Detlef Severidt macht Schluss beim Hombrucher SV. Im Interview hat er über seine Beweggründe gesprochen. © Nils Foltynowicz
Fußball-Landesliga

Detlef Severidt über sein emotionales Hombruch-Aus: „Mir sind fast die Tränen gekommen“

Detlef Severidt hört beim Hombrucher SV als Sportlicher Leiter auf. Uns hat er verraten, warum er sich vom HSV trennt - und welches Ereignis in Hombruch für ihn ein Schock war.

Fünf Jahre war er im Amt, am Ende der Saison macht er Schluss: Detlef Severidt hört als Sportlicher Leiter beim Hombrucher SV auf. Der Landesligist besetzt die Stelle vorerst auch nicht neu. Aber warum hat sich Severidt zu diesem Schritt entschlossen? Was waren seine Beweggründe? Wir haben mit ihm ein Interview geführt.

Warum Sind Sie als Sportlicher Leiter des Hombrucher SV zurückgetreten?

Nach reiflicher Überlegung bin ich aus privaten Gründen von meinem Amt als Sportlicher Leiter zurückgetreten. In den letzten fünf Jahren hat das Amt sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Das ging dann fast immer zu Lasten meiner Frau.

Spielte die erneute Corona-Pause auch eine Rolle bei Ihren Überlegungen?

Natürlich haben die zwei Pandemie-bedingten längeren Pausen bei mir zum Nachdenken geführt. Ich habe festgestellt: Es gibt auch bei mir im Leben noch andere schöne Dinge als nur den Fußball.

Wird Ihrer Meinung nach die derzeit unterbrochene Saison noch fortgesetzt?

Es wird äußerst schwer werden, auch nur die Hinrunde zu beenden damit die gesamte Saison gewertet werden kann. Um die Hinrunde zu beenden, müsste spätestens Anfang April mit der Fortsetzung der Spiele begonnen werden. Das würde eine Erlaubnis für den Trainingsbeginn ungefähr ab Anfang März voraussetzen. Ob das bis dahin möglich ist, steht zurzeit noch in den Sternen.

Falls die Saison noch weitergeht, welche Platzierung trauen Sie dem Hombrucher SV zu?

Ich würde mich natürlich über einen Aufstieg des HSV freuen. Das wäre ein tolles Abschiedsgeschenk der Mannschaft an mich (antwortet Detlef Severidt mit einem Augenzwinkern). Realistisch betrachtet ist eine Platzierung unter den ersten fünf möglich, weil die Mannschaft galliger als in der vergangenen Saison auftritt und nicht mehr so viele Punkte gegen vermeintlich schwächere Gegner liegen lässt. Meine Favoriten auf den Aufstieg sind allerdings der Kirchhörder SC und Wanne 11.

Wie war Ihnen zumute, als sie der Mannschaft per Whatsapp ihren Abschied nach fast fünfjähriger Tätigkeit mitgeteilt haben?

Mir sind beim Schreiben fast die Tränen gekommen. Da ich alle Spieler geholt habe, trägt die Mannschaft in gewisser Weise meine Handschrift. Das Team ist eine tolle Truppe und ein verschworener Haufen. Mein Rücktritt ist mir richtig nah gegangen. Ich habe den Verein Hombrucher SV und sein familiäres Umfeld in mein Herz geschlossen und werde die vielen entstandenen Freundschaften weiterhin pflegen. Ich habe mich über die positiven Rückmeldungen aller Spieler riesig gefreut.

Welches waren Ihre schönsten Momente beim Hombrucher SV?

Es waren insgesamt fast fünf tolle Jahre beim HSV. Als ich 2016 anfing mussten wir einen totalen Neuaufbau starten. Wir haben damals zwanzig Neuzugänge verpflichtet, galten nach der Meinung aller Experten im Dortmunder Amateurfußball als Abstiegskandidat Nummer eins und belegten am Ende der Saison einen sensationellen vierten Platz. Vier Mal in Folge die Endrunde bei der Hallenstadtmeisterschaft zu erreichen waren weitere Highlights. Zumal wir einmal im Endspiel standen und einmal Platz drei in der Endabrechnung belegen konnten.

Gab es auch negative Erlebnisse in Hombruch?

Die Art und Weise des unerwarteten Rücktritts unseres damaligen Trainers Markus Gerwien hat mich total schockiert. Nach dem dritten Platz bei den Hallenstadtmeisterschaften ist Markus Gerwien zurückgetreten, wir Verantwortlichen haben es aus der Zeitung erfahren. Wir waren damals alle wie vor den Kopf gestoßen. Zumal wir bis dahin gut zusammengearbeitet haben.

Bleiben Sie dem Amateurfußball weiter verbunden?

Ja klar, ich werde mir mit Sicherheit das ein oder andere Heimspiel des HSV an der Deutsch-Luxemburger-Straße ansehen. Falls es gewünscht wird, wäre ich auch bereit mir einen der nächsten Gegner der Hombrucher anzusehen oder auch Spieler die für den HSV interessant sind zu beobachten.

Was machen Sie mit ihrer neu gewonnenen Freizeit?

Ich werde mich verstärkt meiner Frau widmen, die in den letzten Jahren manchmal arg zu kurz gekommen ist. Sobald es das Wetter wieder erlaubt, werde ich auch wieder einige ausgedehnte Touren mit meinem Fahrrad machen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Baujahr 1965, gebürtiger Dortmunder, der sich seit fast zwanzig Jahren auf den Sportplätzen tummelt und den Dortmunder Amateurfußball mit all seinen Facetten kennt.
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Frank Büth

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