Eine Bierdusche für U23-Meistertrainer Enrico Maaßen. © Groeger
Regionalliga West

BVB-U23 ist am Ziel ihrer Träume – Maaßen gelingt das Meisterstück

Die BVB-U23 hält dem großen Druck am letzten Spieltag stand. Nach dem 2:1-Sieg in Wuppertal brechen alle Dämme. Trainer Enrico Maaßen gelingt im ersten Dortmund-Jahr das Meisterstück - unter Vorbehalt.

Paul Jankowski hat mit der U23 von Borussia Dortmund schon alles erlebt. Glorreiche Auf- und bittere Abstiege. Als Zeugwart pflegt der 84-Jährige einen engen Draht zur Mannschaft – das hält jung. Und so war dem Ur-Borussen die Nervosität rund um diesen letzten Spieltag kaum anzumerken. Vor dem Anpfiff gab es den obligatorischen Kaffee – da war die Arbeit in der Kabine bereits getan.

BVB-Kapitän Steffen Tigges sorgt für große Erleichterung

Die 90 Minuten in Wuppertal verfolgte Jankowski dann von der Tribüne aus. Und er sah eine 45 Minuten lang fahrig auftretende Mannschaft, die sich die komplexen Umstände dieser Partie erst aus den Beinen laufen musste. Der von Konkurrent RW Essen eingelegte Protest gab dem 42. Spieltag der Regionalliga West einen bittere Beigeschmack.

Zur Halbzeit lag die BVB-U23 verdientermaßen mit 0:1 hinten, das Ergebnis war noch der erfreulichste Aspekt. Essen erledigte im Parallelspiel beim FC Wegberg-Beeck mit 2:0 seine Hausaufgaben. Trainer Enrico Maaßen tauschte zum zweiten Durchgang die indisponierte rechte Seite aus (Makreckis und Tahqi für Weigelt und Bakir) und durfte kurze Zeit später jubeln. WSV-Torhüter Sebastian Patzler ließ einen eher harmlosen Ball von Kapitän Steffen Tigges passieren – schon dieses 1:1 hätte Dortmund zum Aufstieg gereicht.

BVB-Teammanager Preuß: „Wir haben eine Top-Mentalität“

Die Schwarzgelben übernahmen nun die Spielkontrolle, mussten aber – wie in allen Spielen nach der Quarantänepause – um jeden Meter kämpfen. Wuppertal setzte immer wieder kleine Nadelstiche über Konter, das Unentschieden stand auf wackeligen Beinen. Erst Joker Ansgar Knauff, der sich mit einem Bänderanriss im Sprunggelenk durch die letzten Spiele gekämpft hatte, sorgte mit seinem Treffer in der 89. Minute für Ekstase.

Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dortmunder Dämme – trotz des Einspruchs. Die große Party startete auf dem Platz, wurde dann in die Kabine verlagert und ging am Abend am Trainingsgelände in Brackel weiter. Teammanager Ingo Preuß, der von der Mannschaft frenetisch gefeiert und mit einer Bierdusche versehen wurde, fielen tonnenweise Steine vom Herzen: „Wir haben insgesamt keine Mannschaft, die die Sterne vom Himmel gespielt hat. Aber wir haben Top-Mentalität, Siegeswillen und die Bereitschaft gezeigt, bis zum letzten Spieltag alles zu geben“, sagte er voller Stolz. „Das liegt in erster Linie an unserem Trainerteam – und insbesondere an Enrico Maaßen. Was er da vollbracht hat, ist grandios.“

Eine Zigarre nach dem BVB-Sieg in Wuppertal

Paul Jankowski genoss den Aufstieg in die 3. Liga auf seine Weise. Er hatte sich eine Zigarre besorgt und zog immer wieder genüsslich daran. Ein Aufstieg ist schließlich immer etwas ganz Besonderes.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Premium-Jahrgang 1981. Besetzte im Mittelfeld von Rot-Weiß Unna die Acht, bevor die Position überhaupt erfunden wurde. Studium der Germanistik und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, anschließend ablösefreier Wechsel zu Lensing Media. Im BVB-Team polyvalent einsetzbar.
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Florian Groeger

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