Die Comenius-Grundschule an der Akazienstraße in Wambel hat ein schönes Schulgelände, das aber oft Ziel von Vandalismus ist. Kann ein Zaun Abhilfe schaffen? © Andreas Schröter
Vandalismus an Schulen

Zaun ja oder nein? – Politik diskutiert über Schulgelände-Sicherung

An der Comenius-Grundschule in Wambel ist es in der jüngeren Vergangenheit zu einigen Fällen von Vandalismus gekommen. Nun diskutiert die Politik, ob ein Zaun Abhilfe schaffen kann.

Soll die Comenius-Grundschule an der Akazienstraße in Wambel künftig durch einen Zaun vor Vandalismus und Einbruch geschützt werden? Über diese Frage diskutierten die Brackeler Bezirksvertreter in ihrer Dezember-Sitzung lange. Die Grünen hatten einen entsprechenden Antrag gestellt und begründen ihn so: „In der jüngeren Vergangenheit ist es wiederholt zu Vandalismusschäden und Diebstählen gekommen. Daher soll die Schule außerhalb der Schulzeiten besser gesichert werden.“ Das Kleinspielfeld soll davon unberührt bleiben und weiterhin dauerhaft zugänglich sein.

Zweifel an der Wirksamkeit

Die anderen Fraktionen waren nicht überzeugt von der Wirksamkeit einer solchen Maßnahme. Tenor in der Sitzung: „Wer irgendwo einbrechen will, der lässt sich auch von einem Zaun nicht daran hindern.“ Es müsste dann schon ein sehr hoher Zaun sein, der am besten oben noch mit Stacheldraht versehen sei. Ein Schulhof sei aber doch auch so etwas wie ein öffentliches Gelände, das zugänglich bleiben sollte, sagte Christian Goldschmidt von der Fraktion Die Linke/Die Partei.

Der kleine Sportplatz an der Comenius-Grundschule soll weiterhin dauerhaft erreichbar sein - auch wenn ein Zaun den Rest der Schule sichert.
Der kleine Sportplatz an der Comenius-Grundschule soll weiterhin dauerhaft erreichbar sein – auch wenn ein Zaun den Rest der Schule sichert. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Claudia Plieth von den Grünen verteidigte den Antrag: Überall dort, wo solche Zäune installiert worden seien, sei der Vandalismus, womit vor allem Graffiti-Schmierereien gemeint sind, zurückgegangen – zum Beispiel am Robert-Bosch-Berufskolleg in der Nähe des U-Turms. Man wolle ja nicht die gesamte Schule einzäunen, sagte Parteifreundin Heide Kröger-Brenner, aber die Schule sei mit dem Wunsch nach einem Zaun an ihre Partei herangetreten, weil das Gelände wohl ein gerne genutzter Treffpunkt von Jugendlichen geworden sei, die sich nicht immer vorbildlich verhalten.

Verletzung der internen Gepflogenheiten

Unbeliebt machte sich die CDU-Fraktion, indem sie einen Antrag verteilte, in dem sie zunächst das Einholen von Experten-Meinungen wie zum Beispiel von der Polizei fordert. Es gehöre nicht zu den verabredeten Gepflogenheiten in der Bezirksvertretung Brackel, die anderen Parteien mit solchen Anträgen zu überfallen, hieß es. Die CDU habe die Möglichkeit gehabt, die anderen BV-Mitglieder lange vor der Sitzung per E-Mail zu erreichen. Der neue CDU-Sprecher Martin Unland entschuldigte sich.

Am Ende entschieden sich die Bezirksvertreter für einen Prüfauftrag an die Verwaltung: Sie möge prüfen, ob ein solcher Zaun sinnvoll sei und was er koste. Zum CDU-Antrag bat der neue Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) die Spitzen aller Fraktionen, für eine der nächsten Sitzungen einen gemeinsamen Antrag zu formulieren – was diese annahmen.

Keine Mehrheit fand der Grünen-Antrag auf Bau einer Fahrradabstellanlage an der Comenius-Grundschule, weil diese Schule damit gegenüber allen anderen Schulen im Stadtbezirk bevorzugt würde.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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