Christiane Lohoff (44) steht an der Stelle, wo plötzlich das absolute Halteverbot gilt. © Irina Höfken
Parkplatzmangel

Plötzliches Halteverbot: „Soll ich mir das Auto untern Arm klemmen?“

An der Kurler Straße herrscht akuter Parkplatzmangel: Die Lage sorgt für Empörung und Frust. Laut Anwohnern erschwert die Stadt Dortmund diese Situation jetzt zusätzlich.

Im ersten Moment war Christiane Lohoff sprachlos: Als sie aus dem Nordsee-Urlaub Anfang Oktober mit ihrer Familie zurückkehrt, muss sie feststellen, dass ab sofort an der Kurler Straße auf Höhe der Hausnummer 39 das absolute Park- und Halteverbot gilt.

Halteverbot: „Soll ich mir das Auto unter den Arm klemmen?“

Das Grundstück des Hauses, in dem die Lohoffs zur Miete wohnen, grenzt direkt an die Kurler Straße. Einen Bürgersteig gibt es nur auf der gegenüberliegenden Seite.

Der Zaun des Grundstücks grenzt direkt an die Kurler Straße. © Irina Höfken © Irina Höfken

Auch dort befindet sich das kurze Stück Asphalt, wo bisher immer Freunde oder Familie parken konnten, wenn sie zu Besuch kamen oder kurz hielten, um die 14-jährige Tochter Laemy mit zur Schule zu nehmen. Zum Entsetzen von Familie Lohoff geht das nun nicht mehr.

Durch das plötzliche absolute Halteverbot darf niemand mehr vor dem Haus der Lohoffs halten. © Christiane Lohoff © Christiane Lohoff

„Vier Jahre leben wir jetzt hier. Die Parksituation ist sowieso eine Katastrophe. Und warum verhängt die Stadt plötzlich auf dem kleinen Stück Asphalt, das für uns wirklich wichtig ist, unangekündigt ein absolutes Halteverbot?“, fragt die 44-Jährige empört. „Soll ich mir das Auto unter‘n Arm klemmen?“

Stadt: Haltverbot aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig

Für die Stadt Dortmund ist die Antwort darauf klar: „Das absolute Haltverbot war aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig“, erklärt Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage dieser Redaktion. Der fließende Verkehr von Süden kommend könne aus dem landwirtschaftlichen Weg Kurler Straße unmöglich eingesehen werden.

Ein Anwohner habe auf die Verkehrssituation Mitte August hingewiesen. Die Überprüfung habe im September stattgefunden und die Umsetzung des Halteverbots sei am 12. Oktober erfolgt, so Schön.

Die Situation betreffe nicht nur einen einzelnen Anlieger, sondern jeden, der aus dem Einmündungsbereich auf die viel befahrene Hauptverkehrsader Kurler Straße einbiegen möchte, betont Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Tiefbauamtes.

„Bekannte, Paketboten, Zulieferer, niemand darf mehr hier halten. Wie soll das gehen?“

„Mich betrifft das nicht“, sagt Christiane Lohoff. Für sie kommt das absolute Halteverbot absolut unvermittelt. Laut der 44-Jährigen sei an der Stelle nicht ein parkendes Auto das Problem, sondern die Missachtung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf der besagten „viel befahrenen Hauptverkehrsader“. An das Tempo 50 halte sich so gut wie niemand. Kontrollen würde sie sich explizit wünschen. Das Parkplatzproblem werde sie ja wohl hinnehmen müssen, stellt sie resigniert fest.

„Bekannte, Paketboten, Zulieferer, niemand darf mehr hier halten. Wie soll das gehen?“, fragt sich Christiane Lohoff.

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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