Ein echte Überraschung gab es im Derby zwischen Kirchderne und Kemminghausen. © Schaper
Fußball-Bezirksliga

Alle Bezirksliga-Berichte, alle Trainer-Stimmen – So haben die Dortmunder Teams gespielt

Wir haben alle Spielberichte zu den Dortmunder Fußball-Bezirksligisten, mit allen Reaktionen. So erfahrt ihr zum Beispiel, wer den VfR Sölde mit drei Toren an der Spitze gehalten hat.

Die Dortmunder Teams sind in den Bezirksligen gut unterwegs. In der Gruppe 8 liegen drei Dortmunder Teams an der Spitze, In der Staffel 9 liegen die Dortmunder Mannschaften in Lauerstellung hinter Tabellenführer Nordkirchen.

Bezirksliga 8

ASC 09 II – Türkischer SC Kamen 2:1 (1:0) – Die Erfolgsserie des ASC 09 II hält weiter an. Auch nach dem dritten Spieltag ist das Team von Spielertrainer Tim Schwarz unbesiegt und rangiert mit sieben Zählern auf Platz. „Es war nicht ganz so überzeugend wie in der Vorwoche“, analysiert Schwarz. In der vergangenen Woche hatte der ASC überraschend gegen den Topfavoriten Königsborner SV gewonnen. Sein Team habe sich gegen den Konkurrenten diesmal einschläfern lassen. Schwarz hatte sein Team in Führung geschossen (28.). „In der zweiten Halbzeit hätte ich mit zwei Großchancen aber mein Team frühzeitig in Sicherheit schieße können“, sagte Schwarz. So war es Maximilian Venhuis, der in der 90. Minute mit dem 2:0 für die Entscheidung sorgte. Nach dem Anschlusstreffer durch Enes Yavuz (90.+3) wurde direkt abgepfiffen.

ASC: Altfeld – Wrobel, Mielsch, Wedemann, Buderus, Myakotin, Schwarz, Belketti, Giering, Adams, Hövel

Tore: 1:0 Schwarz (28.), 2:0 Venhuis (90.), 2:1 Yavuz (90.+3)


TuS Hannibal – ETuS/DJK Schwerte 8:0 (4:0) – Das war mal eine deutliche Ansage an die Konkurrenz. Der Tabellenzweite TuS Hannibal fertigte mal kurz den Schwerter Klub ETuS/DJK mit 8:0 ab. In dieser Form gehört der Klub definitiv zu den Meisterschaftsanwärtern. „Mir haben die letzten 20 Minuten aber gar nicht gefallen. Da haben alle Hacke, Spitze, eins, zwei, drei gespielt. Das geht nicht. Wir müssen die Nummer seriös zu Ende spielen. Dann gewinnen wir auch 12:0 oder 13:0“, sagte Trainer Hamsa Berro.

Was die Mannschaft bis zur 70. Minute zeigte, war aber überragend. ETuS/DJK Schwerte lief nur dem Ball hinterher. „Ja, das hat mir sehr gut gefallen“, so Berro. Top-Spieler Mahmoud Najdi traf gleich viermal (44., 55., 84., 90.). Die restlichen Treffer steuerten Denis Ljatifi (15.), Samet Kaya (29.), Ibrahim Berro (34.) und Bilal Cildir (54.) bei.

TuS: Yilmaz – Boulila, Lepinski, Ljatifi, Najdi, Cildir (59. Haziri), Ribeiro (73. Kopuz), Kaya, Odum (55. Abaraghoin), Amhaouach (68. Hamdaoui), Berro

Tore: 1:0 Ljatifi (15.), 2:0 Kaya (29.), 3:0 Berro (34.), 4:0 Najdi (44.), 5:0 Cildir (54.), 6:0 Najdi (55.), 7:0 Najdi (84.), 8:0 Najdi (90.)


