Thomas Lohrmann weigert sich, sein 30-Euro-Knöllchen zu zahlen, das er sich auf dem Evinger Kik-Parkplatz eingefangen hat. Inzwischen soll er 97 Euro zahlen. © Andreas Schröter
Parken vor Kik-Filiale

Überraschende Wende im Knöllchen-Streit um Dortmunder Kunden-Parkplatz

Unsere Berichterstattung über den Ärger einiger Evinger über Knöllchen, die sie sich im Lockdown auf dem Kik-Parkplatz in Eving eingefangen haben, zeigt Folgen – das Unternehmen reagiert.

Wende im Streit um den Kik-Parkplatz am Evinger Platz: Das Unternehmen hat nach Angaben seines Sprechers Sören Heinrichsmeyer das Gespräch mit der Firma „Loyal Parking“ gesucht, die mit der Bewirtschaftung des Platzes beauftragt ist. Das Ergebnis: Seit dem 19. Januar wird der Parkplatz nicht mehr kontrolliert. „Wir können den Unmut sehr gut nachvollziehen“, so Heinrichsmeyer.

Allerdings: Wer bereits ein Knöllchen hat, wird wohl darauf sitzen bleiben und es bezahlen müssen. Heinrichsmeyer schreibt dazu: „Kik hat keinen Einfluss auf die Vergabe oder Höhe von Strafzetteln. Das beinhaltet auch den Umgang von Loyal Parking mit bereits ausgestellten Strafzetteln.“

Wie berichtet, hatten einige Evinger, die ihr Auto auf dem nahezu leeren Parkplatz abgestellt hatten, ein 30-Euro-Knöllchen erhalten, obwohl sie lediglich für zehn Minuten weg waren. Die Regel, die auf einem großen Plakat vor Ort auch nachzulesen ist, besagt, dass man sein Auto lediglich während der Öffnungszeiten für maximal 90 Minuten mit Parkscheibe dort parken kann. Wegen des Lockdowns ist die Kik-Filiale jedoch derzeit geschlossen.

„Nicht klar, welche Öffnungszeiten gemeint sind“

Die Betroffenen hatten kritisiert, dass nicht klar sei, welche Einrichtung mit diesen „Öffnungszeiten“ gemeint sei. Kik, die Bezirksverwaltungsstelle oder der Arzt Dr. Anders-Hoepgen.

So leer ist der Evinger Kik-Parkplatz am Evinger Platz in Corona-Zeiten
So leer ist der Evinger Kik-Parkplatz am Evinger Platz in Corona-Zeiten. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Einer, der sich bereits im Oktober ein 30-Euro-Knöllchen eingefangen hatte, ist Thomas Lohrmann (45). Damals war die Filiale noch geöffnet. Er sei jedoch bereits um 8.45 Uhr – also eine Viertelstunde vor Ladenöffnung – auf den Parkplatz gefahren, um vorher noch etwas anderes zu erledigen. Die Parkscheibe habe er selbstverständlich ins Auto gelegt, und er sei auch später noch in der Filiale gewesen, um etwas umzutauschen.

Einige Wochen danach erhielt er eine Mahnung mit Zahlungsaufforderung, obwohl er nach eigenen Angaben das orangefarbene Knöllchen gar nicht an seinem Wagen vorgefunden hatte. Es muss abgerissen oder weggeweht worden sein. Lohrmann geht deshalb davon aus, dass die Geldforderungen gegen ihn gar keine Rechtswirksamkeit haben. Schließlich habe er sofort die Mahnung erhalten, aber nie die eigentliche Rechnung, die dieser Mahnung vorausgehen müsse.

Er hat bisher nicht gezahlt und will es aus Prinzip auch weiterhin nicht tun. Inzwischen fordert ein Inkasso-Büro 97 Euro von ihm. Lohrmann ist wild entschlossen, den Fall anwaltlich klären zu lassen und notfalls damit vor Gericht zu gehen.

Der Kik-Sprecher wirbt um Verständnis für die Art der Parkraumbewirtschaftung in normalen Zeiten – also wenn die Filiale geöffnet ist: „Natürlich haben wir ein Interesse, dass der vorhandene Parkraum unseren Kunden während ihres Einkaufs zur Verfügung steht. Um das sicherzustellen, limitieren wir die Parkdauer während der Öffnungszeiten.“

Für die meisten Kunden sei dies geübte Praxis – werde doch auf fast jedem Kundenparkplatz des Einzelhandels eine solche Regelung getroffen. Dauerparken werde verhindert, genauso wie das unrechtmäßige Abstellen von Fahrzeugen.

„Viele Gründe für Regelung der Parkdauer“

Durch die hohe Fluktuation werden immer wieder Parkplätze frei für diejenigen, die bei Kik einkaufen wollen. Dies seien viele gute Gründe für eine Regelung der Parkdauer während der Öffnungszeiten.

Das sehen die meisten der jetzt mit einer Strafe belegten Parker übrigens ähnlich. Ihre Forderung: Der Parkplatz möge erstens abgesperrt werden, wenn die Kik-Filiale geschlossen hat, und zweitens soll auf dem Hinweisplakat genau erklärt werden, dass es sich auf die Kik-Öffnungszeiten bezieht. Auch Evings Bezirksbürgermeister Oliver Stens vertritt diese Ansicht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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