Vor dieser Abholstation bilden sich nach Berichten regelmäßig lange Schlangen - zur Zeit dieser Aufnahme war die Lage allerdings ruhig. © Lydia Heuser
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Lange Warteschlange: Zu viele Menschen in Dortmunder Post-Abholstation?

Lange Wartezeiten und zu viele Menschen in der Filiale? Eine Abholstation der Post ist beliebt - was manche Dortmunder ärgert. Die Post macht Vorschläge, um das Kundenaufkommen zu reduzieren.

Das Paketaufkommen hat sich seit der Corona-Pandemie massiv erhöht; rund 15 Prozent mehr Paketsendungen verzeichnete die Deutsche Post im vergangenen Kalenderjahr.

Die Zunahme kann wohl auch als eine Folge des geschlossenen Einzelhandels gewertet werden und der Vorsicht der Kunden, die Menschenansammlungen meiden wollen.

Zu dichtes Gedrängel in einer Abholstation?

Eine Brackelerin reduziert ebenfalls den Kontakt, um eine Ansteckung mit Corona zu verhindern. Dass sie sich, um eine Sendung abzuholen, nun in eine lange Schlange einer Abholstelle einreihen muss, findet sie kontraproduktiv.

Die Filiale am Brackeler Hellweg 103 sei immer gut besucht, Kunden reihten sich oft bis auf den Gehweg. Das schlauchartige Ladenlokal ist für zehn Personen ausgelegt, so steht es auf einem Hinweisschild.

Das Schild im Eingangsbereich weist darauf hin, dass nur zehn Personen gleichzeitig in das Geschäft dürfen.
Das Schild im Eingangsbereich weist darauf hin, dass nur zehn Personen gleichzeitig in das Geschäft dürfen. © Privat © Privat

„Als ich meine Sendung abholte, waren dort 14 Leute im Laden“, erzählt die Leserin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Auch andere Kunden beschweren sich im Internet über die langen Wartezeiten. Sten Getz schreibt in einer Google-Bewertung, dass die „Filiale stark frequentiert“ sei. Ein anderer Rezensent findet die langen Wartezeiten auch nicht gut, wundert sich aber nicht, da die Filiale „halt auch die beliebteste Anlaufstelle in Brackel“ sei.

Das sagt die Filial-Seite

Die Leserin ärgert dabei vor allem, dass sich offenbar niemand der Angestellten um die Einhaltung der Hygienemaßnahmen kümmere.

Selbst um die Mittagszeit an einem Werktag ist die Filiale gut besucht.
Selbst um die Mittagszeit an einem Werktag ist die Filiale gut besucht. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Auf Anfrage der Redaktion gibt der Kooperationspartner der Deutschen Post bekannt, dass sich „rechnerisch wesentlich mehr als lediglich 10 Personen in der Filiale gleichzeitig aufhalten“ dürften. Das Geschäft sei etwa 300 Quadratmeter groß, wobei der kleine, abgetrennte Nebenraum nicht mitgezählt werde.

Auch die Abstandsmarkierungen auf dem Boden seien großzügiger gewählt als nötig. Wenn 14 Kunden gleichzeitig im Laden seien, sei das noch kein Grund, jemanden rauszubitten.

Das Hinweisschild, das zehn Personen zulässt, sei eine Art „Puffer“, meint Postsprecher Rainer Ernzer.

Der Filialbetreiber sieht die Schlange im Außenbereich der Filiale als Beweis dafür, dass die Kunden von selbst aufeinander Rücksicht nehmen und sich an die Regeln halten.

Bisher sei es nur selten vorgekommen, dass die Kunden sich undiszipliniert verhalten hätten und die Mitarbeiter einschreiten mussten.

Lösungsvorschläge der Post

Rainer Ernzer rät, für Paketsendungen auch Packstationen zu nutzen. Einmal kostenlos registriert, könne man dort zeitunabhängig Pakete zurückschicken oder sich seine Sendung dorthin liefern lassen. Die nächsten Packstationen von der Filiale aus befinden sich am Asselner Hellweg 143, an der Blitzstraße 3 oder etwa an der Oesterstraße 120.

Ernzer stellt klar: „Der Empfänger kann das Paket immer steuern, er kann einen anderen Ort oder auch eine andere Zeit über Paket.de bestimmen.“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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