Muss sich noch etwas bis zum Saisonstart gedulden: Anschieber Christopher Weber, hier mit seinem Piloten Hansi Lochner. © picture alliance - Tobias Hase
Bobsport

Christopher Webers Rücken legt seine Weltcup-Saison bislang auf Eis

Bobsport im Zeiten von Corona? Gar nicht so einfach, dennoch sind schon sechs Weltcup-Läufe absolviert. Beim Blick in die Ergebnislisten fehlt allerdings ein Name – der von Christopher Weber.

Die Stationen in der aktuellen Bob-Saison 2020/21 sind noch recht überschaubar. In Sigulda in Lettland und Innsbruck-Igls schlug die Karawane der Bobsportler bislang ihre Zelte auf und absolvierte insgesamt sechs Weltcup-Rennen. Doch wo war Christopher Weber, der zweimalige Vizeweltmeister aus Dortmund, bei den Erfolgsfahrten seines Piloten Johannes Lochner? In den Ergebnislisten suchte man ihn vergebens.

„Es gab ein Problem mit dem Rücken. Ein Einsatz sowohl in Sigulda als auch in Innsbruck war nicht möglich. Aus Österreich bin ich bereits am Samstagabend abgereist“, erklärte der Weber. Das Problem sei aber mittlerweile behoben.

„In Dortmund wurde ich bei Physiomed erfolgreich behandelt. Es war eine Verkettung verschiedener Probleme, ausgelöst durch einen Beckenschiefstand, jetzt kann ich aber wieder ganz normal trainieren“, konnte Weber bereits wieder lachen, nachdem er sein Krafttraining in der Helmut-Körnig-Halle beendet hatte.

Andererseits, und das musste Weber zugestehen, sei es eine „blöde Situation“ gewesen. Sechs Weltcups sind absolviert – und der Dortmunder hat keinen einzigen davon bestritten.

Weber will Weltmeister im Vierer werden

Der 30-Jährige bleibt dennoch zuversichtlich, was die kommenden Wochen angeht. Immerhin steht Anfang Februar die Weltmeisterschaft an, wieder in Altenberg, nachdem Lake Placid abgesagt hatte. „Natürlich will ich dabei sein, ich bin schließlich Vizeweltmeister im Vierer und Zweier. Da mache ich mir keine großen Sorgen“, zeigte sich der Dortmunder optimistisch.

Auch was die Titelausbeute angeht. „Im Vierer“, so Weber, „will ich in diesem Jahr Weltmeister werden, nachdem wir bei der vergangenen WM nur um die Winzigkeit von fünf Hundertstel Sekunden geschlagen wurden. Nach insgesamt vier Läufen.“

Im sprichwörtlichen Sinne steht Weber also auf dem Sprung zu neuen Taten. Er fühle sich fit, mindestens so fit wie im Vorjahr, so der Dortmunder, der die nächsten Tage Kraft sammeln wird und die Weihnachtstage bei seinen Eltern in Wichlinghofen verbringen will.

Noch keinen Wettkampf in dieser Saison bestritten

Andererseits sei eine vernünftige Selbsteinschätzung natürlich schwierig, schließlich habe er in dieser Saison noch keinen Wettkampf bestritten. In Sigulda und Innsbruck sprangen Eric Franke und Christian Rasp als Anschieber ein. Wobei Pilot Hansi Lochner beim ersten Lauf in Innsbruck-Igls mit Eric Franke seinen ersten Saisonsieg feierte.

Der Viererbob blieb indes noch in der Garage. Die Bahn in Sigulda lässt den Einsatz des Viererbobs aus technischen Gründen grundsätzlich nicht zu. Und in Innsbruck sagte der Internationale Bob-Verband die Vierer-Rennen ab, da das Abstands- und Hygienekonzept dafür nicht ausgelegt war.

Das soll sich im Januar ändern. Anfang des kommenden Jahres stehen die Rennen in Winterberg an, dann geht es in die Schweiz nach St. Moritz und an den Königssee, ehe Anfang Februar die WM-Titel erneut im sächsischen Altenberg ausgefahren werden.

Corona erzwang Trainerwechsel im Sommer

Trainiert wird Weber, der vor seiner Zeit als Anschieber ein erfolgreicher 100-Meter-Sprinter mit Bestzeit von 10,76 Sekunden war, übrigens nicht mehr vom Dortmunder Marcus Hoselmann, stattdessen vom Züricher Patrick Seile. „Mit Marcus passte alles, aber in Corona-Zeiten war die Zusammenarbeit etwas schwierig. Ich betone aber, das lag nicht an Marcus“, so Weber, der eine Comeback an der Seite des Dortmunder Trainers grundsätzlich nicht ausschloss.

Harte Zeit von Winterberg bis zur WM in Altenberg

Apropos Corona: Wie schwer es für die Bob-Fahrer ist, in Pandemie-Zeiten ihre Weltcups auszutragen, wurde am Start-Verbot für die Vierer-Bobs in Igls deutlich. Beim Weltcup in Winterberg Anfang Januar, so Weber, soll aber wieder alles normal laufen. Andererseits sind die Corona-Maßnahmen durchaus herausfordernd für die Athleten.

„Von Anfang Januar bis zur Weltmeisterschaft im Februar werden wir fünf, sechs harte Wochen haben. Wir leben in einer kleinen Blase im Team. Es gibt nur die Rennen und das Training. Danach geht’s sofort wieder ins Hotel. Andere Kontakte gibt es nicht“, so Weber. Bislang war das Konzept der deutschen Bob-Sportler erfolgreich. Im Gegensatz zu den Russen und Schweizern blieben sie bislang von Corona-Infektionen verschont.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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