Norbert Senge (r.) ist unzufrieden mit der Situation für Radfahrer im Bereich des Scharnhorster Bahnhofs. Bezirksbürgermeister Werner Gollnick hat Verständnis für den Ärger Senges und regt einen Ortstermin an. © Andreas Schröter
Bahnhof Scharnhorst

„Fahr auf den Bürgersteig!“: Brücke ist Konfliktherd für Rad- und Autofahrer

Im Bereich der Brücke über den Bahnhof Scharnhorst ist die Flughafenstraße ein Nadelöhr. Nicht immer verläuft die Begegnung zwischen Radfahrern und Autofahrern freundlich.

Norbert Senge ist passionierter Radfahrer, doch nicht immer macht ihm sein Hobby Freude. Er berichtet von folgender Begebenheit: „Ich befinde mich auf dem Radfahrschutzstreifen der Flughafenstraße in Richtung Scharnhorst. In Höhe der Bahnüberführung ist der Radweg nicht mehr vorhanden. Auf der Brücke und in der nachfolgenden Kurve versucht mich eine Autofahrerin (mit Kind auf dem Beifahrersitz!) in circa 20 Zentimeter Abstand zu überholen.“

Bekanntlich gelte mittlerweile das Gebot zur Einhaltung von 1,50 Metern Abstand zu einem Radfahrer. Und Senge weiter: „Während des Überholvorganges blökt sie mich durch das geöffnete Beifahrerfenster an: ,Fahr‘ auf den Bürgersteig!‘“

Der Gehweg dort ist seit Jahren kein kombinierter Geh-/Radweg mehr. Erst im weiteren Verlauf der Strecke Richtung Scharnhorst dürfen Radfahrer auch den Gehweg mitbenutzen, wie es ein entsprechendes Schild ausweist. Allerdings erweisen sich die dort stehenden Laternen als Hindernis.

Senge weiter: „Ich hätte einen Vorschlag für die freundliche Autofahrerin: Mal einen Tag mit mir auf dem Fahrrad durch Dortmund. Da könnte sie mal sehen, wie drollig es auf Dortmunds Radwegen zugeht. Aber wahrscheinlich gehört sie zu der Sorte Autofahrer, die Geh- und Radwege als Parkfläche und die Schutzstreifen als Dauerfahrspur nutzen.“

Handelt es sich hier - auf der Flughafenstraße im Kurvenbereich Richtung Scharnhorst kurz vor der Bahnüberführung - um eine gestrichelte oder um eine durchgezogene Linie, die lediglich etwas schadhaft ist? Wenn Letzteres der Fall ist, muss sie ausgebessert werden
Handelt es sich hier – auf der Flughafenstraße im Kurvenbereich Richtung Scharnhorst kurz vor der Bahnüberführung – um eine gestrichelte oder um eine durchgezogene Linie, die lediglich etwas schadhaft ist? Wenn Letzteres der Fall ist, muss sie ausgebessert werden. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Alternativ gebe es die Möglichkeit, bei Fahrschulen eine Nachschulung in theoretischem Unterricht zu absolvieren.

Bezirksbürgermeister Werner Gollnick (CDU) hat Verständnis für den Ärger Senges. Er regt an, den Gehweg auch auf der Brücke über dem Scharnhorster Bahnhof als gemeinsamen Rad- und Gehweg auszuweisen.

Möglich sei vielleicht auch, in diesem Bereich eine durchgezogene Linie zwischen die beiden Fahrstreifen zu ziehen, sodass Autofahrer nicht mehr auf die Gegenfahrbahn ausweichen könnten, um Radfahrer zu überholen und somit hinter den Radlern bleiben müssten.

Falls es dort schon immer eine durchgezogene Linie gab, ist sie zumindest so stark ramponiert, dass sie ausgebessert werden müsste. Gollnick regt zum Thema einen Ortstermin mit der Verwaltung an.

SPD-Ratsvertreter Olaf Schlienkamp sagt: „Die baulichen Gegebenheiten (Größe/Breite der Straße) führen leider dazu, dass es den Übergang zwischen Radschutzstreifen und normaler Fahrbahn gibt. Hier halte ich es für sinnvoll, mit der Stadtverwaltung vor Ort zu besprechen, ob es bauliche Möglichkeiten gibt oder eine Beschilderung möglich ist, die eine bessere Kennzeichnung ermöglicht.“

Das wolle er kurzfristig mit dem Tiefbauamt besprechen. Leider müsse man auch hier feststellen, dass die Straßenverkehrsordnung für viele nur eine Empfehlung und keine bindende Verordnung sei.

Im weiteren Verlauf der Flughafenstraße Richtung Scharnhorst dürfen Radfahrer den Gehweg mitbenutzen, wie das Schild ausweist. Norbert Senge wünscht sich eine solche Regelung auch für die Bahnüberführung weniger Meter vorher
Im weiteren Verlauf der Flughafenstraße Richtung Scharnhorst dürfen Radfahrer den Gehweg mitbenutzen, wie das Schild ausweist. Norbert Senge wünscht sich eine solche Regelung auch für die Bahnüberführung weniger Meter vorher. © Andreas Schröter © Andreas Schröter
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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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