VfL Schwerte – TuS Körne 2:2 (0:1) – Körnes Trainer Dominik Grobe kam nach Spielschluss aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. „Wir haben ganz leichtfertig drei Punkte verspilet. Schwerte hätte gar nicht mehr zu dem Ausgleich kommen dürfen“, sagte Grobe. Beim Stand von 1:1, John Paul Hiltenkamp hatte Körne in der 16. Minute in Führung geschossen, verschoss erst Connor O´Reilly, der Körne mit 2:1 in Führung geschossen hatte (79.) einen Elfmeter (82.) und im Anschluss traf Hiltenkamp völlig freistehend den Pfosten (90.). Im direkten Gegenzug glich aber der ehemalige Huckarder Kingsley Ndubueze, de auch zum 1:1 getroffen hatte ) (50.), noch aus (90.+1). „Wir haben leichtfertig zwei Punkte verschenkt“, sagte Grobe.

Körne: Klick – Müller, K. Gründel (81. L. Gründel), Hamdoun (68. Tchilemo), Lammers, Kleine (51. Kilic), Hiltenkamp, BrüggemannO´Reilly, Marx, Ferreira

Tore: 0:1 Hiltenkamp (16.), 1:1 Ndubueze (50.), 2:1 O´Reilly (79.), 2:2 Ndudueze (90.+1)


VfR Sölde – BV Brambauer 5:2 (2:1) – VfR-Trainer Marco Nagel hat diesmal den Sieg von der Bank gebracht. Denn der eingewechselte Ertugurul Aksoy schoss in der Schlussphase mit drei Treffern den 5:2-Sieg heraus (87., 90. 90.+2), Zuvor hatten Marvin Koschinski (26.) und Fynn Krahn zum 1:0 (26.) und 2:1 (31.) getroffen. „Wir haben uns gegen Brambauer echt den Arsch abgebrochen und fast alles in dem Spiel falsch gemacht“, so Nagel. Zumindest hat der Coach gut gewechselt. Neben dem dreifachen Torschützen setzt nämlich auch der eingewechselte Rithuschan Ketheeswaren nach einer langen Pause wieder Akzente. Nach dem Erfolg ist der VfR Sölde das einzige Team der Liga, das alle drei Spiele gewonnen hat.

VfR: Preuß – Krahn, Dölling, Dos Santos, Maurice Koschinski (83. Ketheeswaran), Garando, Sriewski, Wilhelm (84. Müller), Kuhfeld, Holtze, Koschinski (62. Aksoy)

Tore: Marvin Koschinski (26., FE), 1:0 Fluder (29.), 2:1 Krahn (31.), 2:2 Kosner (67.), 3:2, 4:2, 5:2 Aksoy (87., 90., 90.+2)


Bezirksliga 9

Westfalia Huckarde – SuS Olfen 4:1 (2:1) – Auf das spektakuläre 5:2 im Derby folgte ein laut Trainer Mathias Tomaschewski „verdienter Arbeitssieg“ seiner Westfalia. Das Resultat eines starken Auftakts ist der zweite Tabellenplatz, und zwar ungeschlagen. „Ich bin wirklich stolz auf diese Mannschaft. Wir kommen nach einem 0:1 wieder und gewinnen. Ich bin kein Trainer, der über Verletzte jammert, daher sage ich positiv: Wir machen das als Team super.“ Sascha-Marc Reinholz (23.) und Ron Hibbeln (45.) drehten noch vor der Pause den Rückstand durch Lars Meier (6.). Wieder Hibbeln (55.) und Amin Echamlali (90.+3) machten es deutlich.

