Auf einen Querdenker-Livestream seines streitbaren Mitglieds Artur Helios aus dem Vereinsheim auf dem Schützenhof im vergangenen April reagierte der VfL Schwerte umgehend - allerdings nicht öffentlich. © Bernd Paulitschke
Fußball

Artur Helios: Querdenker-Livestream aus dem Vereinsheim – VfL Schwerte reagierte sofort

Im April nahm Artur Helios an einem Livestream der Querdenker-Szene teil - aus dem Vereinsheim des VfL Schwerte heraus. Die Reaktion des Klubs unterscheidet sich von den aktuellen Äußerungen.

Vor rund einem Monat wirkte Artur Helios aus dem Vereinsheim des VfL Schwerte heraus an einer Livestream-Veranstaltung der Querdenker-Szene mit. Dazu äußerte sich der VfL anders als in seiner aktuellen Stellungnahme. Das belegt ein Chatverlauf, der dieser Redaktion vorliegt.

Auf einem Standbild ist zu erkennen, wie VfL Schwerte-Mitglied Helios am 8. April an einer Video-Veranstaltung – laut Einblendung offenbar mit dem Namen „Couch Andreas“ – teilnimmt. Im Hintergrund: das Logo des VfL Schwerte. Ein User des Sozialen Netzwerkes Twitter, der den Querdenkenden offenbar kritisch gegenübersteht, sah die Verbindung von VfL-Logo und Querdenken-Veranstaltung offensichtlich als Grund, um den VfL Schwerte zu kontaktieren.

User konfrontiert den VfL Schwerte

Der Nutzer, ein Jugendfußball-Trainer aus Norddeutschland, schrieb dem Facebook-Auftritt des Vereins. Der Chatverlauf zwischen dem User und dem VfL Schwerte liegt dieser Zeitung vollständig vor.

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Der User fragte beim Klub nach, ob die Veranstaltung im Interesse des VfL Schwerte sei. Er erhielt prompt eine Antwort. Die unterscheidet sich deutlich von dem, was der VfL zu dem Hitlergruß-Vorfall Helios´ aus dem Oktober 2020 zu sagen hat.

Eine klare Distanzierung von Helios, der aus Fröndenberg kommt, dessen Hitlergruß-Causa juristisch noch nicht final geklärt ist, bleibt bislang aus. Würde der Hitlergruß durch die Justiz als solcher beurteilt werden, würde sich der VfL Schwerte von Helios distanzieren, lautet das bislang deutlichste Statement des Klubs.

Das sah im vergangenen April noch anders aus. Die Antwort des VfL Schwerte enthielt nämlich Sätze wie „Natürlich ist so eine Haltung nicht in unserem Sinne, im Gegenteil: Wir distanzieren und selbstverständlich“.

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Demnach habe Helios das Vereinsheim für eine Videokonferenz gemietet, ohne weitere Angaben über die Zwecke zu machen, wie VfL-Wirtschaftsratsvorsitzender Bernd Arnhold auf Anfrage bestätigt.

VfL Schwerte handelt und kontaktiert Artur Helios

Der VfL Schwerte handelte umgehend. Zunächst kündigte der Verein eine eigene Stellungnahme dazu an, fragte sogar nach Hilfe bei der Verbreitung. Nach eigener Aussage habe der Vorstand am Tag nach dem Livestream mit Helios telefoniert. „Wir haben sofort reagiert und ihn unmissverständlich aufgefordert, das Video sofort zu löschen – was dann auch geschehen ist“, erklärt Arnhold.

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In der Tat scheint das Video nun öffentlich nicht mehr auffindbar zu sein. Gleichzeitig sah der VfL Schwerte von einer öffentlichen Stellungnahme ab.

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