Der Prozess gegen die Altenpflegerin fand am Bochumer Landgericht statt. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Um Gläubiger loszuwerden: Altenpflegerin (31) täuscht Tod der Mutter vor

Die Mutter tot, die Therapie längst begonnen: Dreiste Lügen ließen die Bewährungs-Träume einer spielsüchtigen Frau aus Dortmund vor Gericht zerplatzen wie eine Seifenblase.

Um an Bargeld zu kommen, kannte eine spielsüchtige Frau (31) aus Wambel zuletzt keine Tabus mehr. Als ein Gläubiger ihr zu nah auf die Pelle rückte, täuschte sie sogar den Tod der eigenen Mutter vor. Nach einem Prozess am Bochumer Landgericht heißt es für die 31-Jährige jetzt: Rien ne va plus. Das Urteil: 14 Monate Gefängnis.

Angeklagte verkaufte Möbel, die ihr gar nicht gehörten

Die Angeklagte hatte Mitte 2019 einem Pizzabäcker versprochen, sich in seiner Abwesenheit um Ladenlokal und Wohnung zu kümmern. Als der Gastronom zurückkam, hatte die 31-Jährige neun Tische aus der Pizzeria plus einen Fernseher aus dessen Wohnung bereits verhökert und dafür 2800 Euro eingestrichen.

Auch zuvor von einem anderen Bekannten geliehene Werkzeuge waren von der Frau klammheimlich weiterverkauft worden. Als Ausrede erfand die 31-Jährige den Tod ihrer Mutter und schrieb dem dringend auf Rückgabe drängelnden Bekannten per SMS wörtlich: „Ich erwarte jetzt den Bestatter und habe leider erstmal keine Zeit.“

Weil die Angeklagte nicht davor zurückscheute, am Bochumer Landgericht erneut ein Lügenmärchen aufzutischen, sieht es für ihre Zukunft jetzt zappenduster aus. Die 31-Jährige hatte erzählt, sie habe bereits eine Spielsucht-Therapie eingestielt. Ein Testanruf in einer Prozesspause ergab jedoch: Auch das war dreist gelogen.

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