Unter Dortmunds Fußpflegern herrscht Verwirrung. Wann dürfen sie arbeiten? © dpa
Corona-Schutzverordnung

Verwirrend: Fußpflege ist in Dortmund verboten – aber es gibt Ausnahmen

Verbietet die Corona-Schutzverordnung Fußpflege? Kontrolliert das Ordnungsamt, indem es sich ärztliche Atteste zeigen lässt? Ein Paragraf der Verordnung kann verwirrend sein.

Unter Fußpflegern herrscht Unsicherheit, ob sie nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung ihren Beruf ausüben dürfen oder nicht. Allein von Dezember bis Anfang Januar gab es beim Dortmunder Ordnungsamt 22 Nachfragen zum Thema Fußpflege.

Auch Fußpflegerin Renate Karthaus ist sich unsicher. Sie ist kosmetische Fußpflegerin in Brackel und übt ihren Beruf seit Mitte Dezember nicht mehr aus. Eigentlich empfängt sie ihre Kunden in der Kosmetik-Lounge an der Schimmelstraße. Aber die Verordnung findet sie „echt irreführend“.

Dort heißt es: „Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann (insbesondere Gesichtsbehandlung, Kosmetik, Nagelstudios, Maniküre, Massage, Tätowieren und Piercen), sind untersagt.“

Ausnahmen betreffen jedoch, „medizinisch notwendige Leistungen“ von „Dienstleistern im Gesundheitswesen“ – übrigens „unabhängig vom Vorliegen einer eigenen Heilkundeerlaubnis“.

Darf Renate Karthaus nun arbeiten oder nicht?

Kosmetische Fußpflege verboten. Aber: Nicht nur Podologen dürfen arbeiten

Dürfen kosmetische Fußpfleger die Nägel eines Kunden schneiden, der es nicht selbst kann? Stadtsprecherin Katrin Pinetzki erklärt auf Anfrage der Redaktion, dass die kosmetische Fußpflege untersagt sei. Wer also bloß die Nägel lackiert und die Füße massiert haben will, um sich wohl zu fühlen, der muss warten bis der Lockdown vorbei ist.

„Das Schneiden von Nägeln sowie die Behandlung von Hühneraugen sind weiterhin möglich“, stellt die Stadtsprecherin klar. Aber: Ob eine Leistung medizinisch notwendig ist, wie es in der Verordnung heißt, müsse der Gewerbetreibende selbst und „auf eigenes Risiko“ entscheiden.

Und Pinetzki stellt auch klar: „Es dürfen nicht nur Podologen im Lockdown medizinische Fußpflege ausüben.“ Wichtig sei, dass es medizinische Fußpflege ist, „auch wenn sie von Fußpflegern ausgeführt wird, die nicht Podologen sind.“

„Auf eigenes Risiko“

„Ich kann mir das Risiko nicht erlauben“, meint Renate Karthaus. Denn wer gegen die Verordnung verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

In der Kosmetik-Lounge an der Schimmelstraße bietet Renate Karthaus ihre Fußpflege eigentlich an.
In der Kosmetik-Lounge an der Schimmelstraße bietet Renate Karthaus ihre Fußpflege eigentlich an. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Ein wenig dürfte Fußpflegerinnen wie Renate Karthaus beruhigen, dass die Stadt nicht aktiv kontrolliert. „Allenfalls geht das Ordnungsamt Hinweisen nach“, so Stadtsprecherin Katrin Pinetzki auf Nachfrage der Redaktion.

Trotzdem ist sich die Fußpflegerin unsicher und arbeitet während des Lockdowns nicht. „Mir ist das Risiko zu hoch und der Paragraf ist nicht eindeutig.“

Ärztliches Attest für die Fußpflege?
  • Die Handwerkskammer Düsseldorf weist auf ihrer Website darauf hin, dass manche Kommunen durch ein ärztliches Attest die medizinische Notwendigkeit überprüfbar machen.
  • Die Stadt Dortmund stellt klar, dass hier kein ärztliches Attest verlangt werde.
  • Abrechnen können übrigens nur Podologen mit den Krankenkassen. Wer mit einem ärztlichen Attest zur kosmetischen Fußpflege gehen würde, müsste trotzdem selbst zahlen.
Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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