Lichtinstallation „Todeszonen“ von Rudolf Preuss, zu sehen im Volkswohlbund, Südwall 37 - 41, und im Kunstbonbon, Chemnitzer Str. 11. © Rudolf Preuss
Kunstprojekt „Licht an“

Neue Lichtinstallationen tauchen an vielen Stellen in ganz Dortmund auf

Licht ist etwas, das die Menschen in trüben Zeiten auf andere Gedanken bringen kann. Getreu diesem Motto haben zwei Künstler ein Lichtkunst-Projekt ins Leben gerufen.

Brackel ist der Ausgangspunkt für eine stadtweite Kunstaktion in Dortmund, die ein bisschen Licht in die ansonsten kulturlosen und tristen Corona-Zeiten bringen soll. Es war der Chef des Brackeler Kunst- und Kulturzentrums Balou, Rudolf Preuss, der gemeinsam mit der Künstlerin Silvia Liebig die Aktion „Licht an“ ins Leben gerufen hat und an der sich ganz spontan 25 Künstler beteiligt haben.

Erst Anfang November sei die Idee dazu entstanden, sagt Preuss. Die Umsetzung habe nur deshalb so schnell funktioniert, weil ihm so viele Dortmunder Künstler bekannt seien.

Rudolf Preuss, Chef des Brackeler Kunst- und Kulturzentrums Balou hat gemeinsam mit der Künstlerin Silvia Liebig das Projekt
Rudolf Preuss, Chef des Brackeler Kunst- und Kulturzentrums Balou hat gemeinsam mit der Künstlerin Silvia Liebig das Projekt “Licht an” organisiert. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Die Idee: Bis zum 31. Dezember sind an den Fenstern verschiedener Standorte – vorwiegend in der Dortmunder Innenstadt – Lichtarbeiten von Künstlern zu sehen. Diese setzen sich auf unterschiedlichste Weise und in diversen Formaten mit der Lichtthematik auseinander.

Ob Videos, Dias, Zeichnungen oder performative Aktionen. „Die Arbeiten machen deutlich“, so die Organisatoren, „dass Licht und Wärme auch in den dunkelsten Stunden zu finden sind.“

Lichtinstallation von Anne Jannick, zu sehen im Atelier Westend, Rheinische Str.147
Lichtinstallation von Anne Jannick mit 80 Fotos, zu sehen im Atelier Westend, Rheinische Str.147. © Rudolf Preuss © Rudolf Preuss

Silvia Liebig und Thomas Autering zum Beispiel zeigen beim Friseur Loretta an der Landgrafenstraße 148 eine Life-Zeichnen-Performance, Rudolf Preuss selbst präsentiert in der Galerie Kunstbonbon an der Chemnitzer Straße 11 und im Gebäude des Volkswohlbundes am Südwall 37-41 sein Video „Todeszonen“, in dem es um die Besteigung des Nanga Parbats geht.

Das Motiv des Immer-Weiter-Gehens, das darin enthalten sei, könne man auch auf die gegenwärtige Corona-Situation übertragen: „Wir müssen Schritt für Schritt vorankommen, um die Krise zu meistern.“

Mit dabei sind zum Beispiel auch der Brackeler Filmemacher Volker Krieger mit seinem Projekt „A clip a day keeps the apple away“ im Volkswohlbund und Kunstbonbon oder Künstlerinnen wie Marika Bergmann mit „Treppenbildern“ im Atelier 21 an der Rheinische Straße 134 oder Anne Hauke im Labsa Tomorrow Club Kiosk, Lange Straße 98.

Lichtinstallation von Claudia Quick, zu sehen am Kunstort Ruhr, Humboldtstr. 47
Lichtinstallation von Claudia Quick, zu sehen am Kunstort Ruhr, Humboldtstr. 47. © Rudolf Preuss © Rudolf Preuss

Vorgaben für die künstlerischen Arbeiten waren lediglich, dass sie aus Licht bestehen sollten. In Innenräumen wird etwas gezeigt, das die Menschen, die draußen stehen, sehen können.

Positiver Nebeneffekt für die in Corona-Zeiten finanziell gebeutelten freien Künstler: Weil das Kulturbüro das Projekt mit 19.000 Euro unterstützt hat, erhalten sie ein kleines Honorar.

Lichtinstallation von Silvia Liebig und Thomas Autering, zu sehen beim Friseur Loretta, Landgrafenstr. 148, und im Kaleidoskop, Wilhelmstraße 38
Lichtinstallation von Silvia Liebig und Thomas Autering „Meine Welt auf Corona I“, zu sehen beim Friseur Loretta, Landgrafenstr. 148, und im Kaleidoskop, Wilhelmstraße 38. © Rudolf Preuss © Rudolf Preuss

Erwünscht sei ausdrücklich, dass sich weitere Dortmunder daran beteiligen und ihre Arbeiten ebenfalls ausstellen. Die Folie, die man braucht, um auf einem Fenster eine Videoproduktion sichtbar zu machen, ist im Balou an der Oberdorfstraße 23 im Balou erhältlich.

Dafür solle man sich einfach bei Rudolf Preuss (rudolf.preuss@gmail.com) oder Silvia Liebig (liebig@kalinkacoast.de) melden. Alle zusätzlichen Arbeiten werden auf der Facebook-Seite des Projektes präsentiert.

Weitere Infos unter www.lichtanprojekt.de

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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