FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski bittet zur Ständigen Konferenz. © Archiv
Meinung

Corona: Sagt die Rückrunde aller Amateurfußball-Ligen endlich ab

Am Samstag treffen sich das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen und die Kreisvorsitzenden. Es muss jetzt eine Entscheidung fallen. Die Zeit des Wartens ist vorbei.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert den bundesweiten Lockdown noch vor Weihnachten. Ab Montag setzt die Präsenzpflicht an Schulen aus. Und am Samstag treffen sich der FLVW-Vorstand und die Kreisvorsitzenden in einer virtuellen Konferenz und das Thema Corona steht nicht auf der offiziellen Tagesordnung.

Es soll aber eins werden, wie der Vize-Präsident Manfred Schnieders gegenüber unserer Redaktion bestätigt. Es wird wohl unter Sonstiges abgehandelt. Dabei müssten die Themen Corona und Spielbetrieb an erster Stelle stehen. Wann geht es weiter? Wird die Saison vielleicht sogar abgebrochen? Wird die Rückrunde gestrichen? Alles Fragen, die offen sind und beantwortet werden müssen.

Fast 600 Menschen starben am Donnerstag an der Infektions-Krankheit

Es ist natürlich schwierig, eine Prognose abzugeben, wie die Corona-Pandemie sich entwickelt. Allein am Donnerstag starben in Deutschland fast 600 Menschen an der Infektions-Krankheit. Fast 30.000 Neu-Infektionen kamen hinzu. Deshalb kann am Samstag niemand seriös voraussagen, wann es überhaupt mit dem Fußball weitergeht.

Was aber seriös beurteilt werden kann, sind die Rahmenbedingungen für den Rest der Saison. Und da sollte sich der FLVW ein Beispiel am Bremer Verband nehmen. Der hatte für sich entschieden, dass nach dem Re-Start nur die Hinrunde zu Ende gespielt wird. Das klingt nach der einzig schlüssigen Lösung, auch für den Amateur-Fußball in Westfalen.

Das wäre fatal

Mit dem Re-Start in den Ligenbetrieb ist bei den aktuellen Zahlen und dem bevorstehenden Lockdown ja frühestens Mitte Februar zu rechnen. Eher Ende Februar oder Anfang März. Es wäre ja fatal, wenn die Landesregierung die Teams schon wieder im Januar in voller Sollstärke zum Training auf die Plätze ließe. Auch wenn die Ansteckungsgefahr während des Trainings auf dem Platz eher gering sein soll.

Zum Training gehören aber auch die Anfahrt, die Gespräche vor und nach der Einheit. Man kann natürlich immer an die Eigenverantwortung der Menschen appellieren. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass es immer wieder Leute gibt, die ausscheren und sich nicht an die Hygiene-Vorschriften halten. Teams saßen mit mehr als zehn Leuten in geschlossenen Räumen, feierten sogar Kabinen-Partys und tranken während des Trainings oder des Spiels aus denselben Flaschen. Das war jetzt nicht das Gros aller Sportler, aber auch die wenigen Ausreißer bringen die Gefahr.

Mindestens vier Wochen Vorbereitungszeit

Sportmediziner empfehlen zudem, dass die Kicker mindestens vier Wochen Vorbereitungszeit benötigen, um sich wieder auf den Wettkampf vorzubereiten. Ansonsten droht Verletzungsgefahr, vor allem im muskulären Bereich. Das alles zusammengefasst, lässt darauf schließen, dass es frühestens Ende Februar wieder losgeht. Und dann ist mehr als eine Hinrunde nicht mehr möglich. Als Beispiel dient hier die Oberliga Westfalen.

Hier muss zum Beispiel der Holzwickeder SC noch 34 Spiele (!) absolvieren, um auf die komplette Saison zu kommen. Das ist ausgeschlossen. Der FLVW soll zusammen mit den Kreisvorsitzenden am Samstag entscheiden, dass nur die Hinrunde zu Ende gespielt werden soll. Laut der Spielordnung müssen ja nur 50 Prozent der Spiele absolviert werden, damit eine Spielzeit gewertet werden darf. Und dafür hätten die Klubs bis zum 30. Juni Zeit.

50 Prozent aller Spiele müssen absolviert werden

Manfred Schnieders hatte gegenüber unserem Verlag gesagt, dass es egal sei, wie die 50 Prozent zu Stande kämen. Es müsse nicht Jeder gegen Jeden einmal gespielt haben. Es müssen nur alle Spiele aller Mannschaften zusammen 50 Prozent ergeben. Aber was hätte das mit Fußball zu tun, wenn eine Saiosn gewertet wird, wenn nicht jede Mannschaft einmal gegen jede gespielt hat?

Und nur eine Hinrunde auszurufen, hätte weitere Vorteile. Die Chance, den Kreis- und Westfalenpokal zu Ende zu bringen, erhöht sich. Wird nur die Hinrunde gespielt, bliebe bis Ende Juni wahrscheinlich genügend Zeit, diese beiden Wettbewerbe komplett auszuspielen.

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Thomas Schulzke

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