Sebastian Heinze von Grenzenlose Wärme zeigt sich erfreut über die neue Lagerfläche in Lanstrop - für knapp 150 Quadratmeter zahlt der Verein im Jahr 6300 Euro Miete. © Daniel Immel
Dank Preisgeld

Von Lanstrop in Krisengebiete: „Grenzenlose Wärme“ bezieht neue Lagerhalle

Fast drei Monate lang suchte die Hilfsorganisation „Grenzenlose Wärme“ nach einer preiswerten Lagerfläche. Dank eines vierstelligen Preisgeldes kann man diese finanzieren - der Standort überrascht dennoch.

Ein altes Mauerwerk, überwachsen mit Efeu, Holzträger halten das Dach. Schrott und nicht definierbares Material liegen auf dem Hof vor dem Gebäude. Der neue Ort, an dem die Hilfsorganisation „Grenzenlose Wärme“ künftig ihre Waren lagert, fühlt sich an wie ein Filmset – eine bekannte deutsche Krimireihe könnte hier spielen.

Den Machern von „Grenzenlose Wärme“ wird das vermutlich egal sein. Derzeit überwiege die Freude, eine preiswerte Lagerfläche mit ausreichender Kapazität gefunden zu haben, sagt der Vorsitzende der Hilfsorganisation Sebastian Heinze: „Die Halle war sehr wichtig für uns.“

150 Quadratmeter misst die Fläche, die die Organisation in der Lanstroper Halle in Anspruch nimmt – für eine Jahresmiete von 6300 Euro. Finanziert wird die Miete durch das Preisgeld, das „Grenzenlose Wärme“ durch den 1. Platz beim „Dortmunder Engagement“-Preis am 5.10. gewonnen hat. 7.500 Euro erhielten sie insgesamt.

„Mit der Halle ist das viel entspannter, weil es hier ebenerdig ist“, sagt Sebastian Heinze. Vorher habe man die Artikel, die die Organisation in Krisengebiete versendet, in der Speicherstraße im Hafenquartier gelagert. „Wir waren in der Speicherstraße am Hafen im dritten Stock ohne Aufzug“, sagt Heinze.

Workflow wird durch die Halle vereinfacht

Man habe dort die Sachen gepackt, sortiert und die Paletten zum Versand bestückt – parallel dazu eine Spedition zur Abholung beauftragt. „Dann brauchtest du anderthalb Stunden vor der Abholung fünf Leute, die geholfen haben, die Sachen runterzutragen“, so Sebastian Heinze.

Diese Probleme gibt es am neuen Standort in Lanstrop nicht mehr. Die Halle verfügt über zwei Tore, die die Organisation zum Be- oder Entladen ihres Materials verwenden kann: „Wir können entweder mit dem Hubwagen zum Tor fahren oder haben eine Laderampe“, sagt Sebastian Heinze.

Seit drei Wochen nimmt der ehrenamtliche Verein die Lagerfläche in der Halle in Anspruch. Dass man an das Gebäude gelangt ist, kam eher zufällig zustande. Seit Juni suchte der Verein nach einer Lagerstätte. Über Kontakte habe man eine Suchanzeige geteilt – bis der Halleneigentümer auf die Organisation zuging.

Die Fläche in Lanstrop „ist das Einzige gewesen, was erschwinglich war, deshalb haben wir dann zugesagt“, sagt Sebastian Heinze. Vergleichbare Hallen, beispielsweise im Hafen, würden sechs Euro pro Quadratmeter kosten – für den ehrenamtlichen Verein finanziell nicht umsetzbar.

Knapp 39.000 Artikel lagern in der Halle

Derzeit lagern knapp 39.000 Artikel in der Lanstroper Lagerhalle. Bestehend aus Erwachsenenkleidung und Hygiene- und Medizinartikeln wie Pflaster, Verbandszeug, Desinfektionsmittel, Handreinigungsmittel – Lebensmittel möchte man hier nicht lagern.

Zwar verfügt der Hilfsverein noch über Räume in der Speicherstraße 100. Diese dienen aber in erster Linie zum Sortieren. Die Lagerhalle müsse man nur besuchen, falls Material vom Sortierraum ins Lager gebracht werden oder eine Lieferung oder eine Abholung anstehe.

„Wir versuchen das so zu timen, dass hier so wenig Zeit wie möglich verbracht wird“, sagt Heinze. Das hängt auch mit der Lage des Standorts zusammen. In Lanstrop zu lagern, sei kein Nachteil, erläutert Sebastian Heinze – man sei allerdings aufs Auto angewiesen.

In der Regel würde man die Waren aus der Speicherstraße mithilfe eines Wagens transportieren – alternativ würde man auch schon mal einen Van der Diakonie anfragen. Ein Lastenfahrrad habe man für die knapp elf Kilometer lange Strecke notfalls auch.

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