Haben die Chirurgie am Knappschaftskrankenhaus weiter unterteilt (v.l.): Matthias Wagner, Leiter des Knappschaftskrankenhauses, Stefan Aust, Hauptgeschäftsführer des Klinikums Westfalens, Dr. Youssef Benali, Chefarzt der neuen Klinik für Unfall- und Handchirurgie, Dr. André Schilling, Chefarzt der neuen Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Prof. Dr. Karl-Heinz Bauer, Ärztlicher Direktor am Klinikum Westfalen. © Andreas Schröter
Medizin

Knappschaftskrankenhaus: Chirurgie setzt weiter auf Spezialisierung

Die Bereiche der Chirurgie haben sich in den vergangenen Jahren derart ausdifferenziert, dass eine Unterteilung in mehrere Chirurgien Sinn macht. Das meint das Knappschaftskrankenhaus.

Das Klinikum Westfalen strukturiert die Chirurgischen Kliniken am Knappschaftskrankenhaus Dortmund um. Prof. Dr. Karl-Heinz Bauer gibt die Leitung der Chirurgie nach 18 Jahren in dieser Funktion ab und konzentriert sich ganz auf die Aufgabe als Hauptamtlicher Ärztlicher Direktor des Klinikums Westfalen.

Zwei der drei Säulen der Chirurgischen Klinik werden künftig als eigenständige Kliniken organisiert. Die „Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Proktologie“ leitet ab sofort Chefarzt Dr. med. André Schilling.

Die Leitung der „Klinik für Unfall- und Handchirurgie, Kindertraumatologie“ übernimmt Dr. med. Youssef Benali. Die Sportmedizin besteht weiter als eigenständige Abteilung, wie bisher geführt von Dr. med. Markus Braun als Leitendem Arzt.

Wechsel vom Operations- an den Schreibtisch

Für das Klinikum Westfalen bedeutet die Umstrukturierung einerseits eine Zäsur nach einer derart langen Zeitspanne personeller Kontinuität, andererseits eine gewollte Weiterentwicklung etablierter Strukturen, betont der Hauptgeschäftsführer des Klinikums Westfalen, Stefan Aust.

Für Prof. Dr. Bauer, der auch als Mannschaftsarzt des VfL Bochum tätig ist, hat diese Umstrukturierung einen Wechsel vom Operations- an den Schreibtisch zur Folge. Er freue sich, sagte er beim Pressegespräch am Dienstag (1.6.), zum Ende seines Berufslebens bei der Weiterentwicklung der Chirurgie am Knappschaftskrankenhaus mithelfen zu können.

Das Knappschaftskrankenhaus oder
Das Knappschaftskrankenhaus oder “Knappi”, wie es von den Brackelern genannt wird, hat seine Chirurgie umstrukturiert. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Dr. Schilling war bisher schon als Leitender Oberarzt innerhalb der Chirurgischen Kliniken am Knappschaftskrankenhaus verantwortlich tätig. Dr. Benali wechselt nach früheren Laufbahnstationen an der Universitätsklinik Münster nun von einer anderen Dortmunder Klinik zum Knappschaftskrankenhaus. Er hat momentan stressige Tage der Eingewöhnung.

Neulich habe er beispielsweise seinem Sohn versprochen, mit ihm schwimmen zu gehen. Der Sohn war schwimmen, Dr. Benali hat geschlafen, so erschöpft war er. Er lobt jedoch die große Hilfsbereitschaft der Kollegen in Brackel.

„Aufteilung entspricht aktuellen Entwicklungen in der Chirurgie“

Bisher wurden die beiden neuen chirurgischen Fachkliniken als zwei Säulen unter gemeinsamer Leitung geführt. Die Aufteilung jetzt entspreche aktuellen Entwicklungen in der Chirurgie, so war zu hören. Mit in den vergangenen Jahren zusätzlich geschaffenen Kliniken für Gefäßchirurgie und für Plastische Chirurgie setzt das Klinikum Westfalen schon länger auf Spezialisierung.

„Wir werden mit den beiden neuen Chefärzten anknüpfen an den guten Ruf unserer Chirurgie, aber zugleich neue Schwerpunkte setzen und bereits eingeschlagene innovative Wege fortführen“, so Stefan Aust. Das Haus habe als erstes Haus in Dortmund robotische Unterstützung von Operateuren (Da Vinci-System) eingeführt.

An diese Erfolge will das neue Team anknüpfen. Als Baustein des Krebszentrums, als Hernienzentrum, Koloproktologisches Zentrum und Schilddrüsenzentrum will die Viszeralchirurgie unter Chefarzt Dr. Schilling weiter Medizin auf hohem Niveau anbieten.

In der Unfallchirurgie seien neue Schwerpunkte zum Beispiel in der Hand- und Fußchirurgie geplant sowie in der Versorgung von Ellbogenverletzungen. Aber auch in der Kindertraumatologie will das Klinikum Westfalen neue Versorgungsmöglichkeiten eröffnen.

Und in der Sportmedizin stehe das Knappschaftskrankenhaus Dortmund ohnehin mit einer Sonderrolle da. Hier kursiere seit einigen Wochen die Erkenntnis, dass Erfolge in der Fußball-Bundesliga nur möglich scheinen mit medizinischer Begleitung durch die Ärzte des Knappschaftskrankenhauses. Die betreuen seit Jahren schon die Profiteams vom BVB und dem VfL Bochum und damit jetzt zwei Erstligamannschaften.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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