Borussia Dortmund II

BVB-U23 empfängt Aachen – Hober wünscht sich wieder mehr Dominanz

Borussia Dortmunds U23 trifft am Sonntag auf Alemannia Aachen. Im Aufstiegsrennen will der BVB bis zum Ende bleiben, er braucht Punkte - und muss sich anpassen.
Wünscht sich mehr Dominanz: BVB-II-Mittelfeldmann Marco Hober (r.). © Bielefeld

Das Geburtstagsgeschenk zum 20. Ehrentag kam kalt und unerwartet. Als Alaa Bakir an diesem Freitag auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel ankam, begrüßte ihn Taylan Duman mit einem vollen Eimer Wasser. Bakirs Frisur war dahin – und die Kollegen hatten Grund, zu spotten und zu lachen. Reichlich Frohsinn wurde jedenfalls per Instagram präsentiert – und man muss kein Meister der Tiefenpsychologie sein, um dem BVB-II-Kader guten Gewissens eine ausgezeichnete Gemütslage zu diagnostizieren.

Leistungen und Tabellenstand machen dies möglich. Auf Rang zwei startet die Borussia ins neue Jahr, trifft am Sonntag auf Alemannia Aachen (15 Uhr, BVB-Trainingsgelände) – und will den bereits 14. Sieg im 20. Ligaspiel erringen. Immerhin drei Wochen mussten die Dortmunder mal kein Pflichtspiel bestreiten – der Kraftspeicher ist dementsprechend gefüllt. „Die kurze Pause hat uns auf jeden Fall geholfen“, sagt Mittelfeldspieler Marco Hober – und meint zum Aufstiegsrennen mit RWE: „Wir haben eine super Ausgangslage, spielen guten Fußball und wollen dran bleiben.“

BVB-U23-Spieler Marco Hober lobt seine Kollegen

Inzwischen befindet sich der 25-Jährige in seiner fünften BVB-II-Spielzeit. „In der U23“, so sagt er, „habe ich es schon häufig erlebt: Mal sind wir in einen Flow geraten – und dann gab es wieder Phasen, in denen es uns schwer gefallen ist, unser Spiel zu zeigen. In diesen Phasen zeigt es sich, ob man ein Spitzenteam ist oder nicht. Das müssen wir abwarten.“ Bisher laufe es sehr gut, „das Potenzial haben wir also. Aber zum Titelkampf gehört natürlich noch viel mehr.“ Zum Beispiel die permanente Konstanz, die nötig sein wird, um Essen auf Strecke zu stellen.

Der BVB II braucht also Siege. „Bis jetzt sind wir mit dem Druck gut umgegangen“, findet Hober. „Druck ist nicht schlecht, Druck gehört zum Fußball, vor allem wenn man höher spielen will. Essen spielt sehr, sehr konstant und sehr gut in der Liga und im Pokal. Die Saison ist aber sehr lang und kräftezehrend“, meint der Mann fürs zentrale Mittelfeld. „Auch Essen wird mal Probleme haben.“ Dann will sich die Borussia als Nutznießer erweisen. Schleppte sie sich 2020 bestens merkbar in die Mini-Weihnachtspause, soll der Dortmunder Spielstil von nun an den Takt vorgeben.

BVB-U23-Spieler Marco Hober wurde zuletzt effektiv zugestellt

„Wir müssen wieder vermehrt unseren dominanten Fußball spielen“, sagt zumindest Hober. Und: „Das haben wir zuletzt nicht mehr in aller Deutlichkeit geschafft.“ Zudem sei es klar: „Die Gegner analysieren uns natürlich auch, das haben wir schon gemerkt zuletzt.“ Da wurde Hober, der technisch gewiefte Zentrumsspieler, sehr effektiv zugestellt – und konnte nicht mehr in aller Ruhe seine Chipbälle streuen. Freilich: Das von Trainer Enrico Maaßen gewünschte Spiel fußt nicht auf dem Rundumblick Hobers, an diesem Beispiel war jedoch abzulesen, dass die Gegner dazulernen.

Wenngleich es für die Borussia zuallererst darum geht, das eigene Spiel durchzudrücken, wird sie immer neue Offensivvarianten finden und Anpassungsfähigkeit beweisen müssen – auf und neben dem Platz. Denn auf Steffen Tigges wird der BVB II in Zukunft wohl häufiger nicht zurückgreifen können. Der U23-Stürmer und -Kapitän befindet sich derzeit in den Reihen der Profis. Fraglich, ob Maaßen gegen Aachen auf ihn setzen kann. Alternativen wären Moritz Broschinski als gelernter Stürmer beziehungsweise Philipp Harlaß, Alaa Bakir oder Taylan Duman als falsche Neun. Sie alle wären bereit für einen Startelfplatz.

BVB-U23-Coach Enrico Maaßen schätzt Aachen Defensivarbeit

Trainer Maaßen hat also die Wahl. Den Gegner, aktuell auf Rang zehn positioniert, rühmt er zuvorderst für seine Defensivstärke. In 18 Partien haben die Alemannen 12 Gegentreffer kassiert – Liga-Bestwert. Zurzeit machten sie es als Mannschaft sehr gut, „sie verteidigen robust und sehr oft im Eins-gegen-Eins“, so der 36-Jährige, der viele hohe, lange Bälle erwartet und feststellt, dass Aachen „gefährliche Außenbahnspieler“ und „in Vincent Boesen und Hamdi Dhamani zwei wuchtige Stürmer“ besitze. „Die wissen, wo das Tor steht“, betont Maaßen.

„Wir erinnern uns noch sehr gut an das Hinspiel – da hatten wir es wirklich schwer“, bemerkt Dortmunds U23-Fußballlehrer. Im Tivoli gewann die Borussia mit 1:0. Torschütze seinerzeit: Steffen Tigges. Es war der Auftakt der ausgesprochen guten, viel Freude machenden Hinrunde.

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