Das ist der Stein des Anstoßes: Dürfen Anlieger diesen Pfosten herausnehmen, um die Straße Webershohl zu durchfahren? © Andreas Schröter
Webershohl

Streit um kleine Dortmunder Straße: Ex-Bezirksbürgermeister schreitet ein

Kleine Straße, großer Wirbel: Darf man als Anlieger durch den Webershohl fahren oder nicht? Zu dieser Frage gibt es unterschiedliche Ansichten. Nun meldet sich der Ex-Bezirksbürgermeister.

Die Diskussion um den Webershohl, eine schmale Straße zwischen Asseln und Wickede längs der Bahnlinie, reißt nicht ab. Strittige Frage ist: Dürfen Anlieger, die dort eine Gartenparzelle gepachtet haben, von Asseln kommend den dortigen Sperrpfosten herausnehmen, um die Straße zu durchfahren?

Gartenpächter Stefan Kronenberg meint „Ja“ – wie berichtet. Das habe die Bezirksvertretung Brackel Ende 1996 so entschieden. Der ehemalige Brackeler Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka meint „Nein“.

Er sagt: „Der Webershohl ist seit 1997 auf Beschluss der Bezirksvertretung Brackel teileingezogen und damit für den Durchgangsverkehr gesperrt.“ Der schmale Weg sei von Insidern oft als Abkürzung und Ausweichstrecke zwischen Asseln und Wickede genutzt worden. Das sei für die Fußgänger und Radfahrer gefährlich gewesen, darum habe ihn die Bezirksvertretung sperren müssen.

Deutsche Bundesbahn verhinderte bauliche Unterbrechung

Eigentlich sollte der Weg durch Betonpoller baulich unterbrochen werden, aber die Deutsche Bundesbahn habe Widerspruch eingelegt, man wollte vom Webershohl aus die Gleisanlagen überprüfen und reparieren können, dazu musste der Weg befahrbar bleiben.

An der schmalen Straße Webershohl befinden sich auf Wickeder Seite zahlreiche Gartenparzellen. Einige Autofahrer befahren die Straße verbotswidrig auch von Asseln aus, um schneller zu ihnen zu gelangen
An der schmalen Straße Webershohl befinden sich auf Wickeder Seite zahlreiche Gartenparzellen. Einige Autofahrer befahren die Straße verbotswidrig auch von Asseln aus, um schneller zu ihnen zu gelangen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Diese Veto habe dem Tiefbauamt in der Folge viel Arbeit und Kosten beschert, denn es musste ständig nachgebessert werden. Die Autos umfuhren den Sperrpfosten über den Acker, so Czierpka weiter, also wurden Bügel installiert, um das zu verhindern. Dann verschwanden ständig die Pfosten, es wurde eine Schranke eingebaut, die ebenfalls immer wieder missbräuchlich geöffnet und später beschädigt wurde. Die heutigen Sperrpfosten werden ebenfalls oft ausgebaut, daher habe die SPD gefordert, nun doch den Webershohl baulich zu trennen.

Da die Bahn die Grundstücksflächen an den Gleisen allesamt verkauft habe, könne heute ohnehin keine Reparatur der Gleise mehr vom Webershohl aus erfolgen.

Zufahrt nur von einer Seite

Eine Durchfahrerlaubnis für Anlieger habe es nie gegeben, die Straße sei „teileingezogen“ und damit gesperrt. Das Schild „Anlieger frei“ bedeute nur, dass von der Steinbrinkstraße aus mit Autos auf den Webershohl eingefahren werden könne. Sonst könnte man die Gärten und die angrenzenden Grundstücke nicht erreichen.

Czierpka: „Das einzelne Gartenbesitzer dies als Erlaubnis verstehen, den Pfosten zu entfernen und den Webershohl auf seiner ganzen Länge zu befahren, ist ihre eigene Interpretation der Straßenverkehrsordnung. Das Tiefbauamt hat allerdings versäumt, die richtige Beschilderung anzubringen. Auf beiden Seiten müsste das Schild „Gemeinsamer Fuß- und Radweg“ stehen, dann wüssten auch die Radfahrer, dass sie ihre Geschwindigkeit anpassen und auf Fußgänger Rücksicht nehmen müssen. So könnte dann der Webershohl von allen gefahrlos genutzt werden.“

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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