Jürgen Grondziewski ist Vorsitzender des Fußballkreises Dortmund und somit auch verantwortlich für die SG Gahmen. © Stephan Schuetze
Fußball

Der Hallenfußball lässt Grondziewski nicht los – Wo kommt der neue Kunstrasen her?

Eigentlich wäre jetzt die Zeit der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft. Und Jürgen Grondziewski wäre im Mega-Stress gewesen. Stattdessen geht er mit dem Enkel spazieren. Und denkt dennoch nur an Fußball.

Seit 2001 gilt der Hombrucher Jürgen Grondziewski als Organisator, Macher und Verantwortlicher der Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft unterwegs. Zunächst noch ein Jahr lang zusammen mit Manfred Knipping, ein Jahr später als Hauptverantwortlicher für Deutschlands größtes Hallenfußball-Event für Amateur-Fußballer. Und jetzt? Die 37. Auflage der Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft musste aufgrund der Corona-Verordnungen abgesagt werden, Grondziewski, der Vorsitzende des Fußballkreises Dortmund, und sein umtriebiges Team an Mitstreitern und Helfern zur Untätigkeit verdammt. Die Begriffe Frustration und Depression machten die Runde. Wir fragten nach bei Jürgen Grondziewski und wollten etwas über die Stimmungslage erfahren und wie es im kommenden Jahr weitergehen könnte.

Normal wären Sie jetzt von morgens bis abends im Einsatz. So wie seit 2001 bzw. 2002. Stattdessen haben Sie jetzt viel Zeit für andere Dinge. Stellte sich da eigentlich so ein Gefühl von Traurigkeit an.
Ja, ich muss zugeben, dass da wirklich ein Gefühl von Traurigkeit ist. Denn normalerweise wäre es ja schon im November losgegangen. Wir hätten uns mit den Vereinen getroffen, mit Freunden. Nach einer langen Pause hätten sich alle Beteiligten wiedergesehen, das vermisse ich schon sehr. Das gilt auch für die Ausrichterbesprechung danach. Da konnte man sich für die geleistete Arbeit bedanken, Freude treffen.

Und was machen Sie jetzt. Ist Ihnen langweilig?

Langweilig kann man nicht sagen. Aber natürlich bin ich jetzt viel öfter zu Hause, zumal ich mich natürlich an die Corona-Kontaktbeschränkungen halte. Ich telefoniere natürlich viel mit dem Vorstandskollegen Andreas Edelstein. Aber wie gesagt. Ich vermisse die Sitzungen, die Treffen mit den Freunden aus den Vereinen. Diese Tage waren normalerweise immer komplett ausgebucht. Jetzt fehlen einfach die Emotionen.

Es ist kein Geheimnis, dass Sie viel mit ihrem Enkel unterwegs sind. Das ist doch ein schöner Ausgleich.

Auch das stimmt. Ich bin seit Sommer Großvater und verbringe wirklich viel Zeit mit meinem Enkel. Aber dennoch beschäftige ich mit jeden Tag mit dem Kreis, der Fußball ist im Kopf, selbst beim Spaziergang. Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich sagen. Auch wenn die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft verschoben ist, abschalten kann ich nicht. Ich frage mich immer, wie die Vereine die Corona-Pause finanziell überleben können, wie und wann es wieder losgeht mit dem Spielbetrieb.

Sie sagten, es fehlen ihnen die Emotionen. Wie verliefen denn die Tage vor dem ersten Startschuss, vor den ersten Spielen in der Vorrunde?

Im Rückblick waren das natürlich immer unglaublich intensive Tage. Wir hatten bei den Auslosungen Borussen-Profis wie Michael Rummenigge oder Christian Wörns dabei. Die Finalspiele liefen zunächst in Wellinghofen, dann in der Großen Westfalenhalle und danach in der Helmut-Körnig-Halle. Da war ich immer glücklich, als der Anruf aus der Halle kam und es hieß: Alles ist fertig. Da hatte ich glänzende Augen.

Auch wenn das Event abgesagt bzw. verschoben ist. Es gibt doch genug zu tun, die nächste Hallenfußball-Stadtmeisterschaft muss ja bereits jetzt vorbereitet werden.

Keine Frage, ab Januar geht es wieder richtig los, wir müssen viele Angelegenheit besprechen und regeln. Zum Beispiel geht es um den Kunstrasen. Der Vertrag mit der Firma Polytan ist ausgelaufen. Wir müssen also überlegen, was wir mit dem Kunstrasen machen, wir brauchen einen neuen, zumal der bisherige Belag nicht mehr optimal war. Er war vor unseren Titelkämpfen schon immer sechs Tage zuvor in Mülheim im Einsatz. Da gab es reichlich Kritik von den Spielern.

Der Fußballkreis Dortmund kauft also einen neuen Kunstrasen?

Das hätten wir gemacht, aber wir haben Probleme mit der Lagerung. Wie es jetzt aussieht, wird ein Vorsitzender eines Dortmunders Fußball-Vereins den Rasen kaufen und an uns vermieten. Die Sache eilt, da müssen wir im Januar ran.

Wie sieht es mit den Sponsoren aus. Bleiben die alle bei der Stange?

Es ist so, dass die Kronen-Brauerei als Titelsponsor sowie die Dortmunder Volksbank noch länger laufende Verträge haben. Beim BVB ist es so, dass wir das sogar mündlich machen können. Und mit den anderen Sponsoren, bei denen die Verträge auslaufen, müssen wir im Januar sprechen. Da können wir nicht einfach bis zum Sommer warten.

Haben Sie sich eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie es 2021 weitergehen könnte, wenn die Corona-Krise doch nicht beendet sein sollte. Würden Sie auch ohne Zuschauer spielen?

Ein Konzept ohne Fans hatten wir ja schon für dieses Jahr erarbeitet. Für 2021 verdränge ich diesen Gedanken. Ich möchte mir nicht vorstellen, dass die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft in meiner Zeit als Kreisvorsitzender verschoben werden müsste. Andererseits muss man das natürlich in Erwägung ziehen, die Situation muss dann allerdings neu bewertete werden.

Sind eigentlich Neuerungen für 2021 geplant, ist noch Luft nach oben in Sachen Zuschauer?

Nein, Neuerungen sind derzeit nicht geplant. Und was die Zuschauer angeht, ist das Limit absolut ausgereizt. Mit 4.200 Zuschauern ist die Halle ausverkauft, dazu kommen noch Spieler und Helfer. Mehr geht nicht und mehr ist auch nicht erlaubt.

Können Sie vom Umbau der Helmut-Körnig-Halle profitieren?

Rein zuschauermäßig nicht, dafür aber von den neuen Räumlichkeiten und den Toiletten im Anbau an der Ostseite der Halle. Der Multifunktionsraum steht den Ehrengästen weiterhin an den Turniertagen zur Verfügung. Nach dem Umbau ist jetzt alles wirklich topmodern. Und es ist jetzt auch eine bessere Logistik für die Bewirtung möglich.

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