Welchen Spieler würden Sie auf den Platz bringen, wenn sie wählen könnten? Das haben wir Dortmunder Trainer gefragt. © imago images/PanoramiC
Fußball

Blanko-Check für die Dortmunder Klubs, aber keiner nimmt Mbappe, Messi oder Neymar

Welchen Spieler würden Sie auf den Platz bringen, wenn Sie frei wählen könnten? Das haben wir Dortmunder Trainer gefragt. Mit dabei ist auch ein Spieler, den man nicht erwartet hätte.

Angenommen Sie hätten einen Wunsch frei: Welchen Spieler, egal welchen auf der Welt, würden Sie für Ihren Kader dazugewinnen wollen? Diese Frage haben wir mehreren Amateurfußball-Trainern in Dortmund gestellt. Ein Spieler müsste sich aufteilen.

Sascha Rammel, Kirchhörder SC (Landesliga 3): „Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich Robert Lewandowski holen. Er garantiert einem 40 Tore – oder zumindest 30 – pro Saison. Er fällt nie aus und als Trainer weiß man, was man an ihm hat. Dazu gibt Lewandowski ein super Vorbild für Jüngere ab. Seine Einstellung ist tadellos.

Von Lewandowski würde ich nicht weniger erwarten, als dass er uns zum Aufstieg schießt. Und wahrscheinlich lockt er den einen oder anderen Sponsoren zu unserem Verein.“

Sascha Rammel würde sich Robert Lewandowski in seiner Mannschaft wünschen.
Sascha Rammel würde sich Robert Lewandowski in seiner Mannschaft wünschen. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Alexander Enke, Hombrucher SV (Landesliga 3): „Ich würde gerne einen Spieler nehmen, der nicht mehr spielt: Sebastian Kehl. Vom Typ her tut er einer Mannschaft einfach gut. Er ist ein Fixpunkt.

„Das ist das, was eine Mannschaft und ein Trainer braucht!“

Tim Preuß, Trainer Viktoria Kirchderne

Kehl hat zwar auf der spielerischen Seite das eine oder andere Manko, aber er ist ein richtiger Leader. Und in der Defensive kann man sich immer gut auf ihn verlassen. Er ist ein Typ, an dem sich eine Mannschaft hochziehen kann, wenn es mal nicht so gut läuft. Auch wenn er Fehler macht, taugt er als Vorbild.

Mir wäre wichtig, dass er vorweg geht und die Mannschaft führt. Zudem stünde er jedem meiner Spieler als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie könnten zu ihm aufschauen.“

Marco Nagel, VfR Sölde (Bezirksliga 8): „Haaland! Weil wir einen Stürmer suchen. Erling Haaland ist von der Einstellung her, seinem Kampfgeist, der Geschwindigkeit und seinem Spielverständnis einfach ein Spieler, den man als Trainer in seinem Team haben möchte.

Er ist ein Teamplayer, der jeden Spieler mit seiner Art und Weise mitreißt. Trotz seines jungen Alters führt er eine Mannschaft.“

„Er ist ein Leader, der vorne weg geht, ein richtiges Kampfschwein.“

Frank Eigenwillig, Trainer RW Barop

Tim Preuß, Viktoria Kirchderne (Bezirksliga 9): „Die Wucht meines Wunschspielers und seinen Siegeswillen kann jedes Team gebrauchen: Ich rede von Erling Haaland. Er ist vor dem Tor eiskalt. Überall auf der Welt wäre man froh, den im Team zu haben.

Ich würde von ihm einfach Tore erwarten, das ist klar. Aber was man beim BVB sieht, macht ihn noch viel bedeutender: Wie der die Jungs mitreißt, welche Siegermentalität er hat – das ist das, was eine Mannschaft und ein Trainer brauchen!“

Für Tim Preuß wäre Erling Haaland das letzte Puzzle-Teilchen.
Für Tim Preuß wäre Erling Haaland das letzte Puzzle-Teilchen. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Frank Eigenwillig, RW Barop (Kreisliga A1 Do): „Da muss ich nicht lange überlegen: Kevin de Bruyne. Er verkörpert alles, was den heutigen Fußball ausmacht. Er bringt die Dynamik mit, die Technik, die Abschlussqualitäten. Kurzum: Er ist ein Leader, der vorne weg geht, ein richtiges Kampfschwein. Mit ihm bekommt man das komplette Paket.

Ronaldo, Messi, Lewandowski sind weltspitze, aber das Gesamtpaket, das de Bruyne mitbringt, würde ich wählen, wenn ich mir einen aussuchen könnte. Er ist sich auch nicht zu schade, nach hinten zu arbeiten. Der würde bei dir die komplette Verantwortung im Team übernehmen.

ManCity hat auch deshalb das Champions-League-Finale verloren (0:1 gegen FC Chelsea, Anm. d. Red.), weil de Bruyne so früh im Spiel ausgewechselt werden musste, behaupte ich.“

Viktor Pusch, SV Körne 83 (Kreisliga A2 DO): „Maro Reus! Zum einen bringt er als Fußballer richtig gute Qualität mit, zum anderen imponiert mir seine Identifikation. Er ist ja ein Dortmunder Jung, der nicht dem Ruf des Geldes gefolgt, sondern in seiner Herzensstadt geblieben und dort nun Kapitän ist und immer vorangeht. Zudem haben wir früher Haus an Haus gewohnt (lacht).

Er macht häufig das 1:0 oder 2:1, ist also in den wichtigen Momenten da. Zudem bewegt er sich gut zwischen den Ketten und ist schwer zu fassen für die Abwehrspieler. Das finde ich gut. Von ihm würde ich mir erhoffen, dass er vorangeht und Tore macht.“

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