An Renovierungsbedürftigkeit kaum zu überbieten ist nach wie vor das Bahnhofsgebäude
An Renovierungsbedürftigkeit kaum zu überbieten ist nach wie vor das Bahnhofsgebäude. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Ein Kurler Bürger beklagt sich im sozialen Netzwerk Facebook darüber, dass neulich der Aufzug, der zu den Gleisen führt absichtlich so manipuliert worden sei, dass sich die Tür oben immer wieder öffnete und schloss, sodass eine Benutzung ausgeschlossen war.

Das bestätigt der Bahnsprecher: „Darunter leiden natürlich die Fahrgäste“ – schließlich sichert er die Barrierefreiheit. Fällt er aus, muss auf dem Weg zu und von den Gleisen eine Treppe überwunden werden. Aber momentan funktioniert der Aufzug wieder.

Kameras waren schon einmal da, wurden aber abgebaut

Besagter Kurler Bürger fragt auch, warum denn die Überwachungskameras abgebaut worden seien. Sie seien im Zuge des Rampenbaus und der Modernisierung des Bahnsteigs entfernt worden, sagt der Bahnsprecher, sollen aber demnächst neu installiert werden.

Ob das wirklich geschehe, entscheide jedoch die Bundespolizei auf Grundlage der Kriminalitätsstatistik. Ein kleinerer Bahnhof wie der in Kurl habe das Problem der fehlenden sozialen Überwachung. An einem Ort wie dem Hauptbahnhof in Köln habe die Bahn keine Probleme mit Graffiti, weil dort Tag und Nacht Menschen unterwegs sind, sodass die Sprayer nie ungestört seien.

Auch der Aufzug ist immer wieder Ziel von Vandalismus und Farbschmierern
Auch der Aufzug ist immer wieder Ziel von Vandalismus und Farbschmierern. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Ein ungelöstes Problem ist nach wie vor das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude. Bekanntlich wollte es die Firma „Fensterbahnhof Westhofen“ erwerben, um es danach aufwendig zu sanieren. Das scheiterte jedoch an dem Wunsch der Bahn, das Gebäude in einigen Jahren zurückfordern zu können, falls es doch noch gebraucht werde oder falls es für einen Streckenausbau weichen muss.

Darauf wollte sich die Schwerter Firma nicht einlassen. Mitinhaber Rolf Hohmann sagt: „Wir sanieren doch nicht das Gebäude für 1 Million Euro, nur um es wenig später wieder an die Bahn zurückgeben zu müssen.“ Bekanntlich setzt sich in Kurl seit vielen Jahren eine Bürgerinitiative für den Erhalt des Gebäudes ein.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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