Gemeinde-Mitarbeiterin Britta Martin und Pfarrerin Kerstin Hanke haben die Fenster des evangelischen Gemeindehauses Wickede weihnachtlich geschmückt. © Andreas Schröter
Coronavirus

Was eine Dortmunder Gemeinde für die Corona-Weihnacht plant

Die Adventszeit 2020 ist völlig anders als in den Jahren zuvor. Auch die Kirchengemeinden müssen umdenken. Eine interessante Idee für Heiligabend kommt aus Wickede.

Die Corona-Krise trifft auch die Kirchengemeinden, in denen es in anderen Jahren in der Adventszeit ganz besonders emsig zugeht. Um wenigstens ein wenig weihnachtliches Flair zu verbreiten, haben Pfarrerin Kerstin Hanke, Mitarbeiterin Britta Martin und andere Mitglieder der evangelischen Gemeinde Wickede den Keller des Gemeindehauses geplündert und weihnachtliches Dekor nach oben geholt.

Das schmückt nun die lange Fensterfront am Wickeder Hellweg. Lichterketten, Rehe, Kulissen mit Kirchen und Häuserfronten sowie ganz viele Sterne sind dort zu sehen. Mit Letzteren hat es eine ganz besondere Bewandtnis. Die Gemeinde hat die Mitglieder aufgefordert, selbst Hand anzulegen und Sterne zu basteln. Dafür ist Kerstin Hanke selbst durch die Gemeinde gezogen und hat jede Menge Briefe mit einer Bastelanleitung in die Briefkästen gesteckt.

Gemeindemitglied Marion Hugo überreicht Pfarrerin Kerstin Hanke ihre selbst gebastelten Sterne
Gemeindemitglied Marion Hugo überreicht Pfarrerin Kerstin Hanke ihre selbst gebastelten Sterne. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Sie sei nun überrascht, sagt sie, wie viele Menschen tatsächlich selbstgebastelte Sterne zurückgeben. Vielleicht sei es so, dass viele ein Bedürfnis haben, in der Weihnachtszeit so etwas zu tun. Und falls in den nächsten Tagen noch weitere Sterne kommen, gibt‘s noch ein paar freie Fenster. Auch eine große Figur – ein Sterntalermädchen – könnte noch hinzukommen, die die vielen Sterne auffängt.

Seelsorgerische Arbeit gestaltet sich als schwierig

Für sie selbst sei dieser Advent besonders schwierig, sagt Kerstin Hanke, weil sie ihre seelsorgerische Tätigkeit nicht in dem Maße ausüben könne, wie es wünschenswert wäre. Bei jedem Fall müsse sie aus Corona-Gründen neu überlegen: „Kann ich es jetzt wirklich riskieren, zu diesem oder jenem Bedürftigen in die Wohnung zu gehen?“ Mit Ersatzangeboten im Internet funktioniere es zwar im Jugendbereich relativ gut, nicht aber bei den Senioren. Immerhin bleibe der telefonische Kontakt.

Noch unklar ist, wie die Weihnachtstage selbst in der evangelischen Gemeinde Wickede ablaufen werden. Kerstin Hanke ist dankbar für das Angebot der katholischen Gemeinde Vom Göttlichen Wort, ihr für einen Festtagsgottesdienst die katholische Kirche zu überlassen, denn die ist größer als die evangelische, sodass mehr Besucher kommen dürften.

Kerstin Hanke hat auch die Idee, einen kleinen Parcours zu Heiligabend aufzubauen, also mehrere Stationen, die die Besucher nacheinander durchlaufen, sodass sich immer nur einige wenige Menschen an derselben Stelle aufhalten. An einer Station könnte etwas vorgelesen werden, an einer anderen Musik erklingen und so weiter. Der Höhepunkt wäre die Orgelmusik in der Kirche. Auch plane sie noch ein modern gestaltetes YouTube-Video, in dem Jesus im Mittelpunkt stehen soll.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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