Andrea Lepper arbeitet schon seit 16 Jahren vom heimischen Schreibtisch aus. Ein Internet-Totalausfall konnte nun erst nach mehreren Tagen behoben werden. © Privat
Störung

Viele Haushalte tagelang ohne Internet, Telefon und TV

Homeoffice und Distanzunterricht – viele Haushalte sind dieser Tage auf funktionierendes Internet angewiesen. Mehr als zwei Dutzend Haushalte mussten aber tagelang umdisponieren. Nichts ging mehr.

Das vielleicht beste BVB-Spiel der Saison konnte Familie Lepper am Samstagabend nicht bis zum Ende gucken. Der Grund? Plötzlich war der Fernseher schwarz, Sky nicht mehr empfangbar.

Kein Internet, kein Telefon, kein Fernsehen

Ärgerlich, aber nicht tragisch, wenn man seine Mannschaft nicht siegen sehen kann. Schlimmer jedoch sei die Situation für Menschen, die auf Internet und Telefon angewiesen seien, meint Andrea Lepper, die mit ihren zwei Kindern und Ehemann am Elverdinckweg wohnt.

Nicht allein Sky sei von einem auf den anderen Moment ausgefallen, sondern das Festnetz, Internet und einige TV-Sender. Familie Lepper ist Vodafone-Kunde. „Es kann ja immer mal vorkommen, dass das Internet kurz ausfällt, davon reden wir ja gar nicht“, meint die zweifache Mutter im Gespräch.

Schon vier Tage ohne Anschluss

Sie wandte sich an unsere Redaktion, weil das Problem schon vier Tage besteht und keiner sagen könne, wann es wieder Internet geben wird. Und mehr: Für Nachbarn wie Harry Oberheim (87) bedeutet der Ausfall von Telefon und Internet, dass sein Hausnotruf nicht mehr funktioniert.

Für den Witwer ist der mobile Notrufknopf ein Sicherheitsanker. Stößt ihm etwas zu, drückt er den Knopf und die Malteser werden umgehend informiert und können im Ernstfall gleich einen Rettungswagen vorbei schicken.

Kein Notruf, kein Distanzunterricht, keine Telearbeit

Als Harry Oberheim am Samstagabend merkte, dass es offenbar eine Störung bei Vodafone gibt, fragte er bei dem Internetanbieter nach. „Die Auskünfte waren sehr schwammig“, meint der 87-Jährige.

Erst hieß es, die Störung werde behoben. Tags darauf, als immer noch nichts funktionierte, teilte man ihm mit, dass sonntags keiner von der Servicefirma rauskomme.

Auf den Notrufknopf wollte der Witwer aber nicht verzichten, solange das Telefon nicht funktionierte. Er kontaktierte deshalb die Malteser, die den Knopf umprogrammierten.

Familie Lepper indes konnte zu Beginn der Woche weder arbeiten noch am Distanzunterricht teilnehmen. „Meine Tochter ist in der siebten Klasse. Am Montag haben wir die Sachen über das Handy runtergeladen, die sie für den Unterricht braucht“, erzählt Andrea Lepper.

Aber das Datenvolumen sei nicht groß, deshalb habe sie sich eine „Notlösung“ überlegen müssen: „Sie ist jetzt bei einer Freundin und nimmt da an den Unterrichtskonferenzen teil.“

Andrea Lepper arbeitet seit 16 Jahren von Zuhause aus. Man kann also sagen, dass sie krisenerprobt ist, was Internetstörungen angeht.

Sowas habe sie aber noch nicht erlebt – und es stellt sie vor große Probleme: „Ich kann nicht mal eben nach Bad Kreuznach ins Büro fahren.“

Vodafone braucht Zeit, um das Problem zu lösen

Immer wieder kontaktierte sie Vodafone und die Service-Firma Teleunion. Keiner konnte ihr sagen, wann die Störung behoben sein wird.

Dienstagnachmittag beobachtete sie dann einen Techniker und sprach ihn an. Die Straße müsse aufgerissen werde, wann das sein wird, wisse er nicht.

Auch die Pressestelle von Vodafone konnte am späten Dienstagnachmittag noch nicht sagen, wann die Arbeiten abgeschlossen sein würden. „Unsere Technik-Spezialisten arbeiten mit Hochdruck daran, die Störung zu beseitigen“, erklärt Pressesprecherin Heike Koring. Nach „umfangreichen Messungen“ sei inzwischen die Fehlerstelle lokalisiert, die 29 Haushalte vom Kabelglasfasernetz trennt. Um die Störung zu beheben, seinen Tiefbauarbeiten nötig.

An dieser abgesperrten Stelle lag der Fehler unter dem Asphalt. Aufwendige Messungen seien nötig gewesen, um die Stelle ausfindig zu machen.
An dieser abgesperrten Stelle lag der Fehler unter dem Asphalt. Aufwendige Messungen seien nötig gewesen, um die Stelle ausfindig zu machen. © Andrea Lepper © Andrea Lepper

Zum Zeitpunkt der Mitteilung hatten aber Tiefbauer und Techniker offenbar schon alles erledigt: Wie Andrea Lepper am Mittwochmorgen erzählt, habe sie am späten Dienstagnachmittag „ganz plötzlich wieder Internet“ gehabt.

Sie freut sich und fragt sich trotzdem: „Musste dieses Kuddelmuddel drei Tage lang sein?“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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