Huckarde: Jung – Leggett, Meschede, Schwanenberg, Blunck – Tomaschewski (65. Wagner, 79. Pires)), Mertin – Echamlali, Hibbeln (73. Kodoma), Karunaratna (61. Singh) – Reinholz

Tore: 0:1 Meier (6.), 1:1 Reinholz (23.), 2:1 Hibbeln (45.), 3:1 Hibbeln (55.), 4:1 Echamlali (90.+3)


TuS Eichlinghofen – RW Germania 0:3 (0:3) – Ein Spiel, das wir wohl besser besucht hätten: Wem glauben? Das sind beide nette Jungs, nur sagen sie komplett etwas anderes. Also stellen wir es ganz wertungsfrei gegenüber. Marc Neul, Trainer des TuS Eichlinghofen, fand: „Wir spielen auf ein Tor, ein Mega-Spiel von uns 70 Minuten lang. Fast jeder von uns hatte eine Chance. Spontan fallen mir Maurice Much, Lvi Butt, Niels Niemeyer, Alessandro Desiderio und Andreas Uphues ein. Wir waren sprachlos, dass wir 0:3 verloren hatten.“ Die Sprache verschlug es Dennis Rensmann, Germanias Trainer, fast, als er das hörte und stellte seine Sicht der Dinge dar: „Wir hatten einen Matchplan, notfalls auch dreckig zu gewinnen. Das hat geklappt. Bis auf einen Elfmeter habe ich keine große Chance der Eichlinghofer gesehen. Maurice Schumann in der 75., Philip Schröder in der 86. und Kenan Avci in der 88. Minuten mit einer Energieleistung sorgen für einen verdienten Sieg.“

Eichlingofen: Fibbe- Peterhülseweh (76.Pluck), Uphues, Schreiber, Hirsch (79. Niemeyer) – Much (79. Wöhl), Desiderio – Petreian (66. Knappmann), Dapi – Voss, Butt

Germania: Leppert – Obi, Kücükaycan, Staudinger (2. Bozmaz), Herzog – Ben Achour, Avci – Schumann,Werkmeister (79. Schröder) – Najdi, Tielker

Tore: 0:1 Schumann (75.), 0:2 Schröder (86.), 0:3 Avci (88.)


SG Castrop-Rauxel – FC Roj 2:4 (0:2) – Erster Sieg für Roj! Der aus der Ferne zusehende Trainer Jan Ramadan (er war gesperrt) war aber trotzdem nicht zufrieden. Benjamin Fischer stand für ihn an der Linie und sah, wie seine Spieler anstelle des klugen Querpasses eher selbst ihr Glück im Abschluss versuchten. Ramadan erklärte: „Das ist nicht, wie wir bei Roj spielen wollen. Unser Plan ist der Pass auf den besser postierten Mann.“ Immerhin aber verwertete Marcel Ramsey zwei Standards, einen Elfmeter (17.) und einen laut Ramadan sehenswerten Freistoß (24.). Luca Seegers verkürzte auf 1:2 (65.), dann traf Yassine Azzou Chantah für Roj (81.). Zwar machte es Serkan Kalkan für die Castroper noch einmal spannend (85.). Mücahit Deniz (89.) aber sorgte für die Entscheidung.

Roj: Jusufi – Fouelifack, Shaibu (66. Sulaiman), Cenan (46. Deniz), El Aamraoui – Ramsey, Bruno – Tairech, Bouzekry, Chantah (90. Ait Hadda)- Daruesh

Tore: 0:1 Ramsey (17, Foulelfmeter), 0:2 Ramsey (24.), 1:2 Seegers (65.), 1:3 Chantah (81.), 2:3 Kalkan (83.), 2:4 Deniz (89.)


BG Schwerin – BW Huckarde 1:1 (1:1) – Vorher und sogar noch nach zehn Minuten hätte BW-Trainer Thomas Faust eingeschlagen und gesagt: „Das 1:1 nehme ich.“ Nach einer regelrechten Chancenflut in der Schlussphase mit vier Eins-gegen-Eins-Situationen plus Nachschüssen trauerte Faust dem vergebenen Dreier aber nach: „Ganz klar: Zur Analyse gehören auch 60 ausgeglichene Minuten bei guten Schwerinern. Und sie hatten hinterher auch noch eine Hundertprozentige, aber dann belohnen wir uns einfach nicht.“ Vorwürfe machte Faust seinen Jungs nicht: „Die Einstellung war da. Bald folgt auch der Lohn.“

BW: Burbaum – M. Lange, Drögeler, Aksözek, Scharge – Kozul, Spichal (88. Kurt) – Degerli (70. Mund-Reyes), Kalan (90. Reuscheck), Schürmann – Walter (80. Kopperschläger)

Tore: 1:0 Wissing (8.), 1:1 Schürmann (10.)


