Bei der illegalen Spritztour über die Leichtathletik-Anlage behält nicht nur das Schild „Fußball-Platz gesperrt“ Schäden zurück. © Irina Höfken
Strafanzeige

Vandalismus: Unbekannte rasen mit Auto über neue Leichtathletik-Anlage

Erst Ende Oktober ist ein brandneues Leichtathletik-Zentrum in Dortmund eröffnet worden. Bevor die ersten Sportler dort trainieren, wird die Anlage mehrfach zum Opfer von Vandalen.

Schmierereien, ausgerissene Geländer und eine Spritztour mit Folgen: Gleich zwei Strafanzeigen innerhalb von zwei Wochen hat der BV Teutonia Lanstrop im Dezember wegen Sachbeschädigung an der neuen Leichtathletik-Anlage stellen müssen.

Und das, obwohl noch nicht ein Sportler dort sein Training absolvieren konnte seit der symbolischen Übergabe am 31. Oktober durch den ehemaligen Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Über die Tartanbahn werden die Unbekannten wohl mit dem PKW zur Kugelstoßanlage gefahren sein.
Über die Tartanbahn werden die Unbekannten wohl mit dem PKW zur Kugelstoßanlage (hinten rechts) gefahren sein. © Irina Höfken © Irina Höfken

Spritztour mit Pkw über die Tartanbahn?

In der Nacht von Samstag (5.12) auf Sonntag seien Unbekannte mit dem Auto auf die Sportanlage gefahren und hätten dabei Schäden verursacht, sagt Teutonia-Vorsitzender Gerhard Niemeyer (81). Vermutlich hätten sie eine Zinkabdeckung der Kugelstoßanlage stehlen wollen, sagt er. Das sei aber reine Spekulation. Jetzt sei die Abdeckung eingeschlossen worden.

Am Sonntag (6.12) habe man Plastikteile einer Stoßstange und das verbeulte Geländer gefunden, sagt Niemeyer. „Da muss ein Auto mit hoher Geschwindigkeit rückwärts gesetzt haben.“ Auf dem Rasen seien keine Reifenspuren zu sehen gewesen, weshalb der 81-Jährige vermutet, dass die Täter über die Tartanbahn gefahren sein müssen.

Geländer an der Kugelstoßanlage ist demoliert.
Ein Geländer an der Kugelstoßanlage ist demoliert. © Irina Höfken © Irina Höfken

„Da es sich um Privatgelände handelt, liegt keine Verkehrsunfallflucht, sondern Sachbeschädigung vor“, sagt Polizeisprecherin Kristina Purschke. Die Strafanzeige sei am 7. Dezember gestellt worden, bestätigt sie. Zum jetzigen Zeitpunkt laufen die Ermittlungen – auch im Fall der zweiten Sachbeschädigung in der Woche darauf.

Verein will Videoüberwachung

In der Nacht von Freitag (11.12.) zu Samstag sei dann die neue Tribüne beschädigt worden, erklärt der Teutonia-Vorsitzende. Teile des Geländers wurden aus den Betonteilen gerissen und laut Niemeyer in den Mittelkreis des Fußballplatzes gelegt.

Vielleicht könne man einige Teile noch verwenden, aber der Materialschaden liege sicherlich bei 1000 Euro, sagt er. Hinzu kämen Schmierereien an der Tribüne. In diesem Fall sei der Täter aber bereits überführt worden.

Die abgerissenen Geländer-Teile wurden in den Mittelkreis auf den Fußballplatz gelegt.
Die abgerissenen Geländer-Teile wurden in den Mittelkreis auf den Fußballplatz gelegt. © Dominik Rötters © Dominik Rötters

„Alle sind sehr traurig, wenn Halunken hier Schwierigkeiten machen“, sagt Gerhard Niemeyer. Noch im Oktober blickte er stolz über die Millionen-Investition und sprach vom „Schmuckkästchen der Zukunft“ für die Leichtathletik in Lanstrop. Das will er jetzt vor weiteren Beschädigungen schützen. Mit dem Sportamtsleiter sei Niemeyer in Kontakt, die Anlage mit Videokameras überwachen zu lassen.

Die Teutonen-Maskottchen (vorne, v.l.) Tonja und Toni überreichten OB Ullrich Sierau (l.) und Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny (r.) Geschenke im Beisein des Teutonen-Vorsitzenden Gerhard Niemeyer (m.) bei der symbolischen Übergabe der Anlage am 31. Oktober.
Die Teutonen-Maskottchen (vorne, v.l.) Tonja und Toni überreichten OB Ullrich Sierau (l.) und Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny (r.) Geschenke im Beisein des Teutonen-Vorsitzenden Gerhard Niemeyer (m.) bei der symbolischen Übergabe der Anlage am 31. Oktober. © Dietmar Bock © Dietmar Bock

Wünschen würden sich die Teutonen, Bauzäune mit Verbotsschildern aufstellen zu können. Das müsse ebenfalls der Sportamtsleiter absegnen. Denn noch sei die Anlage von der Stadt nicht an den Verein offiziell übergeben worden. Die Feierlichkeit Ende Oktober sei rein symbolisch gewesen. Einige Baustellen seien noch offen und das Betreten der Anlage noch verboten.

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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