Hombruchs Trainer Alexander Enke hat keinen Handlungsdruck. © Stephan Schuetze
Fußball-Landesliga

Acht Spiele sind für HSV-Trainer zu wenig, um sich von Spielern zu trennen

Die Kaderplanung für die nächste Saison ist für viele Klubs im Moment nicht gerade einfach. Der Trainer eines Dortmunder Landesligisten hofft, dass es den Vereinen vielleicht noch etwas leichter gemacht wird.

Die Saison 20/21 ist noch jung, obwohl sie das nach dem Kalender schon lange nicht mehr sein dürfte. Aber die Corona-Zwangspause würfelt alle Zeitabläufe gehörig durcheinander.

Für viele Klubs hat das auch gravierende Folgen für die Kaderplanung, mit der sie im Normalfall in dieser Zeit des Jahres schon viel weiter wären. Aber nur eine Handvoll Partien, die bisher gespielt wurden, machen es Vereinen und Spielern gleichermaßen schwierig sich eventuell neu zu orientieren.

Das bekommt auch der Hombrucher SV zu spüren – obwohl der Landesliga-Klub in der guten Lage ist, mit einem zumindest geglückten Acht-Spiele-Start in die Saison nicht zwingend reagieren zu müssen. „Das ist wohl so“, sagt HSV-Trainer Alexander Enke, der im Moment frei von jedem Druck ist, personell reagieren zu müssen.

„Ich muss aber auch sagen, dass mir auf der anderen Seite jede belastbare Grundlage fehlt, auf der ich mich überhaupt von Spielern aus dem eigenen Kader trennen könnte. Es sind gerade mal acht Spiele in der Saison absolviert. Da kann ich es keinem Spieler zum Vorwurf machen, sich vielleicht noch nicht so gezeigt zu haben. Dafür ist die Zeit einfach zu kurz gewesen, waren die Gelegenheiten zu wenig“, sagt Enke.

„Sicherlich hat man den ein oder anderen Kandidaten im Kopf oder die ein oder andere Position, auf der man vielleicht Handlungsbedarf sieht“, sagt Enke. „Aber an einen großen Schnitt denke ich nicht. Dafür war die Zeit bisher einfach auch viel zu kurz. Und ein großer Fan solcher großen Veränderungen bin ich ohnehin nicht – wenn sie denn nicht hundertprozentig notwendig sind.“

Und noch etwas erleichtert dem Trainer des Hombrucher SV die Entscheidung, einstweilen zurückhaltend zu sein. Zum einen hatte der Klub bei den Neuzugängen zuletzt ein glückliches Händchen. „Und es hat sich in den wenigen Spielen der aktuellen Saison gezeigt, dass wir so gut besetzt sind, dass wir auch von der Bank aus immer gut reagieren können. Der Kader, den wir jetzt haben, ist qualitativ auf hohem Niveau wirklich ausgeglichen. “

Dennoch ist das Thema Kaderplanung für Alex Enke und seine Vereinsführung eines. Und der Trainer formuliert die vorsichtige Hoffnung, dass es vielleicht auch von Verbandsseite angesichts der besonderen Lage noch eine Erleichterung geben könnte. „Ich erhoffe mir, dass wenn es irgendwann weitergeht, man dann noch genug Zeit hat bis zur nächsten Wechselperiode. Eine Musterlösung dafür habe ich auch nicht parat. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass sich doch noch eine Wechselperiode verschiebt.“

Ansonsten arbeite man aktuell nur ganz gezielt am Personaltableau. Spruchreif, sagte Enke, sei das alles noch nicht. Bis auf die Tatsache, dass er selbst und sein Co-Trainer Benjamin Bielmeier dem Hombrucher SV noch länger erhalten bleiben werden. Das ist schon jetzt sicher.

Bleibt die Unsicherheit, wann denn überhaupt wieder der Ball rollen wird und wie die Vereine sich darauf vorbereiten können. Die Diskussion darüber, ob zwei Wochen Vorbereitungszeit, wie vom FLVW vorgeschlagen, tatsächlich reichen, oder nicht doch vier Wochen zwingend nötig wären, hat Enke natürlich auch verfolgt.

„Zwei Wochen sind eigentlich zu wenig, ja. Ich bin aber auch ehrlich: Ich fänds einfach toll, wenn es irgendwann weitergeht. Und wenn es dann nur zwei Wochen sind, dann sind es eben nur zwei Wochen. Sicherlich müssen wir dann bei der Belastung der Spieler besonders aufpassen. Das ist richtig.“

Aber aus seiner Sicht und aus eigener Erfahrung, so Enke, verlaufe die Grenze zwischen machbar und kaum machbar in dieser Diskussion zwischen Westfalenliga und Oberliga. Da wo man dreimal die Woche trainiere und am Wochenende spiele, wie unterhalb der Oberliga üblich, sei die Belastung auch bei kurzer Vorbereitung so, dass man die Spieler hinreichend schonen könne.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
61er-Jahrgang aus Bochum, seit über 35 Jahren im Journalismus zu Hause - dem Sport und dem blau-weißen VfL schon ewig von Herzen verbunden - als Sportredakteur aber ein Spätberufener.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.