Manfred Schnieders erklärt, warum der Verband die Rechnungen losgeschickt hat. © Leistner, Andreas
Fußball

Der Fußballverband verlangt volle Mitgliedsbeiträge der Vereine – „Die sind weltfremd“

Der FLVW verlangt in jeder Spielzeit Mitgliedsbeiträge seiner Vereine. So auch in diesem Jahr. Aber diesmal sorgen die Rechnungen für Ärger bei den Fußballern.

Ein Offener Brief des Bochumer Fußball-Klubs VfB Günnigfeld sorgt für Aufregung. Dessen Vorsitzender Frank Scheffler versteht das Vorgehen des Verbandes nicht, von den Vereinen in der aktuellen Corona-Pandemie die vollen Mitgliedsbeiträge zu verlangen.

Offener Brief des VfB Günnigfeld

„Ist dies das Verständnis des Verbandes, wir Stärken den Amateurfußball?? In dieser „Saison“ wurden bis zum 25.10.2020 8 Spieltage gespielt, der Rest steht in den Corona Sternen. Es wird, wenn alles gut läuft, eine einfache Runde mit 15 Spielen gespielt werden können. Dies ist die Hälfte aller Spiele, bei denen die Vereine Einnahmen erreichen können. Jetzt kommt, inmitten der Pandemie eine Rechnung über eine gesamte Saison“, schreibt Scheffler in dem Offenen Brief.

Der Vorsitzende bekommt direkt sehr viel Unterstützung. Sein Post wurde bei Facebook bisher 49 Mal geteilt und mehr als 100 Mal ging der Daumen nach oben. „100% Unterstützung“, schreibt unter anderem der Facebook-Account von Victoria Habinghorst. Scheffler scheint einen Nerv bei den Vereinen getroffen zu haben.

Rechnung kam am 15. Februar

Die Rechnung ging am 15. Februar an alle Vereine in Westfalen. Jeder Klub ist verpflichtet, dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) einen Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Die Höhe hängt von der Ligenzugehörigkeit der höchstspielenden Mannschaft des Vereins ab. So muss ein Oberliga-Verein rund 2900 Euro pro Saison zahlen, ein Bezirksligist wieder der VfB Günnigfeld dagegen 995,00 Euro.

„Wir müssen diesen Beitrag einziehen. Wir sind ein eingetragener Verein. Ziehen wir die Beiträge nicht ein, verlieren wir unsere Gemeinnützigkeit. Außerdem haben wir als Verband ja auch unsere laufenden Kosten“, erklärt Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW.

Mitten in der Pandemie eine Rechnung?

Scheffler erklärt auf Anfrage, dass er es nachvollziehen kann, dass der Verband die Mitgliedsbeiträge anfordert. Was er nicht verstehen kann, ist der Zeitpunkt der Rechnung und die Höhe. „Wir spielen doch maximal nur die Hinrunde. Warum müssen wir dann die gesamte Summe für eine Spielzeit bezahlen?“, fragt der Vorsitzende des VfB Günnigfeld, „und warum bekommen wir mitten in der Pandemie diese Rechnung? Wir haben aktuell keine Einnahmen durch Eintrittskarten und Verkauf.“

Schnieders erklärt, dass die Vereine die Rechnungen ja nicht sofort bezahlen müssen. „In der Offiziellen Mitteilung haben wir ja geschrieben, dass erst im April das Geld eingezogen wird. Auch Ratenzahlung ist möglich. Und wer richtig Probleme hat, kann sich bei uns melden. Wir finden zusammen eine Lösung. Und wenn erst im Herbst gezahlt wird, ist es auch okay“, erklärt Schnieders.

Die Kommunikation findet Scheffler nicht okay

Die Regelungen des Verbandes findet Scheffler auch okay, was er gar nicht okay findet, ist die Kommunikation. „Wir haben die Rechnung ja am Montag bekommen. Und erst am Freitag kommuniziert der Verband, dass das Geld auch später bezahlt werden kann. Die Erklärung hätte schon mit der Rechnung losgeschickt werden müssen. Die gesamte Nummer mit den Beitragen zeigt mir, dass die weltfremd sind“, sagt Scheffler.

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Thomas Schulzke

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