Ajan Dzaferoski hat im Ausland zugeschlagen. © Stephan Schuetze
Fußball

Bövinghausen kritisiert Brackels Vorschlag: Olaf Schäfer wird das nicht gefallen

In Olaf Schäfer fordert der erste Fußball-Vorsitzende aus dem Dortmunder Amateurfußball den Saisonabbruch. Ajan Dzaferoski vom TuS Bövinghausen hält dagegen.

Seit Mittwoch steht fest: Im November trägt kein Amateurfußballer in Deutschland ein Spiel aus. In einer Bund-Länder-Runde entschieden sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten zu schärferen Corona-Maßnahmen, die unter anderem auch den Amateursport betreffen. Vom 2. November bis mindestens Ende November dürfen Amateursportler weder trainieren noch spielen. In Olaf Schäfer fordert der Vorsitzende des SV Brackel den Saisonabbruch, ein anderer Boss kontert scharf und schlägt ein anderes Modell vor.

Olaf Schäfer würde am liebsten sofort einen Haken hinter die im September begonnene Saison setzen. „Ein Impfstoff ist ja noch nicht kurzfristig in Sicht. Deshalb sehe ich keinen Sinn darin zu versuchen, die Saison abzuschließen. Die sollen lieber die Spielzeit jetzt komplett abbrechen. Das wäre für mich die beste Lösung“, sagt der Vorsitzende des SVB.

Als unsere Redaktion am Donnerstagmittag Ajan Dzaferoski, Vorsitzender des Fußball-Westfalenligisten TuS Bövinghausen, mit dem Vorschlag konfrontiert, ärgert dieser sich massiv. „Wenn er (Olaf Schäfer, Anm. d. Red.) das meint, dann ist er für mich kein Fußballer. Was sollen die Leute denn bis zum Sommer nächstes Jahr machen? Däumchen drehen? Wenn er das so sieht, dann ist er fehl am Platz“, so die harten Worte Dzaferoskis.

Es verwundert wenig, dass Ajan Dzaferoski von einem Abbruch der Saison wenig wissen möchte. Bekanntlich investiert der TuS-Boss in seinen Kader, um ihn mittelfristig in die Oberliga zu führen. Klappt der Oberliga-Aufstieg schon in dieser Saison, hätte Dzaferoski gewiss nichts dagegen. Und momentan läuft es gut für den Klub aus dem Dortmunder Westen, der nach acht Spieltagen die Tabelle anführt.

Dzaferoski hat daher eine Idee. Er selbst glaubt nämlich nicht daran, dass in diesem Jahr noch einmal ein Ball über einen Dortmunder Amateurfußball-Sportplatz rollt. „Ich wäre dafür, dass nur die Hinrunde gespielt wird und diese dann nur in die Wertung einfließt. Man weiß ja auch nicht, wie sich das Wetter entwickelt“, gibt der TuS-Boss zu bedenken.

Was Dzaferoski konkret meint, ist ein veränderter Passus in der Spielordnung. Wegen der Corona-Pandemie hatte der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) vor dem Saisonstart in seiner Spielordnung schriftlich verbrieft, dass es möglich sei, die Saison zu werten, wenn mindestens 50 Prozent aller Spiele einer Gruppe durchgeführt worden sind. Bei einer komplett durchgespielten Hinrunde wäre dies der Fall.

„So entscheidet der Tabellenstand unter Anwendung einer Quotientenregelung über Meister, Auf- und Absteiger. Hierzu werden der Punkte- und Torquotient (1. Erzielte Punkte geteilt durch Anzahl der gewerteten Spiele (mit drei Nachkommastellen); 2. Tordifferenz geteilt durch Anzahl der gewerteten Spiele (mit drei Nachkommastellen); 3. Anzahl der geschossenen Tore geteilt durch Anzahl der gewerteten Spiele (mit drei Nachkommastellen)) zugrunde gelegt“, heißt es in der Spielordnung des WDFV.

Käme es zum entsprechenden Szenario, dann würden dem TuS Bövinghausen nur noch neun Siege zum sicheren Oberliga-Aufstieg fehlen. Neun Partien stehen für den TuS in der Hinrunde nämlich noch aus. „Das wären dann neun Endspiele für uns. Wir nehmen es, wie es kommt“, sagt Dzaferoski, der sich einen Saison-Re-Start Mitte beziehungsweise Ende Februar 2021 vorstellen kann.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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