Marcel Stiepermann (l.) und der FC Nordkirchen setzten sich deutlich gegen den Werner SC und Nico Holtmann (r.) durch. © Ebmeier
Fußball-Bezirksliga

Der FC Nordkirchen lässt Dortmunder Klubs zittern – „Unser Ziel ist der Aufstieg“

Der Fußball-Bezirksligist FC Nordkirchen spielt eine angsteinflößende Vorbereitung. In deren Reihen steht auch ein Dortmunder Junge. Wir haben mit ihm gesprochen.

Mit dem Wetter ist das ja in diesem Sommer so eine Sache. Heute schön, dann Gewitter, kalt, warm – so richtig ruhig wird es wohl nicht mehr. Und dann braut sich in Nordkirchen auch noch ein Orkan zusammen. Der Wirbelwind könnte den Namen Marcel erhalten.

Denn mit seinem ambitionierten Bezirksligisten fegt der stürmische Dortmunder (35) durch die Sommerwochen. Wir haben mal nachgefragt, wen der FC Nordkirchen wohl so wegpustet. Die Vorbereitung jedenfalls lässt die Dortmunder Konkurrenten in der Bezirksliga 9 schon einmal zum Schutz die Übergangsjacken herausholen. Für die Nordkirchener, so sieht es aus, könnte die Saison zum Übergang in die Landesliga werden. Wer kann das verhindern?

Marcel Stiepermann, Sie sind als Dortmunder spielender Co-Trainer der vermeintlichen Übermannschaft der Bezirksliga 9. Vermeintlich oder wirklich?

Ich bleibe da voller Demut und Respekt vor den anderen Mannschaften. Auch wenn wir gerade solche Spiele wie in der Vorbereitung erlebt haben, denke ich immer gleich an die kommende Aufgabe, was wir noch verbessern können oder wie wir es am besten machen.

Der eine oder andere mit seinem Dortmunder Verein in der Bezirksliga 9 vertretene Konkurrent wird ob Ihrer herausragender Ergebnisse schon kurz innehalten. Ein aus familiärer Hinsicht besonderes 7:0 gegen den Landesligisten Werner SC, 2:0 gegen den Westfalenligisten TuS Hiltrup, 4:2 und jetzt 3:2 gegen die Landesligisten VfL Senden und Kirchhörder SC. Nun ja, das lässt bei aller Demut aber durchaus Ambitionen zu…

Das ist ja auch richtig. Natürlich ist unser Ziel auch der Aufstieg. Aber es gib immer Unwägbarkeiten. Und natürlich auch starke Konkurrenten.

Zählen Sie dazu auch Dortmunder Teams?

Ja! Mengede 08/20, der Ex-Klub unseres Trainers Mario Plechaty und auch meiner damals als Spieler, hat sich sehr gut aufgestellt. Den FC Roj kann ich noch nicht richtig einschätzen, habe ihn aber auf dem Schirm. Und ich glaube auch daran, dass der VfL Kemminghausen vorne mit vielen neuen Leuten vorne angreift.

Was spricht denn für Ihre Mannschaft?

Wir haben eine richtig gute, in der Breite sogar noch bessere Mischung als im Vorjahr. Neben einigen Routiniers wie meiner Wenigkeit machen uns die vielen jungen Spieler richtig viel Spaß. Zu den Routiniers zähle ich übrigens auch Daniel von der Ley, der ja mal beim ASC 09 und dem SV Brackel gespielt hat. Und wir sind als funktionierende Mannschaft richtig gut geworden. Im Spiel gegen Kirchhörde haben wir uns beispielsweise nach einem 0:1 zurückgekämpft. Das gehört auch dazu.

Und auch die Ergebnisse stimmen ja auch. Sie deuteten Ihr aktives Mitwirken an. Als Stürmer liefern Sie ja…

Ja danke, jetzt gegen Kirchhörde habe ich zwei Tore gemacht, gegen Werne drei. Aber daran war mein Bruder maßgeblich beteiligt.

Uns Dortmunder interessiert es natürlich besonders, wie es war, als der berühmte zuletzt für Norwich City aktive Bruder Marco mit Ihnen spielt. Das muss schon ein schönes Gefühl gewesen sein…

Oh ja! Ich bin fünf Jahre älter als Marco. Daher hatten wir schon in der Jugend nie das Privileg, zusammenspielen zu dürfen. Und ich habe jetzt wieder gemerkt, dass zwischen uns schon ein riesiger Unterschied herrscht. Aber es war ein tolles Erlebnis. Marco war gegen Werne an fast allen Toren beteiligt. Ohne ihn hätte ich meine drei gar nicht gemacht. Ich freue mich, dass er im SC Paderborn einen guten neuen Verein gefunden hat.

Da Sie ja ein paar Jährchen älter sind, stellt sich natürlich auch die Frage nach Ihrer Zukunft. Sie wachsen offenbar in die Trainerrolle rein. Trifft das zu?

Sie bereitet mir auf alle Fälle Freude. Gerade im Team mit Mario Plechaty, einem hervorragenden Typen, der unheimlich viel aus den Jungs herausholt und starke Mannschaften formt, arbeite ich sehr gerne. Und ich selbst spiele bestimmt noch zehn Jahre. Dann bin ich 45. Nein, Spaß beiseite. Ich spiele nur solange, wie es mein Körper zulässt. Ich fühle mich aber momentan fit.

Trotz Corona?

Ja, ich war regelmäßig laufen. Mehr geht immer, aber ich habe das Glück, nicht zuzunehmen. Und ich lasse mich ständig osteopathisch behandeln. Der ganzheitliche Ansatz sagt mir sehr zu.

Folgt jetzt noch die Generalprobe?

Im Pokal spielen wir am Sonntag gegen A-Ligist Saxonia Münster. Daher werte ich eher das Spiel gegen den KSC als Generalprobe. Und die ist geglückt.

Sie wären dann also soweit?

Richtig!

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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