Ein LKW hatte sich am Donnerstagmorgen unter einer Eisenbahnbrücke in Scharnhorst festgefahren. © Christian Hensel
Höhe unterschätzt

Lkw steckte in Unterführung in Dortmund fest: Verkehr stundenlang gestört

Über Stunden war eine Unterführung in Dortmund am Donnerstagmorgen gesperrt, weil dort ein Lkw feststeckte. Der Fahrer hatte eine ungewöhnliche Erklärung für seinen Weg.

20 Zentimeter sorgten am frühen Donnerstagmorgen für einen spektakulären Polizeieinsatz in Dortmund-Scharnhorst: Ein 54-jähriger Lkw-Fahrer aus Rumänien hatte die Höhe seines Gefährts wohl unterschätzt.

3,60 Meter steht auf dem Schild an der Eisenbahnbrücke an der Flughafenstraße auf der Grenze zwischen Brackel und Scharnhorst am Bahnhof in Scharnhorst. Etwa 3,80 Meter hoch ist der Lkw, der um 4.30 Uhr in Richtung Scharnhorst hindurchfahren wollte. Die logische Konsequenz: Er blieb stecken.

Mehrere Straßen gesperrt

Die Polizei rückte an, sperrte mehrere Straßen, um den Verkehr umzuleiten. Erst gegen 8.45 Uhr konnte der Lkw unter der Brücke wegfahren. Dafür hatte man die Luft aus den Reifen gelassen, um die nötigen Zentimeter zu gewinnen. Auch musste nach Angaben von Polizeisprecher Peter Bandermann ein Dachspoiler abgebaut werden.

Dadurch konnte der Lastwagen zwar unter der Brücke wegfahren, bei dem Manöver wurde aber ein Reifen so beschädigt – er hatte sich von der Felge abgewickelt -, dass der Laster nicht weiterfahren konnte und erst ein auf Lkw spezialisiertes Abschleppunternehmen (Widliczek) anrücken musste – auch weil der Lkw-Fahrer selbst kein Werkzeug dabei hatte. Die anderen Reifen wurden wieder aufgepumpt. Durch diese Verzögerung konnte die Straße erst um kurz vor 10 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. Fußgänger und Radfahrer durften sie jedoch bereits ab 6.50 Uhr wieder passieren.

An der Eisenbahnbrücke auf der Flughafenstraße entstand ein sichtbarer Schaden (rechts), der jedoch die Statik der Brücke nicht beeinträchtigt
An der Eisenbahnbrücke auf der Flughafenstraße entstand ein sichtbarer Schaden (rechts), der jedoch die Statik der Brücke nicht beeinträchtigt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Am Lkw-Auflieger, der aus Holland stammt, entstand ein Schaden, dessen genaues Ausmaß erst noch untersucht werden muss. Nach Polizeiangaben war der Lkw jedoch nicht mehr fahrtüchtig.

Statiker und Spezial-Loks rückten an

Untersucht werden musste auch die Brücke. Ein Bahnsprecher sagt: „Unsere Techniker haben die Brücke genau geprüft. Die Brücke ist soweit wieder frei und befahrbar. In der Zeit der Sperrung des betroffenen Gleises seien auch Fahrten auf dem Nachbargleis erfolgt. Da es sich in dem Abschnitt um eine reine Güterzugstrecke handelt, seien dabei auch schwerere Eisenbahnfahrzeuge unterwegs gewesen.

Die Brücke hat zwar durchaus sichtbare Schäden erlitten, allerdings sind die nicht so gravierend, dass ihre Statik in Gefahr wäre, sodass die Brücke wieder freigegeben werden konnte.

Schaden entstand auch an dem Lkw, der sich unter der Brücke festgefahren hatte.
Schaden entstand auch an dem Lkw, der sich unter der Brücke festgefahren hatte. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Im Einsatz waren auch Mitarbeiter von DSW21, weil die Buslinie 420 die Unfallstelle nicht passieren konnte. Sie wurde unter anderem über Brackeler Straße und Rüschebrinkstraße umgeleitet.

„Ich habe mich auf mein Navi verlassen“

Der Lkw-Fahrer gab an, sich bei seiner Fahrt durch die Dortmunder Vororte ausschließlich auf sein Navi verlassen zu haben, das ihm diese Strecke empfohlen hatte. Er musste ein Verwarngeld zahlen und eine Sicherheitsleistung in unbekannter Höhe hinterlegen.

Unfälle wie dieser kommen immer wieder vor. Im Dezember war es eine Brücke auf der Lindenhorster Straße, unter der ein Lkw steckenblieb.

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