Elmar, Elisabeth und Larissa Achtermann (v.l.) müssen schon seit zwei Jahren auf die abgeholzte Fläche an der Hochtrasse der B236 schauen. Gebaut worden ist dort bisher noch nichts. © Uwe Brodersen
Rüschebrink-/Hannöversche Straße

Öde Fläche statt Firmenansiedlung: Hängepartie um Autohändler geht weiter

Ganz schnell ließ die Stadt vor zwei Jahren zehn hohe Winterlinden vor der Hochtrasse der B236 fällen. Platz für einen Autohändler mit Werkstatt sollte her. Doch der ist bis heute nicht da.

Der Sommer 2018 hat sich tief ins Gedächtnis von Familie Achtermann eingegraben: Damals verschwand in kürzester Zeit ihre „grüne Oase“ – der kleine Park nordwestlich der Kreuzung Rüschebrink-/Hannöversche Straße. Die Stadt ließ zehn hohe Winterlinden, die dort seit über 30 Jahren gestanden hatten, fällen, damit sich ein Autohändler samt Werkstatt und Parkplätzen dort ansiedeln kann.

Familie Achtermann, die in der Nähe der Kreuzung wohnt, hat nicht nur ihren kleinen Park vor der Haustür verloren, in dem man gut spazieren gehen konnte, sondern auch einen Sichtschutz vor der Hochtrasse der B236. Nun schauen die Achtermanns auf Beton. „Außerdem haben die Bäume den Wind abgehalten“, sagt Elisabeth Achtermann (87). „Jetzt ist es viel windiger geworden, und es sind schon Dachziegel heruntergekommen“, erzählt die Anwohnerin.

Bauvorhaben ist bereits seit fast einem Jahr genehmigt

Angesichts eines solchen Einschnitts möchte die Familie endlich Klarheit darüber haben, wie es auf der Fläche weitergeht, auf der sich seit zwei Jahren nichts tut. Nur die traurigen Reste der Bäume und die um sie herum gewachsenen Büsche sind zu sehen. „Ich habe Ende April an die Stadt geschrieben, um zu erfahren, ob es bei der Planung bleibt, habe aber leider bis heute keine Antwort erhalten“, berichtet Dagmar Achtermann, die Tochter von Elisabeth Achtermann.

Auf Rückfrage hatte die Stadt im vorigen Jahr mitgeteilt, dass der Bauantrag gestellt sei, aber das Baugenehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei. Auf erneute Anfrage dieser Redaktion bestätigte Stadtsprecher Christian Schön, dass die An- beziehungsweise Umsiedlung eines Autohändlers aus Hörde weiterhin aktuell sei. Das Bauvorhaben sei am 30.7.2019 durch die Bauaufsicht genehmigt worden. Diese Genehmigung bleibe in der Regel zwei Jahre gültig.

Nur ein Bauzaun deutet auf künftige Aktivitäten hin

Nach Informationen dieser Redaktion könnte es sich bei dem Autohändler, der den Umzug plant, um die Firma Koc an der Faßstraße handeln. Nach Ansicht der Stadt störte diese Firma die neue Eingangssituation in Hörde, das Unternehmen wehrte sich aber gegen eine Umsiedlung. Bei dem Autohändler war allerdings keine Stellungnahme zu eventuellen Plänen für die Wambeler Fläche zu erhalten.

So bleibt abzuwarten, was passiert. Die Fläche sei seit drei bis vier Monaten eingezäunt, und das Schild einer Baufirma hänge am Zaun, sagt Elmar Achtermann. So bleibt die Zukunft der Fläche in der Schwebe. Fest steht nur, dass der kleine Park, der Schatten und Sauerstoff spendete, unwiederbringlich weg ist.

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Ich heiße Uwe Brodersen und berichte seit vielen Jahren aus dem Dortmunder Nordosten. Studiert habe ich Journalistik, Englisch und Geschichte. Ich interessiere mich besonders für die Menschen, die Hintergründe und die Zusammenhänge.
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