Malgorzata Nikolaus hat Mühe, ihren Mann Fritz über die Huckelpiste namens Gehweg vor der Diakonie-Tagespflege an der Meuselwitzstraße zu bugsieren. © Andreas Schröter
Senioren in Dortmund

Gefährliches Pflaster für Rollstuhl- und Rollatorfahrer vor Tagespflege

Wer mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs ist, benötigt einen sicheren Untergrund. Ist das ausgerechnet vor einer Tagespflege-Einrichtung nicht der Fall, wird‘s heikel. Doch genau das ist in Alt-Scharnhorst so.

Malgorzata Nikolaus (64) bringt ihren demenzkranken Mann Fritz (76) gerne in die Tagespflege der Diakonie an der Meuselwitzstraße in Alt-Scharnhorst. Die Einrichtung entlastet sie als pflegende Angehörige und bietet ihr und ihrem Mann ein wenig Abwechslung vom häuslichen Einerlei.

Bevor sie jedoch den Eingang der Einrichtung erreicht, muss sie mit dem Rollstuhl, auf den ihr Mann angewiesen ist, ein Hindernis überwinden: den Gehweg vor dem Haus, der sich in einem äußerst desolaten Zustand befindet.

Seit drei Jahren Kampf um einen besseren Gehweg

Die Diakonie-Tagespflege existiert seit drei Jahren, und genauso lange kämpfen die Mitarbeiter um eine Sanierung des Gehwegs, wie Pflegedienstleiter Lars Grothe ausführt. Vergeblich.

Fast noch schwieriger und gefährlicher als für die Rollstuhlfahrer sei der Weg für Senioren, die auf einen Rollator angewiesen sind. „Wir lassen deswegen niemanden ohne Begleitung vor die Tür“, sagt Lars Grothe, „und bemühen uns auch, die Menschen vor der Tür abzuholen, wenn sie ankommen.“ Vermutlich nur deshalb sei es bis jetzt noch zu keinem Sturz gekommen.

In einem neuen Versuch, Bewegung in das Thema zu bekommen, haben sich die Einrichtungs-Mitarbeiter nun an die stellvertretende Scharnhorster Bezirksbürgermeisterin Andrea Ivo (SPD) gewandt. Sie war zwar telefonisch für die Redaktion nicht zu erreichen, habe den Tagespflege-Mitarbeitern aber zugesichert, sich des Problems anzunehmen, indem sie einen Antrag in die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Scharnhorst einbringen wolle.

Bis zu 32 Menschen werden hier betreut

Die Diakonie-Tagespflege, die täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet hat, hat in Nicht-Corona-Zeiten Platz für 17 Betreute. Man habe jedoch die Erlaubnis, so Lars Grothe, bis zu 20 aufzustocken. Während der Pandemie gibt es eine Notbetreuung mit maximal 12 Plätzen. Hinzu kommen 12 Mieter einer Demenz-WG, die ebenfalls im Haus untergebracht ist.

Pflegedienstleiter Lars Grothe und seine Stellvertreterin Julia Heyden bemühen sich seit drei Jahren und eine Sanierung des Gehweg vor der Diekonie-Tagespflege an der Meuselwitzstraße
Pflegedienstleiter Lars Grothe und seine Stellvertreterin Julia Heyden bemühen sich seit drei Jahren und eine Sanierung des Gehweg vor der Diekonie-Tagespflege an der Meuselwitzstraße. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Auf der Website der Einrichtung ist zu lesen: „Eine moderne Ausstattung und das räumliche Angebot versprechen Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit und sorgen für einen angenehmen Aufenthalt bei bester Betreuung und Versorgung. Ein Sinnesgarten im Außenbereich steht beiden Einrichtungen zur Verfügung und lädt zum Verweilen im Freien ein.“

Während des ersten Lockdowns im Frühling 2020 hatte die Einrichtung für einige Wochen komplett geschlossen. Malgorzata Nikolaus berichtet, wie schlimm das für sie und ihren Mann gewesen sei. Ohnehin denke fast niemand an pflegende Angehörige, die unter der Corona-Pandemie sehr litten: „Viele von ihnen sind nervlich komplett am Anschlag.“

Lars Grothe berichtet, dass er und seine Mitarbeiter die Angehörigen zumindest angerufen hätten, um zu erfragen, ob alles in Ordnung sei.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter
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