Die Container, die ab 2016 das Flüchtlingsheim Wickede an der Morgenstraße bildeten, werden abgebaut. Dort sollen ab 2022 Wohnungen entstehen. © Andreas Schröter
Neues Wohnviertel

Flüchtlingscontainer in Wickede werden abgebaut – Wohnungen entstehen

Wo einst ein ganzes Container-Dorf für Flüchtlinge stand, sollen nun 130 neue Wohnungen und ein Kindergarten entstehen. Erster Schritt dahin ist der Abbau der Container.

In Wickede geht nun endgültig ein Kapitel zu Ende, das vor fast fünf Jahren Aufregung, aber zugleich auch eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft im östlichsten Dortmunder Stadtteil ausgelöst hat: Die Flüchtlingscontainer an der Morgenstraße werden abgebaut. Darauf weist das ehemalige SPD-Ratsmitglied Friedhelm Sohn hin.

Auch Seniorenbeiratsmitglied Reinhard Preuß, der in unmittelbarer Nähe wohnt, hat beobachtet: „Die ersten Container um den Anmeldekomplex (seinerzeit mit Haus 1 bezeichnet) sind schon entfernt. Bei den noch stehenden Containern sind zum Teil die Stromzuführungen abgebaut.“

Wie Stadtsprecher Christian Schön mitteilt, sind die Container versteigert worden. Im ersten Quartal 2021 soll der komplette Abbau erledigt sein.

130 Wohnungen sind geplant

Das Gebiet, auf dem auch der alte Sportplatz des SV Dortmund 82 liegt, gehört zum Bebauungsplangebiet Br 213 – Pleckenbrink. Dort sollen 130 Wohnungen in einem Mix aus Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie eine Kindertagesstätte entstehen. Mit dem Bau der Häuser sei allerdings erst 2022 zu rechnen, so Schön weiter.

Auch der Sportplatz, auf dem früher der SV Dortmund 82 kickte, hat seine beste Zeit hinter sich. Er weicht ebenfalls dem Wohnungsbau.
Auch der Sportplatz, auf dem früher der SV Dortmund 82 kickte, hat seine beste Zeit hinter sich. Er weicht ebenfalls dem Wohnungsbau. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Der nächste Schritt ist nun zunächst die Bodenaufbereitung inklusive Bodendenkmalschutzuntersuchungen und vollständiger Entsiegelung der Flächen. Parallel erfolge die Erschließungsplanung durch die Stadtentwässerung und das Tiefbauamt (über ein externes Ingenieur-Büro) und anschließend ihre Realisierung.

Wohngruppen können sich auf Teil der Fläche bewerben

Eine Teilfläche ist schon jetzt für Wohngruppen ausgeschrieben. Dazu teilt die Stadt auf ihrer Website mit: „Bewerben können sich (inklusive) Wohnprojekte, Wohninitiativen, projektbezogene Genossenschaften und Baugemeinschaften, die Interesse an der Realisierung besonderer Wohnformen haben.“

Alle Wohnprojekt-Initiativen können wählen, ob sie das Grundstück kaufen oder in Erbpacht erwerben wollen. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Dezember. Kontakt: Manuela Gruner unter der Rufnummer 0231-50-23938 oder per E-Mail mgruner@stadtdo.de.

Das westliche Teilgebiet gehört der Firma Deutsche Reihenhaus, die vermutlich für einen größeren Abschnitt schon früher mit der Bebauung beginnen könne, da das Gebiet als erschlossen gelte, so Schön.

Gemäß Ratsbeschluss ist überall im Planungsgebiet ein Anteil von 25 Prozent an gefördertem Wohnraum zu berücksichtigen. Gegen diesen Punkt hatte sich die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Brackel vergeblich zur Wehr gesetzt. Da es bereits an anderen Stellen in Wickede sozialen Wohnungsbau gebe – zum Beispiel in der Meylantsiedlung – drohe ein soziales Ungleichgewicht in Wickede, so lautete die Begründung der Sozialdemokraten für dieses Ansinnen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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