Damir und Nadja Bralo - hier mit ihren Kindern Danko und Tija - führen an der Ecke Westkamp/Sendstraße einen Laden, der ein Mix aus Tante-Emma-Laden und Kiosk ist. © Andreas Schröter
Einzelhandel in Brackel

Familie Bralo führt Tante-Emma-Tradition am Westkamp weiter

Viele Brackeler erinnern sich an den Tante-Emma-Laden von Frank und Petra Schmidt am Westkamp / Ecke Sendstraße, der im Januar schließen musste. Nun gibt‘s gute Nachrichten.

Als am 15. Januar 2020 der Tante-Emma-Laden von Frank und Petra Schmidt an der Ecke Westkamp / Sendstraße schloss, war der Kummer unter den Brackelern groß.

Doch bereits seit dem 1. April gibt es mit Damir und Nadja Bralo ein Nachfolge-Paar, das aus dem Ladenlokal unter dem Namen „West-Markt“ einen Mix aus Kiosk und Tante-Emma-Laden gemacht hat.

Frische Eier und Kartoffeln

Vieles, für das der Laden der Schmidts bekannt und geschätzt war, gibt es dort auch weiterhin zu kaufen: frische Eier zum Beispiel, Kartoffeln und das gesamte Sortiment, was eben zu einem Tante-Emma-Laden gehört.

„Wenn ich das nicht angeboten hätte, hätte ich gleich einpacken können“, sagt Damir Bralo (42), dessen Eltern aus Kroatien stammen. Er selbst ist in Deutschland geboren worden.

So sieht der neue West-Markt an der Ecke Westkamp / Sendstraße von außen aus
So sieht der neue West-Markt an der Ecke Westkamp / Sendstraße von außen aus. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

„Ich selbst“, sagt Bralo, „habe damals den Zeitungs-Artikel über den Abschied der Schmidts gelesen und zu meiner Frau gesagt: ‚Mensch, wo kaufen wir denn jetzt ein?‘“.

Denn auch er sei früher ein guter Kunde der Schmidts gewesen. Irgendwann reifte dann der Gedanke heran: „Mensch, lass uns den Laden doch weiterführen.“ Früher habe er bei Vodafone gearbeitet, danach jedoch für einen Aufenthalt in Kroatien eine längere Auszeit genommen.

Umbau dauerte fünf Wochen

Fünf Wochen habe der gesamte Umbau gedauert, den er in Eigenregie gestemmt habe, so Bralo. Zum Beispiel gibt es die Fleischtheke nicht mehr. Er habe keine Erfahrung mit Fleisch, deswegen könne er solche Artikel nur vakuumiert – also in Folie eingeschweißt – anbieten.

Auch befindet sich die Kasse nicht mehr in der Mitte des Verkaufsraums. Dafür gibt‘s jetzt im Inneren mehr Platz, sodass auch Menschen mit Rollatoren bequem einkaufen können.

Damir Bralo gibt zu, dass das Geschäft bisher nur sehr schleppend angelaufen ist. Damit sich das Ladenlokal wirklich rentiert, müssen wesentlich mehr Kunden kommen. So schnell will das Paar nicht aufgeben.

Ein Teil der Flaute hänge sicherlich auch mit der Corona-Krise zusammen. Zum Beispiel gelte für die Bewohner des nahe gelegenen Altenheims immer noch ein Ausgangsverbot. Aber gerade die seien es gewesen, die früher zu den wichtigsten Kunden der Schmidts gehörten.

Aber es sei nicht allein das. Die Menschen haben offenbar eine Art nicht erklärbarer Scheu, den Laden der Bralos zu betreten. Doch, so versichert der Betreiber: „Wir sind lieb und nett.“

Gerne wolle er sein Geschäft wieder zu dem machen, was es früher war: zu einem Treffpunkt, an dem es nicht nur ums Einkaufen geht, sondern auch darum, mit den Nachbarn oder dem Ladeninhaber einen netten Plausch zu halten. Zu diesem Zweck hat Bralo auch zwei Tische nach draußen gestellt, an dem man Kaffee trinken kann.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
Zur Autorenseite
Andreas Schröter

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt