Anwohner der Straße kämpfen seit über 30 Jahren gegen den vielen LKW-Verkehr. Seit 2018 ist die Durchfahrt für Schwerlastfahrzeuge offiziell gesperrt, nur Lieferverkehr ist noch erlaubt. Doch noch immer fahren täglich Hunderte LKW hindurch. © Schaper
Bürgerinitiative

Trotz Verbots donnern Hunderte Lkw täglich durch Dortmunder Straße

Seit mehr als 30 Jahren kämpfen die Anwohner einer Dortmunder Straße gegen massiven Lkw-Verkehr. Ein Fahrverbot gibt es zwar - es wird aber nicht durchgesetzt. Jetzt soll Polizeipräsident Gregor Lange helfen.

Ganze 403 Fahrzeuge der Kategorie Schwerverkehr, also Lkw, fahren laut letzten Verkehrszählungen der Stadt Dortmund im Schnitt täglich über die Straße im Dortmunder Nordosten.

Oder umgerechnet: Alle 3,6 Minuten donnert ein Mehrtonner über den Asphalt. Und das, obwohl die Straße Im Karrenberg für Lastwagen seit Ende 2018 gesperrt ist – nur Lieferverkehr ist von dem Verbot ausgenommen.

Bürgerinitiative seit 1989

Schon seit 1989 setzt sich eine Bürgerinitiative für eine Sperrung der Straße in Kirchderne für Lkw ein. Zunächst konnte sie ein Nachtfahrverbot erreichen, nach jahrelangem Einsatz und viel Ausdauer im Jahr 2018 dann sogar die erhoffte Gesamtsperrung für den Schwerverkehr.

Dabei fahren Im Karrenberg mittlerweile bereits deutlich weniger Lkw. Bei einer Verkehrszählung im Jahr 2017, ein Jahr vor dem Verbot, wurden in 24 Stunden durchschnittlich 711 Schwerlastfahrzeuge gezählt.

Bei der letzten Zählung im Jahr 2020 waren es dann „nur“ noch 403 im täglichen Schnitt, immerhin ein Minus von 43 Prozent. Doch auch das sind immer noch eine ganze Menge Lkw in einer Straße, in der ausschließlich Lieferverkehr erlaubt ist.

Anwohner bitten Dortmunds Polizeipräsidenten um Hilfe

Deshalb bitten Anwohner in einem offenen Brief Dortmunds Polizeipräsidenten Gregor Lange um konsequente Polizeikontrollen zur Umsetzung des Verbots.

„Wir konnten feststellen, dass wenige Polizeikontrollen Anfang dieses Jahres auf dem Karrenberg stattgefunden hatten. Verwundert haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Lkw-Fahrer aber offensichtlich nur mündlich verwarnt worden sind“, schreiben die Unterzeichner Dr. Hans-Friedrich Jessen, Friedrich Wilhelm Körver und Wolfram Frebel.

„Und das war aus unserer Sicht gar nicht zu verstehen, da dies die Lkw-Fahrer ermutigt, trotz des Verbotes den Karrenberg widerrechtlich zu nutzen“, formuliert das Trio weiter.

Ein von der Bürgerinitiative gestaltetes Schild weist auf das Fahrverbot für Lkw auf der Straße „Im Karrenberg“ hin. © Privat © Privat

Es seien „fast immer die gleichen Lkw, die hier durchfahren. Daher ist von einem vorsätzlichen Handeln auszugehen“. Auch das Aufstellen extra angefertigter Schilder habe keinen Unterschied bewirkt.

Deshalb appellieren Jessen, Körver und Frebel zum Ende ihres offenen Briefs: „Sehr geehrter Herr Polizeipräsident Lange, wir möchten Sie inständig bitten, konzertierte Überwachungen anzuordnen und ausnahmslos das Verhalten der Lkw-Fahrer zu sanktionieren, damit wir endlich vom Schwerlastverkehr befreit werden!“

Die Anwohner wissen sich nicht mehr anders zu helfen. „Was sollen wir anderes machen?“, fragt Wolfram Frebel, der sich politisch bei den Grünen engagiert. „Wir sind schon seit Jahren verzweifelt, wirklich. Ob es darum geht eine Abkürzung zu nehmen oder Maut zu sparen, die Lkw-Fahrer machen, was sie wollen. Das ist ganz schrecklich. Das kann man nur mit rigorosen Polizeikontrollen angehen.“

Situation für Radfahrer „lebensgefährlich“

Besonders für Radfahrer sei die Situation extrem gefährlich. „Da sind viele Radfahrer unterwegs und auf der Straße sind nur so Streifen aufgemalt. Ich kenne einige, die fahren da gar nicht mehr her, weil ihnen das zu gefährlich ist wegen der Lkw“, berichtet Wolfram Frebel. „Das geht auch gar nicht. Wenn sich auf dieser Straße zwei Lkw begegnen, ist das so eng, das ist lebensgefährlich.“

Nachdem die Bürgerinitiative sich seit 1989 für das Lkw-Fahrverbot ein- und es endlich 2018 durchgesetzt hat, hofft sie nun auf die Polizei, um es auch tatsächlich umsetzen zu können.

Über den Autor
Gebürtiger Dortmunder mit viel Liebe für den großen und kleinen Sport: Hauptsache, es rollt, tickt oder geht ordentlich vorwärts. Ob im Fernsehen, am Spielfeldrand oder selbst mit Ball und Rad unterwegs. Seit 2014 für Lensing Media im Einsatz, erst in Freier Mitarbeit, nun als Volontär.
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Hendrik Nachtigäller

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