Der ASC 09 spielt im Waldstadion in Aplerbeck. © Foltynowicz
Fußball

ASC 09 kritisiert im Video die Corona-Regeln fürs Stadion und macht sich darüber lustig

In einem Video zeigt ein Mitglied des Jugendvorstandes des ASC 09 die neue Block-Aufteilung im Aplerbecker Waldstadion. Der Jugendleiter erklärt nun, was die Intention des Umbaus ist.

So, schönen guten Morgen in die Runde. Herrliches Fußballwetter. Erstes Spiel dieses Jahr offiziell hier im Waldstadion.“ So begrüßt Matthias Kick des Jugendvorstandes des ASC 09 Dortmund die Zuschauer seines Videos. Darin zeigt er den neu erstellten Gäste-Block im Aplerbecker Stadion sowie die neue Süd-Tribüne für die Heimfans.

Denn die Zuschauer der Spiele beim ASC 09 werden demnächst – wie bei Bundesliga-Spielen – in verschiedenen Stadion-Blöcken zu finden sein. Die sind sorgsam abgetrennt. „Fanblöcke wie im Westfalenstadion“, kommentiert Kick. Ärger zwischen den Fans der verschiedenen Mannschaften, die demnächst im Waldstadion aufeinandertreffen, sollen so verhindert werden – oder ist die Intention etwa eine andere? Der Ärger konzentriert sich in diesem Video zwar auf die Stadt. Diese hält sich bei den Corona-Regeln jedoch an die übergeordnete Corona-Schutzverordnung des Landes.

„Wir alle können es kaum erwarten. Endlich können wir überhaupt wieder Spiele bestreiten“, sagt ASC-Jugendleiter Matthias Kick. Der Verein habe immer versucht, wieder frühst möglich Training anzubieten und habe dafür viel Aufwand betrieben. Besonders in die Hygienekonzepte hätten er und seine Vorstandsmitglieder eine Menge Zeit investiert.

„Und dann kommt die Stadt und erzählt etwas von fest zugeordneten Sitz- und Stehplätzen“, sagt Kick. Er und sein Vorstandsteam könnten diese weiteren Vorschriften nicht verstehen. Vor allem, weil „im Jugendfußball wenig Infektionsrisiko herrscht und die Inzidenz in Dortmund (Stand 20. Juni: 16,7; Anm. d. Red.) sehr gering ist“. Die Fanblöcke sind also einfach aufgrund der Hygienevorgaben der Corona-Schutzverordnung entstanden, nachdem das Ordnungsamt, der Stadtsportbund sowie der Fußballkreis auf eben diese die Vereine hingewiesen hätten.

Aber was sind die Punkte, die dem Aplerbecker Vorstandsteam aufs Gemüt schlagen? Auf der Vereinshomepage gehen die ASC-Verantwortlichen ins Detail:

„In Kreisen und kreisfreien Städten der Inzidenzstufe 1 ist der Zutritt von Zuschauerinnen und Zuschauern zu Sportveranstaltungen im Freien unter Beachtung folgender Maßgaben möglich:

  • fest zugewiesene Sitz- oder Stehplätze,
  • sichergestellte besondere Rückverfolgbarkeit für die Sitz- und Stehplätze,
  • Einhaltung der Vorschriften zum Mindestabstand, wobei bei festen Sitzplätzen eine Besetzung im Schachbrettmuster ausreicht,
  • Auslastung auf höchstens einem Drittel der regulären Zuschauerkapazität.“

Das Video von Matthias Kick zu den Corona-Maßnahmen am Waldstadion:

Die Meinung der Vereins-Verantwortlichen dazu: „Das heißt, eine einfache Erfassung der Kontaktdaten reicht nicht aus. Es muss dokumentiert sein, welche Person sich an welchem Sitz- oder Stehplatz aufgehalten hat. Dies gilt auch für Eltern oder andere Begleitpersonen während des Trainingsbetriebs. Wir bitten, diese Regelung bei den Planungen zu berücksichtigen. […]

Dies hat darüber hinaus zur Folge, dass viele Mannschaften im Fußballkreis auf die Austragung verzichtet haben, weil es gerade kleineren Vereinen nicht möglich ist, einen solch geforderten Aufwand zu stemmen. Wir stellen uns daher die Frage, ob diese neuerliche Bestimmung im Sinne des Erfinders oder letztlich der Kinder und Jugendlichen ist?

Wir meinen Nein! Und fordern die Verantwortlichen auf, diese Regelung zu überdenken und für das nächste Wochenende auf ein für den Amateursport erträgliches Maß zu reduzieren!“

Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten erklärt Kick weiter, man habe jeden Spaß mitgemacht, „ohne mit der Wimper zu zucken, aber irgendwann ist es genug“. Mit dem neuen Stadionkonzept beim ASC bräuchte man – wie im Westfalenstadion – auch ein paar Ordner. Pro Spiel so etwa drei bis vier. Die im Jugendbereich für jedes Spiel aufzutreiben, sei nicht so leicht.

Für den Fußballkreis Dortmund ist es wichtig festzustellen, dass diese Verordnungen weder vom Kreis noch von der Stadt Dortmund kommen. „Das sind die Verordnungen des Landes NRW. Und es ist wichtig, während der Pandemie sich an die zu halten, damit der niedrige Inzidenzwert nicht wieder steigt“, sagt Timo Lammert vom Kreis.

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Niklas Berkel

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