Ina Bahr, bei der Stadt Leiterin des Projektes "Neue Derner Mitte", und Susanne Linnebach, Leiterin des Amtes für Stadterneuerung (v.l.), wünschen sich eine kleinteilige Bebauung auf der Grenze von Derner Einkaufszentrum und dem Gelände der ehemaligen Zeche Gneisenau. © Andreas Schröter
„Neue Derner Mitte“

UNESCO-Erbe: Stadtplanerin sieht „viel Potenzial“ im Stadtteil Derne

Eine große Aldi-Filiale oder lieber drei kleinere Gebäude? Diese Frage stellt sich für den Bereich zwischen Einkaufszentrum und Zechen-Gelände in Derne. Die Diskussion geht weiter.

Die Diskussion um die „Neue Derner Mitte“ geht weiter. Aktueller Stand der Dinge: Der Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AUSW) hat das Thema jüngst auf später verschoben – mit dem Hinweis auf weiteren Beratungsbedarf. Nun muss sich der neue AUSW damit auseinandersetzen, der sich nach der Kommunalwahl allerdings zunächst konstituieren muss.

Außerdem soll es möglichst noch in diesem Jahr einen Runden Tisch geben, an dem die Fraktionsvorsitzenden im AUSW sowie in der Bezirksvertretung Scharnhorst, die sich ebenfalls neu konstituieren muss, vertreten sein sollen. Hinzu kommen Vertreter des Fördervereins „Gerne in Derne“. Das berichtet Susanne Linnebach, die Leiterin des Amtes für Stadterneuerung.

Großer Aldi oder kleinteilige Bebauung?

Zum Hintergrund: Zwischen Stadt und örtlicher Politik herrschen derzeit Meinungsverschiedenheiten, wie die Weiterentwicklung des Zeche-Gneisenau-Areals vor allem im Hinblick auf die Anbindung ans Derner Zentrum künftig aussehen soll.

Vereinfacht gesagt: Die Politik wünscht sich einen einzigen großen Bau, in dem eine Aldi-Filiale untergebracht werden könnte, die Stadt favorisiert stattdessen drei kleinere Gebäude, die nach Ansicht Susanne Linnebachs für mehr Durchlässigkeit zum Zechengelände sorgen würden. „Gerne in Derne“ hat sich dem angeschlossen.

Die Überbleibsel der Zeche Gneisenau sind Erkennungsmerkmal für Derne. Bei einer städtebaulichen Entwicklung sollen sie enger mit dem Zentrum verbunden sein
Die Überbleibsel der Zeche Gneisenau sind ein Erkennungsmerkmal für Derne. Bei einer städtebaulichen Entwicklung sollen sie enger mit dem Zentrum verbunden sein. © Oliver Schaper (A) © Oliver Schaper (A)

Die Bezirksvertretung Scharnhorst hatte diese Pläne in ihrer jüngsten Sitzung zugunsten des Aldi-Baus jedoch abgelehnt. Alle Beteiligten waren sich einig, dass das die Diskussion um den Spatz in der Hand und die Taube auf dem Dach ist: Der Aldi, für den es mit Dreyer-Immobilien einen konkreten Investor gäbe, wäre der Spatz, die drei kleineren Gebäude, für die es keinen Investor gibt, die Taube.

Susanne Linnebach betonte noch einmal, dass sie bei einer durchlässigen Lösung mit einem Festplatz zwischen dem Tomson-Bock und dem imposanten Doppelbock viel größere Chancen auf eine Förderung bis hin zur Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe sehe als bei der Aldi-Lösung.

Die Bewerbung dafür, die im Zusammenhang mit vielen anderen Objekten im Ruhrgebiet steht – wie unter anderem der Kokerei Hansa in Huckarde – soll noch in diesem Jahr rausgehen. Federführend ist hier die Industriedenkmalstiftung.

Wichtig bei der Städteplanung sei, so Susanne Linnebach, Identifikationsorte für die Menschen zu schaffen, die dort wohnen. In Derne sei ein solcher Ort sicherlich der riesige Doppelbock, den es somit zu erhalten und besser in Szene zu setzen gelte: „Wo Menschen sich wohlfühlen, da engagieren sie sich auch für ihren Stadtteil.“ Derne sei ein Stadtteil mit viel Potenzial, wobei allerdings auch die Eingangssituation am Kreisverkehr noch verbesserungswürdig sei.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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