Ajan Dzaferoski (M.) steht beim TuS Bövinghausen nur noch ein Torhüter zur Verfügung. © Stephan Schuetze
Fußball-Westfalenliga

Bövinghausen hat nur noch einen Keeper – Top-Torwart verlässt den TuS

Im Sommer ist Fußball-Westfalenligist TuS Bövinghausen mit vier Torhütern in die Saison gestartet. Jetzt hat der Verein nur noch einen Keeper – ein Top-Torhüter hat den Verein verlassen.

Der TuS Bövinghauen hatte zu Beginn der Saison ein Luxusproblem. Mit Ricardo Seifried, Sören Gerlach, Constantin Scholl und Frederic Westergerling war der Fußball-Westfalenligist auf der Torhüter-Position mehr als gut aufgestellt. Zuletzt waren mit Seifried und Westergerling von den anfangs vier Keepern nur noch zwei übrig geblieben – und jetzt hat sich der nächste verabschiedet. Dem TuS bleibt also nur noch ein einziger Torhüter.

„Es ist schade, dass man so früh wieder gehen muss“, sagt Frederic Westergerling und verbessert sich sofort. „Gehen möchte.“ Denn der 26-Jährige, der vor der Saison als Stammtorhüter vom Oberligisten Hammer SpVg gekommen war, hat TuS-Boss Ajan Dzaferoski darum gebeten, seinen bis 2021 laufenden Vertrag vorzeitig auflösen zu dürfen. „Manchmal ist das einfach so im Fußball, dass es nicht lange hält“, sagt Westergerling.

Dzaferoski bestätigt, dass der Torwart auf ihn zugekommen sei – und der TuS-Boss hat ihm keine Steine in den Weg gelegt. „Das ist vollkommen legitim, denn er möchte mehr Spielzeit bekommen. Wir haben mit Ricardo Seifried einen anderen sehr guten Torwart“, erklärt Dzaferoski.

Frederic Westergerling verlässt Bövinghausen nach nur fünf Monaten schon wieder. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Damit spricht Dzaferoski den Knackpunkt der Entscheidung von Westergerling an: Der Ex-Hammer hat in der Westfalenliga kein einziges Spiel für den TuS gemacht, den Vorzug bekam immer Seifried, der ebenfalls aus der Oberliga kam – was laut Quellen der Ruhr Nachrichten auch so im Vertrag von Seifried stehen soll.

Das bestätigt Westergerling zwar nicht direkt, umschreibt die Situation aber anders: „Im Endeffekt ist es ja nicht nur eine Entscheidung des Trainers, wer spielt, sondern auch eine Entscheidung des Vereins. Wir kamen beide aus der Oberliga. Dass alles offen war, hatte ich mir tatsächlich vorher so ausgerechnet“, sagt der 26-Jährige. „Schade, dass es dann im Endeffekt nicht so gekommen ist.“

„Ich sehe das Ganze nicht negativ“

Trotzdem wirkt Westergerling nach seiner Entscheidung entspannt und keinesfalls sauer auf die Entscheidungsträger in Bövinghausen: „Ich sehe das Ganze nicht negativ, ich habe in Bövinghausen super Charaktere kennengelernt. Und es war ja nun mal meine Entscheidung, im Sommer hierherzukommen, obwohl ich auch andere Angebote hatte“, so der Keeper, der auch bei Oberligist Hamm noch einen Vertrag bis 2021 gehabt hätte.

Der Hauptgrund für Westergerlings Wechsel war aber sowieso kein sportlicher. Für sein Studium an der FH Dortmund zog der 26-Jährige in die Stadt, hat mittlerweile auch einen Werksstudentenjob. „Bei uns wird keiner mehr Profi“, sagt der Ex-Bövinghauser und lacht, „von daher war der Wechsel von der Oberliga zum TuS schon der richtige Ansatz.“

Westergerling bleibt wahrscheinlich in der Westfalenliga

Den Dortmunder Fußballfans wird Westergerling aber wahrscheinlich erhalten bleiben – und der Westfalenliga auch. Allerdings wird es für ihn wohl bald nicht mehr um den Aufstiegs-, sondern um den Abstiegskampf gehen: Nach Informationen der Ruhr Nachrichten steht Westergerling vor einer Unterschrift bei Westfalia Wickede. Bestätigen wollte Westergerling das noch nicht.

Dass er aber mehrere Spieler in Wickede kennt und mit Westfalia-Kickern wie Chris Herwig gut befreundet ist, daraus macht der Keeper kein Geheimnis und verrät: „Als ich nach Dortmund gezogen bin, ist Emre Konya (ehem. Sportlicher Leiter von Wickede, Anm. d. Red) auf mich zugekommen, aber das hat dann damals nicht geklappt.“

Wird es dafür aber jetzt vielleicht: Auch zu Daniel Dukic, dem aktuellen Sportlichen Leiter der Westfalia, pflegt der Keeper laut eigenen Aussagen einen freundschaftlichen Kontakt.

Und was bedeutet der Abgang von Westergerling eigentlich für Bövinghausen? Klub-Chef Ajan Dzaferoski bleibt trotz eines einzigen Torhüters gewohnt gelassen: „Wir werden auf Frederic Westergerlings Abgang reagieren und befinden uns bereits in Gesprächen.“

Über die Autorin
Redakteurin
Jahrgang 1993, geboren und aufgewachsen in Dortmund. Liebt den Sport und die Emotionen dabei privat und beruflich, vor allem den Handball. Seit 2014 bei Lensingmedia - nach Praktikum, freier Mitarbeit und Volontariat jetzt Sportredakteurin.
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Nina Bargel

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