Viktoria Kirchderne – VfL Kemminghausen 2:1 (0:0) – Die Viktoria aus Kirchderne bleibt in der Fußball-Bezirksliga weiter unbesiegt und rückt auf Platz drei vor. Gegen den Mitfavoriten auf den Titel, VfL Kemminghausen, gewannen die Kirchderner mit 2:1 (0:0).

In einem Spiel auf überschaubarem Niveau setzte sich Viktoria Kirchderne im Nachbarschaftsduell gegen den höher eingeschätzten VfL Kemminghausen knapp mit 2:1 durch. Speziell in der ersten Hälfte war es ein langweiliger und über weite Strecken auch fader Kick. Der VfL war zwar spielbestimmend, fand aber selten eine Lücke in der aufmerksamen Defensive der Viktoria. Die Umschaltbemühungen der Kirchderner verliefen aufgrund etlicher Fehlpässe ebenfalls im Sande.

Die einzige gute Tormöglichkeit vergab Kemminghausens Michael Oscislawski, der aus der Drehung knapp über das Tor zielte (11.). Die zweite Halbzeit begann dann aber furios: Kemminghausens Semih Esen war von der Kirchderner Abwehr nicht vom Ball zu trennen, seine scharfe Hereingabe verwandelte Rasit Tekin aus kurzer Entfernung zum 0:1 (46.).

„Statt auf das 2:0 zu spielen, schenken wir erst Kirchderne einen Treffer, um dann noch in einen Konter zu laufen, obwohl ich noch in der Halbzeit davor gewarnt habe“, ärgerte sich Kemminghausens Trainer Bülent Kara über die Geschehnisse in der letzten halben Stunde. Zunächst half Kemminghausens Torhüter Tugay Ayasli beim 1:1-Ausgleich durch Benjamin Schulz kräftig mit: Völlig unbedrängt ließ er einen Ball fallen und servierte das Spielgerät dem einschussbereiten Innenverteidiger der Gastgeber genau vor die Füße (59.). In der 77. Minute verweigerte der VfL die Abwehrarbeit nahezu komplett.

Erkan Yigit wurde überhaupt nicht angegriffen und konnte auf den mitgelaufenen Patrick Kasper querlegen, der den Ball mit Vehemenz zum viel umjubelten 2:1-Siegtreffer in die Maschen drosch. Die Schlussoffensive des VfL blieb ohne Erfolg. In der Nachspielzeit gab es noch einen Freistoß an der Strafraumgrenze, den Yalcin Erkaya in die Mauer drosch (90.+3.). „Es war im Endeffekt ein glücklicher Sieg, wir hatten zwei Torchancen, die wir genutzt haben. Vor der Pause haben wir bei möglichen Umschaltaktionen zu viele Fehlpässe gespielt“, sagte Viktoria-Trainer Rene Tschirner nach dem unerwarteten Dreier.

Kirchderne: Kube – Milde, Fröse, Schulz, Akman (47. Budde), Olesch, Losch, Kasper, Bouhadi – Rudek (85. Kurnaz), Yigit (89.+1. Mbavaidi)

Kemminghausen: Ayasli – Buyruk, Ebel (77. Kücükyagci), Akbulut – Esen, Marinelli, Oscislawski (65. Erkaya), Bozkurt (77. Avci), Jallow (86. Abou-Saleh), Tekin, Ersoy

Tore: 0:1 Tekin (46.), 1:1 Schulz (59.), 2:1 Kasper (77.)


FC Nordkirchen – Mengede 08/20 3:0 (3:0) – Den kompletten Spielbericht findet ihr hier: Spielbericht!

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