Im Stadtbezirk Eving - hier symbolisiert durch den Hammerkopfturm der Zeche Minister Stein - hat die SPD stark verloren, aber stadtweit immer noch ihr bestes Ergebnis eingefahren. © Archiv
Kommunalwahl 2020

Neuer und alter Bezirksbürgermeister in Eving heißt wohl Oliver Stens

Eving bliebt die sprichwörtliche „Herzkammer der SPD“, auch wenn sie wie überall gegenüber 2014 deutlich verloren hat. Bezirksbürgermeister dürfte weiterhin Oliver Stens bleiben.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sieht Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) das Wahlergebnis für den Stadtbezirk Eving. Einerseits habe seine Partei nirgendwo prozentual gesehen so viele Stimmen geholt wie in Eving (38,65 Prozent), andererseits bedeute das auch einen Verlust von über 12 Prozentpunkten gegenüber der Kommunalwahl 2014. Dennoch wolle er das Ergebnis lieber positiv werten und als Bestätigung seiner Arbeit sehen.

Stens geht davon aus, dass er Bezirksbürgermeister bleibt und die anderen Parteien – wie übrigens auch schon bei der vorigen Wahl 2014 – keinen Gegenkandidaten aufstellen. „Dafür gibt es keinen Grund“, sagt er, „wir haben gut zum Wohl der Menschen in unserem Stadtbezirk zusammengearbeitet.“ Seine Partei erhält 7 Sitze.

Ob ihre Partei wirklich keinen Gegenkandidaten aufstellen werde, wollte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Spitzenkandidatin für die CDU, Petra Frommeyer, am Montagmorgen (14.9.) noch offen lassen. Das müsse erst innerhalb der Fraktion besprochen werden. Die CDU hat 2020 gut 2 Prozentpunkte gegenüber 2014 verloren (20.71 Prozent gegenüber 23,00 Prozent).

Die bunte Vielfalt der künftigen Parteienlandschaft in der Bezirksvertretung Eving spiegele auch den Stadtbezirk selbst wieder. Sie freue sich, dass die SPD ihre absolute Mehrheit verloren habe, was der CDU mehr gestalterische Möglichkeiten gebe. Sehr enttäuscht sei sie allerdings über die geringe Wahlbeteiligung von 39,66 Prozent im Stadtbezirk Eving. Die CDU erhält 4 Sitze. Bisher waren es 5.

„Der Norden ist für die Grünen ein hartes Pflaster“

Glücklich über das Wahlergebnis ist – wie überall im Land – der Spitzenkandidat der Grünen, Klaus Sichelschmidt, auch wenn die Grünen in Eving stadtweit mit 15,96 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis eingefahren haben. „Der Dortmunder Norden war schon immer ein hartes Pflaster für die Grünen“, sagt er. Dennoch ist das Ergebnis gegenüber 2014 eine Steigerung von knapp 7 Prozentpunkten.

Wie Petra Frommeyer freut er sich über mehr Gestaltungsmöglichkeiten für seine Partei, die sich durch den Wegfall der absoluten Mehrheit der SPD ergeben habe. Die bunte Vielfalt sei eben Demokratie. Zusammen mit ihm selbst werden zwei Neulinge in die Bezirksvertretung einziehen: Edgar Freund und Vanessa Mauthe (3 Sitze).

Neben den drei großen Parteien werden künftig Linke, AfD, Rechte, FDP und das Bündnis für Vielfalt und Toleranz (BVT) mit jeweils einem Sitz in der Bezirksvertretung Eving vertreten sein. Nach einer Sitzung am 22. September, die noch zur alten Wahlperiode gehört, findet die konstituierende Sitzung am 10. November statt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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