Dietrich Liskunov ist neu beim FC Brünninghausen. © Screenshot
Fußball-Westfalenliga

Brünninghausens Liskunov zum Duell mit Bövinghausen: „Für uns ist keiner unschlagbar“

Dietrich Liskunov war einer der Köpfe des FC Frohlinde in den vergangenen Jahren. Im Sommer ist er zum FC Brünninghausen gewechselt. Bald wartet das Derby gegen Bövinghausen auf den FCB. Angst hat Liskunov nicht.

Er war das Gesicht des Vereins, für den er acht Jahre kickte. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge wechselte er eine Liga höher in den Dortmunder Raum. Im Westfalenliga-Kader versteckte sich der Neue von Beginn an nie. Das Bierchen danach und gerne mal ein Zigarettchen gehören für ihn auch in der sechsten Liga in Maßen dazu. Als Joker stach der Genussmensch jetzt am Sonntag zum ersten Mal. Er ist aber nach Dortmund gekommen, um als Stammspieler im oberen Bereich der Tabelle mitzumischen. In eigener Sache und auch mit der Mannschaft ist der Neue auf einem guten Weg, seine Ziele zu erreichen.

Dietrich Liskunov (26) heißt der Mann, der als Spieler und als positiver Typ seinen neuen Kollegen des FC Brünninghausen schon jetzt viel Freude bereitet. Im Interview spricht er über sich, seine Ziele und die Chancen des Spitzenreiters.

Dietrich Liskunov, in Castrop-Rauxel sind Sie als langjähriger sehr erfolgreicher Spieler des FC Frohlinde bekannt wie ein bunter Hund. Hier lernen wir Sie und Ihre offene Art schnell kennen. Vielleicht helfen Sie uns aber ein wenig nach und erzählen etwas über sich…

Über mich als Fußballer oder als Person?

Gerne beides!

Also, ich kam als Dreijähriger aus Kasachstan nach Deutschland, habe aber an mein Geburtsland kaum Erinnerungen, war aber zum Familienbesuch ein paar Mal da. Hier nennen mich alle schon immer nur Didi. Als kleiner Junge habe ich bei BG Schwerin angefangen, zu kicken. Ich wollte schon immer Fußball spielen. Dann ging ich als B-Junior zu RW Ahlen, später spielte ich mit der U17 und 19 von Rot-Weiss Essen in der Bundesliga. Nach einem Jahr beim DSC Wanne-Eickel war ich meine komplette Seniorenzeit in Frohlinde. Da war ich zuletzt Kapitän.

Dazu bitte zwei Fragen: Warum haben Sie als Junioren-Bundesligakicker – mit Verlaub – nur beim FC Frohlinde gespielt? Und warum verließen Sie als Identifikationsfigur in diesem Sommer Ihren Verein?

Zu Frage eins: Ich bekam damals in der Schule langsam Schwierigkeiten. Mir war aber schon bewusst, dass es wohl nicht für ganz oben reichen wird. Daher habe ich mich für Schule und Studium entschieden. Das ist okay für mich. Ich bin sehr gesellig, habe als Nicht-Profi auch die Möglichkeit, mit Leuten etwas zu unternehmen. Ich spiele in meiner Freizeit übrigens auch gerne Padel-Tennis. Und jetzt der Wechsel liegt auch daran, dass unsere Trainer Stefan Hoffmann und Michael Wurst gegangen sind. Wahrscheinlich wäre ich geblieben, hätten sie verlängert.


Betrachten wir noch einmal Ihre erste Antwort und gehen einen Schritt weiter. Wie läuft Ihr Studium?

Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen und arbeite als Werksstudent für Bosch. Das ist schon zeitintensiv. Ich bin aber nach Dortmund gezogen, wohne jetzt gegenüber der Kneipe Schmackes von Kevin Großkreutz, also mittendrin.

Sind wir damit schon bei Ihrer zweiten Antwort, warum Sie zum FCB kamen?

Schon etwas! Denn der Weg hoch zum Platz ist enorm kurz, das passt mir gut. So kriege ich das alles unter einen Hut. Aber das ist nicht alles.

Was noch?

Ich hatte, nachdem ich meinen Abschied aus Frohlinde erklärte hatte, einige Angebote. Aber Florian Gondrum hat mich überzeugt, dass ich mich in Brünninghausen sehr wohlfühlen werde und er auch auf mich setzt. Die Mannschaft hat mich auch sehr gut aufgenommen, so dass ich mich sofort wohlgefühlt habe.

Dass Sie sich wohlfühlen, glauben wir Ihnen auch sofort. Gemütlich haben Sie sich nach dem ersten Test in Nordkirchen damals eine Zigarette vor der Kabine gegönnt, Ihren Kollegen einen lockeren Spruch. Und jetzt nach dem 5:2-Sieg gegen den SV Sodingen waren es Sie, der die Jungs zum gemeinsamen Gesang zusammentrommelte. Sie reden also auch eine Liga höher mit…

Ja, wir haben viele junge Spieler. Mit meinen 26 Jahren bin ich ja noch nicht so alt, aber schon einer der Älteren. Da muss ich auch mal Verantwortung übernehmen. Und mir ist das Gemeinschaftsleben wirklich sehr wichtig. Dazu gehört eben auch das Bierchen danach und für mich auch das Zigarettchen zwischendurch. Aber ich achte schon darauf, so zu leben, dass ich meine Leistung bringen kann.

Bislang durften Sie das noch nicht von Beginn an. Wissen Sie, warum?

Ja, ich hatte mich zum Ende der Vorbereitung verletzt. Daher benötige ich noch etwas Zeit. Und es ist natürlich auch noch einmal ein Qualitätssprung von der Landesliga in die Westfalenliga. Den traue ich mir aber zu, den trauen auch die Trainer mir zu. Sonst hätten sie mich ja nicht geholt. Jetzt hatte ich eine Vorlage und ein Tor gegen Sodingen, das macht mir schon richtig Spaß hier. Ich denke, ich habe mich da schon ganz gut gemacht.

Sie leben den Fußball und Ihr Spiel. Wie beschreiben Sie das, was Sie gerne auf dem Platz machen?

Ich mag alles, was zur Rolle außen hinter den Spitzen gehört: Kombinationen, Eins gegen Eins, den Abschluss. Ich bin vielleicht nicht der Größte, aber dafür kämpfe ich auch dann, wenn es notwendig ist. Ob rechts oder links ist gar nicht so wichtig. Wir sind da alle sehr flexibel.

Sie sind Tabellenführer, was bestimmt kein Zufall ist. Wo sehen Sie Ihre Mannschaft im Vergleich zum TuS Bövinghausen, der mit seinem Personal als Topfavorit auf den Aufstieg gilt?

Wir haben auch eine starke Mannschaft. Jetzt ist noch Florian Gondrum wieder genesen. Aber klar: Wir können uns alle noch verbessern, insgesamt noch besser Fußball spielen, aber gerade nach vorne machen wir es schon richtig gut. Wir müssen weiter an uns arbeiten. Aber wir haben schon vier Gegner besiegt. Das ist gut. Ich weiß, wie stark Bövinghausen ist. Die haben auch alles bislang gewonnen. Bald kommt der TuS ja zu uns. Da sehen wir weiter. Aber für uns ist keine Mannschaft unschlagbar.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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