Die OWIIIa endet derzeit im Nirgendwo zwischen Asseln und Kurl. Ob das so bleiben soll oder nicht, daran scheiden sich die Geister. © Tobias Larisch (A)
Verkehrspolitik

OWIIIa: Ehemaliger SPD-Bezirksbürgermeister wettert gegen die CDU

Der mögliche Weiterbau der OWIIIa erregt ungebrochen die Gemüter im Dortmunder Osten. Nun hat Ex-Bezirksbürgermeister Czierpka gegen einen Antrag von CDU, Grünen und Linken+ vom Stapel gelassen.

Das vieldiskutierte Thema einer Verlängerung der OWIIIa/L663n geht weiter. Zum Antrag von CDU, Grünen und der Fraktion Linke+ im Rat, keine städtischen Planungskapazitäten für den Weiterbau einzusetzen, meldet sich nun der ehemalige Brackeler Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka zu Wort.

Er sagt: „Wenig Fingerspitzengefühl beweist die CDU mit leichtfertigen Wahlversprechen. Sie wirft mit dem Moratorium gegen den Weiterbau der L663n einen Fixpunkt ihrer langjährigen Politik über Bord. Halt, so ganz dann doch nicht, schließlich betont ihr eigener Planungssprecher Uwe Waßmann, man werde natürlich am Weiterbau festhalten, langfristig. Diese Wende in der Wende ist das Sahnehäubchen.“

Um ihrem OB-Kandidaten eine größere Chance einzuräumen und vom grünen Trend zu profitieren, habe man vor der Kommunalwahl die L663n durch eine Vereinbarung mit den Grünen geopfert. Czierpka: „Zwei Tage vor der Wahl demonstrierte dieselbe CDU in Asseln FÜR den Weiterbau der Landesstraße.“

Nach der Enttäuschung über die Wirkungslosigkeit des Opfers gebe es nun eine klassische Trotzreaktion zu Lasten der Menschen in Asseln und Wickede. Eine Reaktion, die zudem die Verlässlichkeit der Dortmunder Politik auch für die Nachbargemeinden in Frage stelle.

„Auch Dortmund würde profitieren“

Dort habe man im Vertrauen auf die kommende Straße Arbeitsplätze geschaffen und große Gewerbeflächen entwickelt. Von der schnellen Anbindung der dortigen Logistik-Unternehmen an den Hafen würde auch Dortmund profitieren, so Czierpka.

Das alles wisse auch die CDU. Es bleibe die große Hoffnung, dass der Fraktionsvorsitzende Dr. Jendrik Suck hier endlich einen Weg aus dem Dilemma findet, in das er sich und seine Partei gebracht habe.

Wie Waßmann stamme auch er aus dem Dortmunder Osten, erklärt Czierpka seine Hoffnung, und kenne die Probleme daher genau. Beide haben bis vor Monaten unisono den Weiterbau vehement gefordert, alle Beschlüsse dazu wurden stets mit den Stimmen der CDU gefasst.

Man wolle nun das Radfahren fördern und damit die Verkehrswende vorantreiben. Und, so Czierpka wörtlich: „Wie das gehen soll, wenn der starke Durchgangsverkehr in den engen Ortslagen jeden Gedanken an alternative Mobilität von vornherein schwierig macht, sagen beide nicht.“

„Wickede und Asseln werden im Durchgangsverkehr ersticken“

So werden Asseln und Wickede nach Czierpkas Meinung auch weiterhin im Durchgangsverkehr ersticken, werden die Menschen in den Wohngebieten durch Schleichverkehre belastet und jeder Unfall, jede kleine Baustelle auf dem Hellweg werde den Verkehr kollabieren lassen.

Vor allem, wenn jetzt die Lkws durch verstärkte Kontrollen von der B1 verdrängt würden und sich die Laster aus Unna und Kamen Alternativen zur staugeplagten Autobahn suchen müssten. Da sei der Hellweg immer eine Lösung für die Fahrer.

Suck und Waßmann sollten mal wieder einkaufen gehen, sagt Czierpka: in Asseln, vielleicht freitags, gegen 16.30 Uhr und dann neu überlegen, weg von billiger Wahlkampftaktik, die ohnehin von allen durchschaut worden sei, und zurück zur vernünftigen Politik. Denn nur ein vom Durchgangsverkehr befreiter Hellweg öffne den Weg für einen attraktiven Fuß- und Radverkehr in den Orten.

CDU will sich nicht zu Vorwürfen äußern

Der angesprochene Uwe Waßmann selbst will sich zu diesen Vorwürfen nicht äußern. Die CDU habe neulich schon ihre Meinung zum Thema kundgetan. Er wundere sich, welche Aktivitäten der ehemalige Bezirksbürgermeister in letzter Zeit einbringe. Ein politisches Mandat habe er schließlich nicht mehr. Jendrik Suck verweist auf die Antwort Uwe Waßmanns.

Aufgrund der coronabedingten Absage des AKUSW wird der Antrag nunmehr erst in der ersten Sitzung am 3. Februar 2021 behandelt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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